Aromatherapie – Tabuthema Hämorrhoiden

Aromatherapie - Tabuthema Hämorrhoiden

Ein schwieriges Wort und erst recht ein schwieriges oft verschwiegenes, schambehaftetes Thema: Hämorrhoiden

Auch oder gerade in der heutigen Zeit sind Hämorrhoiden und Darmerkrankungen immer noch ein Tabuthema – jedoch sind in der Bevölkerung der über 30 jährigen schon über die Hälfte einmal mit Hämorrhoiden Beschwerden konfrontiert gewesen. Viele Menschen schämen sich nicht nur darüber zu reden, sondern gar damit zum Arzt zu gehen. Gerade jedoch im Frühstadium ist die Erkrankung meist unproblematisch zu behandeln! Das Hämorrhoiden-Leiden zählt somit zu eine der häufigsten “Volkskrankheiten” und sollte durchaus ernst genommen werden. Hierbei handelt es sich um arteriovenöse Gefäßpolster, welche ringförmig unter der Schleimhaut des Enddarms angelegt sind und dem Feinverschluss des Afters dienen. Also kurz gesagt Hämorrhoiden hat jeder! Jedoch wird erst bei einem Leiden von Hämorrhoiden gesprochen.

Hämorrhoiden, auch Hämorriden genannt (altgriechisch αἷμα haima „Blut“ und ῥεῖν rhein „fließen“; veraltete Bezeichnungen blinde Aderngoldene AdernGoldadern)
Quelle: Wikipedia (klick hier)

Hämorrhoiden können sich über einen längeren Zeitraum durch Blutstauung in den Gefäßpolstern vergrößern, dadurch erweitern sich die Blutgefäße (Venen und Arterien) und es kommt zu knotenartigen Vorwölbungen, die wie in den Beinen Krampfadern genannt werden. Die Beschwerden sind vielseitig und reichen von gelegentlichen Hervortreten der Knötchen bis hin zu Blutungen, Brennen, Jucken und Schmerzen.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Naturheilkundlich, komplementär betrachtet gibt es gute Möglichkeiten vorbeugend und auch behandelnd zu helfen.

Häufige Ursachen:

  • Gerade nach einer Geburt und auch bei hormonellen Umstellungen treten Hämorrhoidialleiden bei Frauen realtiv plötzlich auf
  • Chronische Verstopfung
  • Bewegungsmangel, langes Sitzen, langes Stehen
  • angeborene Bindegewebsschwäche

Leberpflege bei Hämorrhoiden Leiden?

Auch die Leberpflege sollte bei bei Hämorrhoidialbeschwerden in Betracht gezogen werden, z.B. in Form von leberstärkenden Wickeln oder Kompressen, dadurch wird die Leber- und Gallenfluss unterstützt und die Entgiftungsfunktion der Leber gestärkt. Die Leber “checkt” die Inhaltsstoffe aus der Nahrung, denn das venöse Blut wird über die sog. Pfortader zur Leber geführt, um dort entgiftet zu werden. Ist die Leberfunktion gestört oder herabgesetzt kann dies zu einem Pfordaderrückstau bis hinunter zu den Venen im Enddarm führen.

(Quelle: http://www.naturheilmagazin.de/natuerlich-heilen/krankheiten-a-bis-z/haemorrhoiden.html)

Aromatherapie - Tabuthema Hämorrhoiden

Mandelöl mit den ätherischen Ölen Karottensamenöl, Limettenöl und Rosmarin Verbenon in einem Schälchen vermischen auf ein 10×10 cm großes altes Baumwolltuch geben und unter dem rechent Rippenbogen auf die Lebergegend auflegen. Zusätzliche (feuchte) Wärme unterstützt die Wirkung.

Tipp am Rande:
Leberkompressen können auch bei Migränepatienten hilfreich sein und sind durchaus einen Versuch wert!

Folgende ätherische Öle haben sich bei der Behandlung von Hämorrhoiden bewährt, sie wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und pflegend:

Zypresse (Cupressus sempervirens)
adstringierend (zusammenziehend), phlebotonisch, entstauend
ein wunderbar zentrierendes und aufrichtendes ätherisches Öl sowohl körperlich wie psychisch

Kamille blau (Matricaria recutita)
stark entzündungshemmend, venetonisierend, wundheilungsfördernd
ausgezeichnetes Hautpflege- und heilmittel, dies ist unter anderem dem Chamazulen zuzuschreiben, dieser Inhaltsstoff entsteht bei der Destillation und färbt das ätherische Öl blau

Lavendel fein oder extra (Lavandula angustifolia)
entzündungshemmend, schmerzlindernd, wundheilend

Wacholderbeere (Juniperus communis)
venentonisierend, entschlackend, hautpflegend und -generierend, entzündungshemmend, schmerzlindernd
Wachholderbeeröl stärkt auch das Bindegewebe, denn eine Bindegewebsschwäche begünstigt Hämorrhoidialbeschwerden.

