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Über die Anwendung und den sicheren Umgang mit ätherischen Ölen

Die französische „Schule“ der Aromatherapie & viele Missverständnisse

Aromatherapie und Aromapflege wird gerade im palliativen und pflegerischen Bereich immer öfter eingesetzt und kann bei der Pflege schwerkranker Menschen eine wertvolle Begleitung sein - umso wichtiger ist es verantwortungsvoll und achtsam mit den ätherischen Ölen umzugehen und auch entsprechende Qualität zu verwenden. Leider werden durch einen neuen Lifestyle ätherische Öle heute auf Verkaufsveranstaltungen angepriesen und verkauft - nicht selten mit sehr gefährlichen Empfehlungen. Gerade Pflegende sollten daher gut informiert und geschult im Umgang mit den ätherischen Ölen sein!

Deshalb möchte ich an dieser Stelle Eliane Zimmermann´s Blog Beitrag hier veröffentlichen und würde mich freuen, wenn der Artikel möglichst oft geteilt wird.

Eliane 1

René Liardet in Sault

In den letzten Jahren hören wir immer wieder von der „französischen Schule der Aromatherapie“: Es wird gerne behauptet, sie lehre die einzig richtige Anwendung von ätherischen Ölen. In jüngster Vergangenheit werden auch hämische Rufe laut – vor allem auf Facebook (sowohl im deutschsprachigen Bereich als auch in den USA), dass die „etwas dümmlichen“ VertreterInnen der „deutsch-englischen Schule der Aromatherapie“ ja überhaupt keine Ahnung vom wahren Umgang mit ätherischen Ölen hätten.


Ich möchte etwas Aufklärung in diesen verwirrenden Bereich bringen, denn seit Anfang der neunziger Jahre bin ich mit beiden Richtungen gut vertraut. Zwar erhielt ich mein Diplom in Aromatherapie im Mai 1990 vom College von Shirley Price (SPICA) – also von einer „englischen Schule“, doch weitere Kurse brachten mich mit dem französischen Umgang mit ätherischen Ölen in Kontakt. Spannende Informationen von Martin Henglein, der nicht nur einen englischen, sondern auch ein französischen aromatischen Hintergrund hat und viele Gespräche mit Inge Andres, die damals (ab 1985) die kleine aber sehr feine Firma La Balance in Leutkirch hatte, machten mich auf den Ursprung der medizinischen Disziplin Aromatherapie neugierig. Inge lernte ihre „aromatische Kunst“ in Frankreich, gab Kurse im Allgäu und organisierte wundervolle Duftreisen in die Provence. Ihr wundervolles Buch Die ganzheitliche Duftberatung (klick!) gibt es schon lange nur noch antiquarisch (auch die zweite Auflage war damals bald vergriffen).

 

Eliane 2
In der Provence, besser im Département Alpes-de-Haute-Provence, durfte ich in frühen Jahren meines „Handwerks“ an Erntetagen und Destillationen teilnehmen. Gespräche mit Bauern über ihre harte Arbeit, lehrten mich hohen Respekt vor ihnen, den eigentlichen ProduzentInnen im Feld und an der Destille.

 

 

 

 Laien lernen, Thymian mit der Sichel zu schneiden,
für Destillateurin Marie-Claire in der Drom
e

 

Ich erinnere mich noch sehr gut an das enttäuschte Gesicht von uns bienenzerstochenen Erntehelfern, dass nach einem ganzen heißen Nachmittag des mühsamen Schneidens von Bio-Thymian, nur circa ein halber Liter ätherisches Öl gewonnen worden war. Wer mein Fachbuch hat, kennt einen dieser Bauern, Monsieur René aus Sault und unser geerntetes Thymiankraut von Seite 24, oben seht ihr die Farbversion, die auch in die 6. Neuauflage meines Fachbuches wandern wird. [Monsieur Renés Sohn Guillaume von hat inzwischen die Firma Aroma’plantes (klick!) ausgebaut, man kann dort wundervolle Bio-Produkte online bestellen – also direkt vom Erzeuger und somit einen kleinen Familienbetrieb, der seit 1978 im biologischen Anbau tätig ist, unterstützen].

Eliane 3

Dr. Daniel Pénoël im September 1995 auf dem 3. Schweizer Aromatreffen „Aspekte der Französischen Aromatherapie“ in Zürich,
organisiert von Martin Henglein und Veroma

Irgendwann in dieser Zeit, Mitte der neunziger Jahre, leistete ich mir das entsetzlich teure Buch von Pierre Franchomme, Dr. Daniel Pénoël und Roger Jollois L’Aromathérapie exactement (klick! ich staunte nicht schlecht, dass so ein Paperback damals weit über 100 DM gekostet hatte!!!). Dieses Werk war die „Bibel“ aller Menschen, die sich jenseits der eher kosmetisch und vor allem der esoterisch orientierten Aromatherapie informieren wollten – sogar für KollegInnen, die kaum französisch lesen konnten! (Ich machte damals meine Heilpraktiker-Ausbildung und war ganz heiß auf medizinische Fakten rund um die Naturdüfte).

Dr. Daniel Pénoël im August 2006

Eliane 4

Dieses Fachbuch ist ein eher trocken und dennoch abwechslungsreich zusammengestelltes Werk vor allem über pharmakologische Wirkungen vonätherischen Ölen, mit „leckeren“ Fotos von kranken Menschen, Röntgenbildern, mit spannenden Tabellen, Grafiken, Fallbeispielen und einem riesigen wissenschaftlichen Quellenverzeichnis. Erstmals lernten wird daraus Details über Chemotypen, Gaschromatogramme wurden erläutert, reichlich chemische Formeln der wichtigen Inhaltsstoffe konnten studiert werden, und auch die fantastischen Wirkungen vieler Öle gegen Mikroorganismen wurden ausführlich vorgestellt. Also alles sehr pharmazeutisch-medizinisch orientiert, sowas gab es damals in keinem deutschsprachigen Buch in dieser Ausführlichkeit.