Rosengeranie (Pelargonium x graveolens)
tonisierend, schmerzlindernd, hautpflegend und wundheilend
Rosengeranie ist das ätherische Öl was bei allen Beschwerden eingesetzt werden kann die mit dem Wort “zu” einhergehen, wie z.B. zu heiß, zu schwach usw. (lt. Eliane Zimmermann). Außerdem reguliert es die Haut- und Schleimhautflora.

Aromatherapie - Tabuthema HämorrhoidenMit Rosengeranienöl haben wir ein ganz wichtiges Öl für den modernen Menschen zur Verfügung. Es balanciert die Folgen einer unausgeglichenen Lebensweise auf fast unheimliche Weise aus, darum ist es ein Muss bei stressbedingten Beschwerden. Wann immer in der Aromaberatung das Wörtchen „zu“ fällt, sollte an das gut verträgliche Blätteröl gedacht werden: wir sind zu müde, er ist zu angespannt, sie ist zu hektisch, mein Herz schlägt zu ungleichmäßig. Es ist auch eines der wichtigen Öle für die Hautpflege, da es regulierend auf alle Hauttypen wirkt. Es wirkt ferner mild antiseptisch, wundheilend, narbenpflegend, hilft bei Verbrennungen, Lymphstauungen, Frostbeulen, Ekzemen, Schnittwunden, Fusspilz und Hämorrhoiden. (weiterlesen klick hier)

 

 

 

Patchouli (Pogostemon cablin)
hautpflegend und -regenerierend, venentonisierend
Patchouliöl besteht fast ausschließlich aus Sesquiterpenverbindungen und ist ein tolles, super verträgliches ätherisches Haut- und Venenpflegeöl.

Marokkanische Myrte (Myrtus communis L. ct. Myrtenylacetat)
lymphentstauend, phlebotonisch

Hamamelis-Hydrolat
adstringierend, entzündungswidrig
als Kompresse anzuwenden

 

Was kannst du tun?

  • Sitzbäder
  • Pflegebalsam
  • Pflegeöl
  • Pflegetücher

Ölpflegetücher statt bedenklicher Feuchttücher (klick hier)
1 Päckchen Kosmetiktücher in eine verschließbare Dose legen
50 ml Olivenöl
50 ml Johanniskrautöl
10 Tropfen Lavendel fein
darüber gießen
Diese Öltücher reinigen und pflegen die Haut im Analbereich schonend

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Aromatherapie - Tabuthema Hämorrhoiden
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Sitzbad bei entzündeten Hämorrhoiden
50 g Meersalz
2 Tropfen Kamille blau
2 Tropfen Lavendel fein
2 Tropfen Zypresse

solltest Du keine Sitzbadewanne zu Hause haben, stülpe einfach einen Müllsack über die Sitzfläche des Toilettendeckels und verknote diesen. Fülle dann Wasser und das Aroma-Salz hinein. Nach Ende des Sitzbades einfach ein Loch in den Sack stechen und das Wasser fließt in die Toilette ab.

Pflegebalsam

(kann auch mit dem Finger leicht in den Darmeingang einmassiert werden)

40 g Sheabutter

10 ml Calendula- , Johanniskraut- oder Calophyllumöl

4 Tropfen Kamille blau

2 Tropfen Patchouli

2 Tropfen Wacholderbeere

4 Tropfen Zypresse

4 Tropfen Lavendel fein

2 Tropfen Rosengeranie

2 Tropfen Myrte marokkanisch

bei akuten Entzündungen kann man erbsengroße Salbenflecken auf einem Stück Mullkompresse einfrieren und bei Bedarf mit der Kompresse auflegen.

Alternativ die ätherischen Öle in 25 ml Johanniskrautöl und 25 ml Calophyllumöl mischen und die Ölmischung auftragen oder einen TL davon auf eine Kompresse geben und diese auflegen.