 

Erstmals waren die wichtigsten Inhaltsstoffe von circa 270 ätherischen Ölen auf fast 100 Seiten aufgelistet, dazu kompakt und übersichtlich die wichtigsten Eigenschaften, Indikationen und ggfs. auch Kontraindikationen. Eine Fundgrube, in der ich viel geschmökert habe und die ich auch heute noch öfters zu Rate ziehe! Als ich 1994 anfing, an meinem eigenen Fachbuch zu arbeiten, waren diese Informationen mein großes Vorbild, ich erhielt von einigen deutschsprachigen Öleanbietern ordnerweise Gaschromatogramme mit den Analysen der bekanntesten ätherischen Öle und trug möglichst viele Erkenntnisse aus französischen und englischsprachigen Quellen zu meinen eigenen Erfahrungen mit ätherischen Ölen zusammen. Es versteht sich von selbst, dass Dr. Pénoël ein Exemplar bekam!

 

 


Eliane 5Die Art der Anwendungen dieses französischen Arztes und seiner Wissenschaftler-Co-Autoren, und auch vom Arzt Jean Valnet (1920-1995), der mit seinem ins Deutsche übersetzte Buch Aromatherapie recht bekannt wurde, begründeten die neuere „Schule der französischen Aromatherapie“. Es handelt sich nicht um eine Schule im Sinne des Wortes, sondern dieser Begriff wird zur Abgrenzung von den englischsprachigen Empfehlungen verwendet. Ätherische Öle wurden und werden gemäß den allermeisten seriösen englischsprachigen Schulen und Büchern nur äußerlich angewendet und in niedrigen Dosierungen um maximal 3% eingesetzt.

Die guten Ausbildungen umfassen circa 300 Stunden (und mehr!), will man Mitglied eines ernst zu nehmenden Berufsverbandes werden, beispielsweise bei der IFA oder der ISPA. Man erneuert seine Mitgliedschaft durch jährliche Fortbildungspunkte, die nachgewiesen werden müssen. Als Mitglied bekommt man Anspruch auf eine gute Haftpflichtversicherung und kann sich bewerben als Leistungsanbieter im britischen Gesundheitssystem NHS, so dass PatientInnen kostenlose Behandlungen buchen können. Die englischsprachige Richtung wurde von der Österreicherin Margerite Maury (1885-1968) gestartet, sie war Krankenschwester und Ehefrau eines homöopathisch arbeitenden Arztes. Die deutsche Übersetzung ihres Buches "Die Geheimnisse der Aromatherapie" gibt es nur noch antiquarisch. Nachzulesen sind diese Entwicklungen anhand von konkreten Pionieren auch auf meiner Website (klick!).

 

 

Ärzte und Pharmakologen in Frankreich und Belgien dagegen werden viel ausführlicher in den Themenbereichen des Franchomme-Pénoël-Buches und ähnlicher Bücher geschult, das Curriculum ist wissenschaftlich orientiert und sehr anspruchsvoll. Medizinische Anwendungen bilden den Mittelpunkt. So ist es kein Wunder, dass ätherische Öle bei klar diagnostizierten Beschwerden und sogar Krankheiten eingesetzt werden, teilweise mit bei uns als „toxisch“ deklarierten Ölen und oft auch in recht hohen Dosierungen. In manchen Fällen werden auch kaum oder unverdünnte Öle eingesetzt. Dahingegen dürfen in Frankreich etliche ätherische Öle, die man im deutschsprachigen Raum bei jedem Anbieter findet, nur auf Rezept verkauft werden, oder verdünnt, dazu gehören Salbei (Salvia officinalis) und Ysop (Hyssopus officinalis).
Einige Vertreter der „französischsprachigen Schule“ der Aromatherapie (Aromathérapie médicale):


    •    Pierre Franchomme, Pharmazeut, Frankreich Kurse Videos
    •    Dr. Daniel Pénoël, Arzt, Frankreich Schule
    •    Dr. Dominique Baudoux,Pharmazeut, Belgien Schule Firma
    •    Dr. Jean-Michel Beghin, Arzt, Frankreich und Belgien Schule
    •    Philippe Mailhebiau, Frankreich, Infos
    •    Dr. Kurt Schnaubelt, Chemiker, San Rafael/USA, Schule Blog Firma

 

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Passend zur französischen Richtung der Aromatherapie wiederhole ich an dieser Stelle nochmals die oft falsch zitierte Story vom Chemiker, Parfümeur und Destillateur René Maurice Gattefossé, der seine Hand bei einem Chemieunfall verbrannte. Er soll sie in einem Pott Lavendelöl „gelöscht“ und gekühlt haben, woraufhin sein Schmerzen verschwunden sein sollen und die Heilung einsetzte. Mit diesem „Wunder“ habe er die Aromatherapie „wiederentdeckt“. Wer lesen kann ist immer eindeutig im Vorteil 😉 und so finden wir auf Seite seines ins Deutsche übersetzten Buches Gattefossés Aromatherapie die korrekte Version dieses Mythos.

 

Der Pionier der „neuzeitlichen“ Aromatherapie (seit den 70er-Jahren) Robert Tisserand – der die Übersetzung von Gattefossés französischsprachigem Buch „Aromathérapie“ (1937) ins Englische (1993) vornahm und kommentierte – weist darauf hin, dass sich sich die Sache völlig anders verhielt. Der genaue Wortlaut ist auf seiner Blog-Seite nachzulesen. Demnach war Gattefossé, dessen Körper wegen einer Chemikalienexplosion im Jahr 1910 (oder nur die Arme? „after a laboratory explosion covered me with burning substances“) richtig brannte, ins Freie gestürzt und sich auf einem Rasen gewälzt, um die Flammen zu löschen. Danach entwickelte sich an beiden Händen ein Wundbrand (der durch das Bakterium Clostridium perfringens ausgelöst wird – es kommt beispielsweise im Boden vor). Seinerzeit verstarben noch ein Viertel der infizierten Menschen an der sich sehr rasch ausbreitenden Gangrän, zumindest war sie ein Grund zur Amputation der befallenen Gliedmaßen in den Kriegen vor dem zweiten Weltkrieg.


Gattefossé vermerkte in seinem Buch, dass „nur eine Spülung mit Lavendelöl“ die übliche Gasbildung im Gewebe stoppte. Es hatte sich bereits begleitend zur gefährlichen Infektion ein übermäßiges Schwitzen entwickelt, doch am nächsten Tag setzte die Heilung ein. Und nur dank des Lavendelöles konnte er weitere Pioniere wie Jean Valnet und Marguerite Maury in dieser duftenden Wissenschaft unterrichten, deren Bücher in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Aromatherapy-Boom in Großbritannien auslösten. Aber das ist eine andere Geschichte.


Wundervolle bewegte Bilder aus der frühen Jahren von Monsieur Gattefossé und der Aromatherapie kann man übrigens in diesem dreiteiligen Film auf Youtube anschauen. Das Ernten von Lavendel wurde 1907 schon gefilmt! Viele alte Fotos aus einem (seinen?) Fotoalbum sind zu sehen. Er ist viel gereist um gute ätherische Öle zu finden. Ein wirklich wertvolles Zeitdokument für alle, die sich mit der Entwicklung dieses duften Berufes beschäftigen möchten!

Eliane 7

Dieses 2500 qm große Feld mit Bio-Pfefferminze-Pflanzen ergibt 2500 Kilo geerntetes Kraut und ergibt, wenn alles gejätet, geerntet, destilliert und abgefüllt ist, 10 Kilo ätherisches Öl (12 Liter) und gerade mal 100 Euro! Die vielen Bio-Pflanzen müssen davor gekauft oder vermehrt werden und in das urbar gemacht Feld gepflanzt werden.

Und damit spanne ich den Bogen zur aktuellen Zeit. Es wird also neuerdings, wie eingangs erwähnt, behauptet, dass nur die französische „Schule der Aromatherapie“ wirklich wirksam sei. Leider behaupten das nicht ÄrztInnen und HeilpraktikerInnen, sondern fast ausschließlich Menschen, die in irgendwelchen Schnell-Lehrgängen oder gar nach Infoabenden à la Plastikschüssel, Aloe vera-Wundermittel, Küchenmaschine und Nahrungsergänzung „Aromatherapie“ glauben „erlernt“ zu haben. Sie blicken in den allermeisten Fällen nicht auf einen pflegerischen oder gar medizinischen Hintergrund, sondern gehen allerlei unterschiedlichen Berufen nach und möchten sich mit Hilfe der nun zu Nahrungsergänzungs- und Lifestylemitteln ‚modernisierten‘ ätherischen Öle Geld dazu verdienen.


Sie haben jedoch oft keinerlei Vorstellungen von physiologischen Vorgängen im menschlichen Körper. Sie können mit der Pharmakologie der ätherischen Öle nichts anfangen, verwechseln recht harmlose Monoterpenole mit den heftig wirksamen Phenolen. Stattdessen erfinden Sie immer neue kuriose Attribute zu den Ölen wie ‚Kamphoride‘ (sollen in Lemongrass, Myrte und Citronella enthalten sein). Sie haben auch wenig Vorstellung davon, wie viel Pflanzenmaterial sich in einem einzigen Tropfen ätherischen Öles befindet, denn Pflanzen hegen und pflegen, sie zu ernten und schließlich zu destillieren gehört in den wenigstens Fällen zu deren „Ausbildungen“. Sie sind stattdessen felsenfest davon überzeugt, „viel hilft viel“, „ist ja alles Natur“, „Natur schadet nicht“, „laut der französischen Schule wird es ja auch so gemacht“. Der Umsatz, der Gewinn und das Bilden von lukrativen „Schneeball-MitmacherInnen“ stehen im Vordergrund, ähnlich wie bei vielen modischen Nahrungsergänzungsmittel-Firmen.


Eine Kollegin musste beispielsweise mit ansehen, wie aus gut gemeinter Unkenntnis einer Brustkrebs-Patientin empfohlen wurde, mehrere Tropfen unverdünntes Pfefferminzeöl auf die bestrahlte Haut zu geben (es ergab sich eine schlimme Strahlendermatitis, der behandelnde Arzt schlug die Hände über dem Kopf zusammen). Eine naturheilkundlich interessierte Ärztin wandte sich an mich, weil ihr empfohlen wurde, bei Kopfschmerzen jeweils einen Tropfen Pfefferminze ins Auge zu geben, das Öl würde über den Sehnerv zum Kopfschmerz gelangen und diesen dann ausschalten (sie rief nicht etwa an, weil ihre Augen höllisch brannten, sondern weil ihr Kopfschmerz einfach nicht weg ging). Einem Elternteil wurde – durchaus sicher nett gemeint – empfohlen, dass das Kind mit Krupphusten mit einigen Tropfen Wintergrünöl inhalieren solle (wer findet die zwei Fehler??!!!), ein anderes Elternteil bekam den Tipp, bei den Wachstumsschmerzen des Kindes einfach einige Tröpfchen reines Zimtrindenöl auf die Schienbeine einzureiben. Auf fest sitzende Zecken solle reines Pfefferminzeöl gegeben werden. Das sind nur einige Beispiele, die an mich heran getragen wurden.