Teebeutel-Tipp

bei schmerzenden und entzündenden Hämorrhoiden kannst du einen abgekühlten Teebeutel z.B. mit Kamillen/Steinkleetee oder mit Schafgarbentee auflegen

Aromatherapie - Tabuthema Hämorrhoiden
Zäpfchenformen und weiteres Zubehör gibt es beim Brennnessel Versand in München

 

Bei blutenden Hämorrhoiden habe ich gute Erfahrungen mit folgenden Zäpfchen gemacht:

für 20 Zäpfchen a 2g

40g Kakaobutter

5 ml Sanddornfruchtfleischöl

10 Tropfen Cistrose

10 Tropfen Lavendel fein

5 Tropfen Zypresse

Kakaobutter im Wasserbad schmelzen, Sanddornfruchtfleischöl und ätherische Öle dazugeben. Die Mischung in die Zäpfchenformen füllen, abkühlen lassen und zukleben.

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Natürlichheilsame Hautpflege ohne jegliche Zusatzstoffe – auch zur Pflege des Intimbereiches bestens geeignet erhältlich bei Wachswerk (klick hier)

Quark-Zäpfchen (bei akuten Entzündungen)

20 Stück leere Zäpfchenhüllen

2 Eßl. Quark

2 Tropfen Zypresse

2 Tropfen Lavendel fein

2 Tropfen Kamille blau

in den Quark einrühren, mit einer Spritztülle in die Zäpfchenformen einfüllen und eingefrieren.

Bei Bedarf ein Zäpfchen (aus dem Gefrierfach) entnehmen und einführen.

Meine persönliche Erfahrung und Empfehlung ist möglichst auf Intimpflegeprodukte ganz zu verzichten. Nach dem Toilettengang den After mit einem weichen Papier oder den Ölpflegetüchern s.o. oder lauwarmen Wasser reinigen. Gerade in der nassen kalten Jahreszeit sollte man sich nicht auf kalte Flächen setzen, auch die Füße sollten möglichst warm sein. Eine ballaststoffreiche Ernährung und genügend trinken ist von Vorteil, verzichten sollte man auf stark säurehaltige und scharfe Lebensmittel. Allerdings ist der Verzicht auf Fleisch oft schon eine große Hilfe.

Auch die psychische Seite ist nicht zu unterschätzen. Gerade Menschen die schwer “loslassen” können, die auf ihrem “Knoten” sitzen und vieles mit sich selber ausmachen, sind von Hämorrhoidenleiden betroffen.

Beine hoch beim Stuhlgang

US-Forscher haben den Trend des “Klohockers” nun bestätigt. An der Ohio State University konnte bestätigt werden, die Anstrengung beim Stuhlgang gemindert wurde. 71 % der Hocker-Nutzer gaben an, einen schnelleren Stuhlgang zu haben. Besonders ausgeprägt war der positive Effekt bei den Probanden, die zu Beginn der Studie über einen problematischen Stuhlgang berichtet haben. Etwa 2/3 der Teilnehmenden gab an, den Hocker auch zukünftig benutzen zu wollen.

Peter Stanich, Mitautor der Studie und Professor für Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung sagt: “Vom Rektum bis zum After gibt es eine Art Biegung und das Hocken (*mit angewinkelten und hochgestellten Beinen Anmerkung von Sabrina Herber) hilft diese zu begradigen.”

Modi RM, Hinton A, Pinkhas D, et al. Implementation of a Defecation Posture Modification Device: Impact on Bowel Movement Patterns in Healthy Subjects. J Clin Gastroenterol. 2019;53(3):216-219. doi:10.1097/MCG.0000000000001143

Tipp 
ein einfacher Klapp-Hocker (ca 15- 20 cm hoch), der vor die Toilette gestellt wird, um die Beine beim Toilettengang hoch zu stellen reicht völlig aus. Ich selbst möchte den Hocker nicht mehr missen.

An dieser Stelle möchte ich Euch ein tolles Buch empfehlen:
Darm mit Charme von Guilia Enders (klick hier), die wunderbar erfrischend, lebendig und verständlich über ein unterschätztes, aber eines der wichtigsten Organe schreibt. Nicht selten habe ich beim Lesen dieses Buches geschmunzelt, gestaunt und danach sogar einiges ausprobiert.

 

Viele praktische Anwendungstipps gibt es in meinen Büchern “Aromatherapie in der häuslichen Pflege” und “Basics – Ätherische Öle” klick hier

 

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