Arglose, vermeintlich in „französischer Aromatherapie“ „geschulte“ Personen geben solche Empfehlungen meistens wohlmeinend an Menschen mit Beschwerden ab, gerne auch mal mit Hinweisen auf die „böse Pharmaindustrie“, man könne viel besser mit ätherischen Ölen helfen (was bei nicht-akuten Beschwerden sicher auch häufig stimmt!). Noch arglosere Kunden fallen darauf rein und erleiden in nicht wenigen Fällen schwere Hautreizungen. Diese werden manchmal, gerne wieder mit Hinweis auf die „französische Aromatherapie“, vorausgesagt: Die betreffende Person solle sich dann freuen, Rötungen und Blasen seien willkommene Zeichen der Entgiftung. Zu diesem Thema hat sich eine Mitarbeiterin auf Robert Tisserands hervorragender Seite ausführlich geäußert (auf englisch).


Also, mein Fazit ist: JEDE der beiden Richtungen – hochprozentige Anwendung oder Verdünnung wie Kosmetika – haben jeweils ihre Berechtigung. Medizinisch gut geschulte, erfahrene und professionell versicherte Menschen wie ÄrztInnen und HeilpraktikerInnen können in vielen Fällen durch kurzzeitige und hoch dosierte Anwendungen bei akuten Beschwerden viel erreichen. Die hoch dosierte und regelmäßige innere Anwendung (beispielsweise in Kapseln) sollte auch diesem Berufsfeld vorbehalten werden. Oder zumindest unter Aufsicht und Verantwortung eines Mediziners.


Zur Begleitung bei chronischen Beschwerden oder von Begleitumständen von „schulmedizinisch“ notwendigen Maßnahmen und auch zur Krankenpflege, haben sich 0,5-3%ige Verdünnungen von ätherischen Ölen über die letzten 30-40 Jahre bestens bewährt. Werden Speisen und Getränke mit ätherischen Ölen zubereitet, sollte das nach den zwei bewährten Kochbüchern Duftküche und Aromaküche erfolgen und immer so verdünnt, wie es die Natur uns zeigt: Beispielsweise statt der abgeriebenen Schale einer Zitrone gibt man 2 Tropfen Zitronenöl in den Kuchenteig, statt mehrerer Stängel Basilikum gibt man 0,5%ig in Olivenöl verdünntes Basilikumöl an den Tomatensalat. Wenn also BefürworterInnen jeder Richtung entsprechend ihrer Ausbildung und ihrem beruflichen Umfeld ätherische Öle behutsam, verantwortungsvoll und nachhaltig einsetzen würden, gäbe es weniger Grabenkämpfe und Platzhirsch-Getue in unserer duften Branche, dazu vielleicht weniger Allergien bzw Sensibilisierungen und allen Beteiligten wäre (wirklich) geholfen. 🙂

 

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Hier wird in muskelzehrender Arbeit Bio-Melisse geerntet

 

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Und aus dem Inhalt dieses Sackes werden 5 ml Kamillenöl destilliert

 

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Ätherische Öle bei Pollenallergie

Seit einigen Wochen schon haben allergische Menschen mit den Pollen von Hasel und Birke zu kämpfen. Ich selbst bin eher später im Jahr betroffen, wenn die Gräßerpollen aktiv werden.
 Dies äußert sich in meinem Fall durch sehr häufiges und heftiges Niesen, tränende Augen, kribbeln im Mund- und Rachenraum bis hin zu Atembeschwerden und selten auch mal Atemnot.



 

Seit einigen Jahren rücke ich diesen klitzekleinen Plagegeistern jedoch mit verschiedenen ätherisch-Öl-Mischungen auf den Pelz und dies mit ziemlichem Erfolg!!!!



Allergien sind Überreaktionen unseres Immunsystems auf (potentielle) Allergene. Dafür gibt es viele Gründe die zum einen mit Nahrungsmitteln von minderer Qualität (z.B. Schadstoff belastet), übertriebener Hygiene uvm., zusammenhängen. Die  antiallergische Wirkung bestimmter ätherischer Öle erklärt sich durch deren stabilisierende Wirkung auf die Zellmembrane. Sesquiterpene besitzen diese Eigenschaften. Dadurch wird die Histaminausschüttung reduziert und Betroffene können oft eine große Erleichterung spüren. Monoterpene vor allem alpha-Pinene besitzen eine cortisonähnliche Wirkung und sind sogenannte Immunstimulanzien.



Zwei ätherische Öle sind hier besonders zu nennen:



Zeder (Cedrus atlantica)

Zypresse (Cupressus sempervirens)


Auch die seelische Wirkung beider Öle ist nicht zu unterschätzen, das Zypressenöl ist wie ein Stützpfeiler, richtet auf und stärkt. Das Zedernöl wirkt angstlösend und stimmungsaufhellend.



Folgende Mischung hat sich bei mir als besonders wirksam herausgestellt:


 

30 ml Melissenhydrolat

5 Tropfen Manuka (Leptospermum scoparium)

10 Tropfen Zeder (Cedrus atlantica)

20 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens)

5 Tropfen Melisse 10% ( Melissa officinalis)

5 Tropfen Zitrone (Citrus limonum)


alles zusammen in eine dunkle Sprühflasche füllen und vor jeder Anwendung gut schütteln.
Mehrmals täglich Dekolleté damit einsprühen und etwas davon einatmen. Selbstverständlich kann man sich diese Mischung auch als Körperöl in einem Pflanzenöl anmischen.



Manuka habe ich in diese Mischung noch mit dazu genommen, da er stressabbauend und schleimhautregenerierend wirkt, Melisse wirkt beruhigend, ausgleichend und leicht antiallergisch, Zitrone hauptsächlich wegen dem frischen Geschmack, ausserdem fördert sie den Entgiftungsprozess über Leber und Niere.
Wendet man diese Mischung schon Wochen vor dem allergischen Heuschnupfen an, kann man eine gute Prophylaxe erreichen. In vielen Fällen wird die Allergie nicht so heftig wie vorher ausfallen.



Eine Erleichterung in der Akutphase kann ein Riechstift oder ein Riechbalsam verschaffen:



 Heuschnupfen

bei geschwollener Nasenschleimhaut und heftigem Niesen auf die Nasenflügel und am Naseneingang verreiben



oder als Roll on


Roll-on

10 ml Alkohol

2 Tropfen Angelikawurzel (Angelica archangelika)

4 Tropfen Zeder (Cedrus atlantica)

2 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens)

1 Tropfen Pfefferminze (Mentha aquatica)


Bei Bedarf die Nasenflügel und den Naseneingang damit einreiben.



Bei juckenden und brennenden Augen kann ein Rosenhydrolat (ohne Alkohol) kühlend, juckreizstillend und entzündungshemmend wirken. Am besten man füllt sich davon etwas in kleinere Sprühflaschen ab, um es immer möglichst frisch griffbereit zu haben.

Rosenhydrolat

Ich habe in den letzten Jahren mit diesen Mischungen sehr gute Erfahrungen gemacht, meine Pollen-UNverträglichkeit ist wesentlich weniger heftig, Atemnot habe ich seit zwei Jahren nicht mehr erlebt und die Dauer der allergischen Reaktionen hat sich stark verkürzt.

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Jeden Monat das selbe Spiel - warum Muskatellersalbei mein Begleiter ist

In einer neueren Studie konnte die Wirksamkeit ätherischer Öle bei Schlaflosigkeit und der Verbesserung der Lebensqualität von berufstätigen Frauen bewiesen werden. Auch die Akupressur hat große Erfolge gezeigt.

So wurde die Schlafqualität bei der Anwendung einer Mischung aus Lavendel, Muskatellersalbei und Majoran bei 46,1% der Frauen verbessert, in der Placebo Gruppe bei 3% der Frauen. Auch die Akupressur (klick hier) verbesserte die Schlafqualität um 39,2%.

39,7% der Frauen gaben an, dass sich ihre Lebensqualität bei der Anwendung o.g. Mischung verbesserte, auch die Akupressur erzielte bei 23% der Frauen noch Erfolg.

Kopie von forschung massage

 

Schon wieder???? - es kommt immer irgendwie überraschend, obwohl man frau es ja eigentlich weiß. Ich habe das Gefühl, dass es mich sogar immer heftiger erwischt. Komme mir vor wie in der Pubertät! Es wirft mich aus der Bahn - und das schon Tage vorher - ich werde wach und was tue ich, anstatt mich über den Sonnenschein zu freuen, der durch meine Rollläden schlüpft - ICH WEINE!!! Oh mein Gott, ich weine und weiß nicht mal warum - das ist unangenehm, da mein Mann natürlich sofort wissen möchte was los ist - aber wie soll ich ihm erklären was los ist, wenn ich es mir nicht einmal selbst erklären kann! Ok, wird schon besser werden, denk ich mir - aber Pustekuchen, das geht den ganzen Tag so weiter - immer wieder erwischen mich aus dem Nichts diese tränenreichen Attacken.

Ich muss schon gestehen, heute haben es alle nicht leicht mit mir! Dazu kommt erschwerend, dass ich zu nichts zu motivieren bin - außer zum ESSEN! Hey was ist denn das jetzt, ich wollte doch eigentlich auf Süßes weitesgehend verzichten. Nichts zu machen - ich brauche heute Schokolade und anderes komisches Zeug. Mit jedem Bissen fühle ich mich nur noch schlechter!

Nun 5 Tage später ich wache auf - die Sonne scheint allerdings wieder - und habe unerträgliche Krämpfe. Sie kommen mir bekannt vor, so ähnlich fühlte es sich kurz vor den Presswehen an, nur dass ich mich nicht auf ein neugeborenes Baby freue, sondern auf ca. 6 Tage Unwohlsein einstellen muss. JA - ich fühle mich dann wirklich sehr schlecht - das war früher nicht so - irgendwas passiert da mit mir, in mir - wie auch immer! Ich finde es nicht sonderlich schön, eher befremdlich. Diese Veränderung in und mit mir macht mich unsicher, ja sogar ängstlich.....

Eine Frage stellt sich mir unaufhörlich: "Sind das die so sagenumwobenen WECHSELJAHRE?" Aber ich bin doch erst 44 und fühle mich noch wie 20! Hmmm, wenn ich darüber nachdenke - zum Bäume ausreisen, reichts die letzte Zeit nicht und wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch keine 20 mehr sein, war ja auch nicht immer leicht so jung zu sein.

Von den Wechseljahren habe ich schon viel gehört, doch leider meist nichts Gutes. Es hörte sich eher wie eine Drohung an: "Warte nur mal ab, bis du auch soweit bist!" IGITT.....MUSS DAS SEIN??? Ich fürchte JA und nehme mir jetzt vor, das Beste daraus zu machen und das Feld nicht kampflos zu räumen.

Eigentlich kann ich mich glücklich schätzen, denn ich habe die ätherischen Öle, die mir schon so oft im Leben eine Unterstützung waren und sind!

Erst einmal werde ich dem Kind einen neuen Namen geben (so sagt man bei uns). Wie wäre es mit „Indian Summer“ oder „Spätsommer“? In meinen Ohren klingt das viel schöner, aber alleine die neue Namensgebung ändert noch nichts. Ich möchte verstehen, was da gerade und in den nächsten Jahren mit mir passiert und mache mich auf die Suche nach Informationen.

Muskatellersalbei

Wechseljahre – Indian Summer – Spätsommer

-ein neuer Lebensabschnitt beginnt – das Leben tanzen, statt Trübsal blasen....

Rund um das 50. Lebensjahr lässt die Produktion der Geschlechtshormone nach – dies ist eine Zeit des Wechsels, der Veränderung und oft auch ein Neubeginn in viele Lebensrichtungen. Meist werden die Wechseljahre mit Unsicherheit, Angst und viel negativem Beigeschmack erwartet. Die Wechseljahre werden somit von vielen Frauen als „negative“ Entwicklung in ihrem Leben erwartet.

Klar ist, dass sich in dieser Zeit viel verändert, sowohl körperlich, als auch seelisch erleben Frauen diesen neuen Lebensabschnitt. Auch private Veränderungen wie z.B. das erwachsen werden der Kinder, aber auch das Altern der Eltern kommt hinzu.

In dieser Zeit empfinde ich es als besonders wichtig sich Zeit für eine Rück- und eine Vorschau zu nehmen. Sich einzulassen, in sich hinein zu horchen und vor allem „sich um sich selbst“ zu kümmern. Mit der richtigen Selbst- und Gesundheitspflege liegen viele spannende und wertvolle Jahre vor uns.

Die Bildung der Hormone Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken lässt in dieser Lebensphase nach. Die Blutungen werden daher unregelmäßig, länger oder kürzer, schwächer oder sogar stärker. Diese Lebensphase kann sich über zehn Jahre erstrecken, in dieser Zeit liegt dann auch die letzte Blutung, die sogenannte Menopause.

Bei der Auswahl ätherischer Öle entscheiden nicht nur deren Inhaltsstoffe, sondern auch die persönliche Duftvorliebe. Gerade die Anwendung ätherischer Öle kann das Gefühl für die eigene Weiblichkeit stärken, die Stimmung aufhellen und sogar erotisierend und aphrodisierend wirken.

Ca. 15% Prozent aller Frauen leiden in den Wechseljahren unter gravierenden Beschwerden, ca. 20% empfinden die typischen Symptome als „sehr unangenehm“ und würden gerne etwas dagegen unternehmen.

Also führt der erste Weg zum Gynäkologen mit der Hoffnung auf eine „Wunderwaffe“. Nach eingehender Untersuchung hat dieser meistens auch die scheinbar
allumfassende Lösung parat: HORMONE

 

Klimakterium1

 

In den 80er Jahren befanden sich Frauenärzte in einer Art Goldgräberstimmung, denn der Einsatz von Hormonen versprach so was wie ewige Jugend, Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen, Osteoperose, Darmkrebs und vielem mehr. Dieser „Hormonrausch“ wurde dann ab 2002 jäh unterbrochen. Zwei große Studien ergaben, dass Frauen durch die Einnahme von Östrogenen in den Wechseljahren nicht geschützt, sondern einem erhöhten Risiko an Brustkrebs, Thrombose, Schlaganfall und Lungeninfarkt zu erkranken ausgesetzt waren.

Danach wurden Ärzte etwas zurückhaltender. Derzeit werden andere Therapien bevorzugt, wie die sogenannte Sequenztherapie. Sie ist eine Mischung aus einer täglichen Östrogengabe und zusätzlich Gestagen bis zum zehnten Tag eines Kalendermonats. Der Trick dieser Therapie: Östrogen spielt uns ein Theaterstück vor und der Körper glaubt es! Ein Zyklus wird vorgetäuscht und verwirrt in uns Frauen so einiges. Zwar nehmen die Wechseljahresbeschwerden ab, aber die Gebärmutterschleimhaut wächst. Würde man dem Östrogen keinen Einhalt gebieten würde es unkontrolliert zu bösartigen Wucherungen kommen. Die Gestagengabe jedoch hält das Ganze in Schach.(Quelle: Sorry, das waren die Hormone, Ronny Tekal, klick hier)

Ich habe für mich entschieden – dieses „Theater“ nicht mit zumachen und mir und meinem Körper „Gutes zu Tun“. Sicherlich ist es eine ganz individuelle Entscheidung, die jede Frau für sich selbst treffen muss. Ich für meinen Teil finde es paradox schon seit über 20 Jahren ganz bewusst auf die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel zu verzichten und nun meinen Körper damit zu konfrontieren, obwohl er eine ganz „natürliche“, wenn auch nicht immer leicht zu ertragende, Entwicklung mitmacht.

Meine „Hormonersatztherapie“ sieht folgendermaßen aus:

PMS-Roll-on

10 ml Jojobaöl
4 Tropfen Muskatellersalbei Salvia sclarea, hormonell regulierend
4 Tropfen Bergamotte
2 Tropfen Petit Grain Mandarinier

auf Puls oder Solarplexus aufgetragen, hebt die Stimmung, auch bei jugendlichen Mädchen geeignet

Eau Fresh "Leichtigkeit"

50 ml Weizenkorn
10 Tr. Limette komplette Destillation
10 Tr. Mandarine rot
8 Tr. Grapefruit
8 Tr. Blutorange
6 Tr. Vanilleextrakt
1 Tr. Mairose Absolue
1 Tr. Iris 1 %

stimmungsaufhellendes, frisches und dennoch vom Duft ein warmes Erfrischungsparfum

Zudem sollte auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an ungesättigten Fettsäuren ist, geachtet werden. Gerade Omega-3 Fettsäuren tragen dazu bei, dass alle Schleimhäute im Körper gut "befeuchtet" bleiben, zudem unterstützen sie die Funktion der Merk- und Denkfähigkeit und halten Herz und Blutgefäße gesund.

Wir sollten also mehr Fisch (z.B. Lachs, Makrele, Thunfisch) essen, was mir nicht immer ganz leicht fällt, da es immer schwerer wird guten und ökologisch vertretbaren Fisch zu finden.

Ich mache gerade eine Kur mit einer Mischung aus Leinölkur mit einem tollen Öl der Firma Bio Planète (klick hier). Leinöl ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, diese sind wichtig für den Aufbau der Zellmembrane, um eine optimal Versorgung der feinen Blutgefäße in Haut und Schleimhäute zu gewährleisten.

Gelegentlich esse ich gerne eine handvoll Bio-Nüsse.

Menstruationsbeschwerden

Bei krampfartigen Menstruationsschmerzen ist meine erste Hilfe Maßnahme das Schüssler Salz Nr. 7 – davon gebe ich 10 Stück in ein Glas heißes Wasser und rühre es mit einem Plastik- oder Holzlöffel um, bis sich alles aufgelöst hat. Diese Mischung wird schluckweise getrunken. Sie entkrampft und entspannt die Muskulatur der Gebärmutter. Auch bei meinen hormonell bedingten Migräneattacken hilft sie mir enorm.

Zusätzlich eine Baucheinreibung:

1 Esslöffel Johanniskrautöl
3 Tropfen Majoran
3 Tropfen Muskatellersalbei

Studie

24 Frauen mit sorgfältig überprüften Menstruationskrämpfen/Schmerzen erhielten 3% ätherische Öle in einer duftneutralen Cremegrundlage (2:1:1): Lavendelöl (Lavandula angustifolia), Muskatellersalbeiöl (Salvia sclarea) und Majoranöl (Origanum majorana). 24 Frauen mit der gleichen Art Schmerz erhielten eine synthetisch beduftete Rezeptur. Die Teilnehmerinnen beider Gruppen mussten sich täglich den Unterbauch einreiben: vom Ende der vorherigen Menstruationsblutung bis zum Beginn der neuen Blutung, also einen ganzen Zyklus lang.

In der Ätherisch-Öl-Gruppe war die Schmerzdauer von 2,4 Tagen auf 1,8 Tage statistisch signifikant reduziert. Ob die Schmerzintensität auch nachließ, wurde leider in der mir vorliegenden Zusammenfassung (Abstract) nicht notiert. Der positive Effekt wird auf die vier Inhaltsstoffe Linalylacetat, Linalool, Eucalyptol und β-Caryophyllen zurück geführt. [Ou MC, Hsu TF, Lai AC, Lin YT, Lin CC. Pain relief assessment by aromatic essential oil massage on outpatients with primary dysmenorrhea: a randomized, double-blind clinical trial. J Obstet Gynaecol Res. 2012 May;38(5):817-22]

(Quelle: Eliane Zimmermann)

Meine Heißhungeranfälle versuche ich mit einer Mischung aus Tonka, Vanille und Grapefruit zu befriedigen. Ich gebe von den Ölen jeweils 2 Tropfen in 1 Esslöffel Mandelöl und reibe mich nach dem Duschen damit ein. Tagsüber habe ich mir ein kleines Duftfläschchen mit diesen Ölen im Mischverhältnis 1:1:1 hergestellt und schnuppere immer wieder daran – süße Wonnen schnuppern, statt naschen

Auffällig oft schwellen meine Füße in letzer Zeit an. Dies liegt sicherlich auch daran, dass ich zu wenig trinke. Unterstützend mache ich ein entstauendes Fußbad oder reibe meine Beine ein.

Fußbad

1 Esslöffel Meersalz
2 Tropfen Wacholderbeere
2 Tropfen Cistrose
1 Tropfen Pfefferminze

Fuß- und Beinbalsam

25 g Sheabutter (im Wasserbad bei max 37°C schmelzen)
25 ml Aloe Vera Mazerat
3 Tropfen Wacholderbeere
2 Tropfen Pfefferminze
4 Tropfen Grapefruit
2 Tropfen Rosengeranie
3 Tropfen Zypresse

Hormonell bedingte Schmerzen in der Brust (Mastodynie)

Ursache ist eine Hormonschwankung während des weiblichen Zyklus. Dabei scheint ein Mangel bestimmter weiblicher Geschlechtshormone, der Gelbkörperhormone , eine wichtige Rolle zu spielen. Aber auch  Östrogen bedingte Wassereinlagerung im Brustgewebe können zu einem Spannungs- und Schweregefühl in den Brüsten führen.


Folgende Mischung habe ich erfolgreich eingesetzt:

50 ml Nachtkerzenöl
8 Tropfen Zypresse (wirkt entstauend, adstringierend, hormonmodulierend)
8 Tropfen Muskatellersalbei (östrogenartige Wirkung, entspannend, entkrampfend)
4 Tropfen Neroli (angstlösend, entspannend)
4 Tropfen Bergamotte (entkrampfend, angstlösend, stimmungsaufhellend)
4 Tropfen Grapefruit (lymphflussanregend, leicht aquaretisch, durchblutungsfördernd)

2 x tägl. anwenden

nach nur einem Tag Anwendung konnte ich eine deutliche Besserung der Schmerzen feststellen.

Trockene Vaginalschleimhaut

Die Scheidentrockenheit ist folge des zunehmenden Hormonmangels, wodurch die Scheidenschleimhaut dünner wird. Dies wird als unangenehm empfunden, da es zum einen auch häufig verbunden ist mit einem brennenden oder sogar juckendem Gefühl und nicht zuletzt die Lust auf Sexualität erheblich beeinträchtigen kann.

Seit längerem stelle ich mir Zäpfchen her und nehme eine Schüttelemulsion zur Schleimhautpflege:

Schüttelemulsion

25 ml Rosenhydrolat
25 ml Mandelöl
2 Tropfen Rosengeranie

 

Rosengeranie

Auch Kokosöl kann pur für die Schleimhautpflege verwendet werden, sollte die Haut kleine Risse aufweisen können ein paar Tropfen Sanddornfruchtfleischöl zur schnellen Linderung und Heilung beitragen.

Aroma Zapfchen

Sollten nun tatsächlich auch noch die sagenumwogenen Hitzewallungen kommen, so bin ich auch dafür gut gewappnet:

Wenn es mal „heiß“ her geht
25 ml Pfefferminzhydrolat
25 ml Nerolihydrolat
3 Tropfen Muskatellersalbei
3 Tropfen Pfefferminze
4 Tropfen Blutorange

Vor ein paar Monaten ist mir dann ein Buch in die Hände geraten. Der Titel klang viel verspechend: „Ich hatte mich jünger in Erinnerung: Lesebotox für die Frau ab 40“. (klick hier) Ich musste es haben – hört sich doch toll an – Botox zum Lesen, denn vor Spritzen habe ich ehrlich gesagt auch total Angst! Dieses Buch könnte von mir geschrieben sein und es war durchaus interessant die Dinge die mich gerade umtreiben schwarz auf weiß zu lesen.
Ich scheine nicht alleine zu sein – in dieser neuen komischen Welt!


In der Zusammenfassung des Buches ist zu lesen: Morgens im Bad schaut uns aus dem Spiegel eine Frau an, die wir irgendwie jünger in Erinnerung hatten – Knitterlook, nennt man das wohl. Und Abends im Biergarten ist plötzlich alles anders: Für die jüngeren Männer scheinen wir unsichtbar geworden zu sein.

Apropos Knitterlook –mein Gesichtsöl mache ich mir seit Jahren selbst und ich bin bis jetzt recht „faltenfrei“ geblieben und hoffe, dass dies so bleibt.

Gesichtsöl für die Frau ab 30
30 ml Hagebuttenkernöl
5 ml Granatapfelsamenöl
5 ml Jojobaöl
10 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
5 Tropfen ätherische Öle nach Wahl

1234 Kopie

Und dann gibt es ja da noch diese Studie zur Grapefruit:
Frauen, die nach dem Duft aus der Schale der pinken Grapefruit duften, werden von Männern durchschnittlich um 6 Jahre jünger eingeschätzt als nicht danach duftende Frauen bzw. nach Brokkoli, Banane, Spearmint oder Lavendel duftend.

Nun was liegt näher, Hilfe ist in Sicht, mein neues Parfum wird ganz viel Grapefruitöl enthalten.

Forever young
25ml Nerolihydrolat
25ml Wodka
15 Tropfen Grapefruit
5 Tropfen Blutorange
2 Tropfen Neroli
4 Tropfen Vanille
½ Tropfen Vetiver

Die Blutorange in dieser Mischung entstresst, falls zuviele Komplimente kommen – Neroli ist für den Schock, falls ich doch um Jahre älter geschätzt werde, Vanille gibt mir den mütterlichen Schutz, wenn mir nun zum heulen zumute ist und Vetiver fängt mich auf und erdet mich – um dann doch zu meinem tatsächlichen Alter zu stehen ;-)

Achja – und nun zum Muskatellersalbei, dazu habe ich eine ganz persönliche Geschichte.

 

Der Muskatellersalbei – ein Duft der „verboten“ (gut) riecht

Ein Muskatellersalbei Feld im Hochsommer in Südfrankreich ist eine besondere duftende Erinnerung in meinem Leben. Der Duft schwer, süß, animalisch, männlich vielleicht – ich kann und konnte es nicht beschreiben – es roch „verboten“ aber anziehend – fast so als müsste ich mich schämen diesen Duft gut zu finden.

Auch heute noch ist es so, dass der Muskatellersalbei in meinem Garten mich unsagbar anzieht – ich schaue mich verstohlen um, bevor ich mit meiner Hand nach den Blüten greife und darüber streife....nehme die Hand an die Nase, atme tief ein, werde fast ein wenig rot dabei. Der Geruch zieht mich an und stößt mich ab zugleich – aber ich kann nicht davon lassen, immer wieder muss ich daran riechen.

Es ist fast wie ein kleines Geheimnis diesen Duft der frischen Muskatellersalbeiblüten zu riechen – und ihn gut zu finden. Es ist so, dass man sich fast nicht traut zu diesem so anziehenden und auch abstoßenden Geruch zu stehen – er hat was ......na schaut und riecht mal selber hin!

linie

Eliane Zimmermann und ich haben sinnlich schöne und informative Poster gestaltet. Die Poster Rose, Lavendel und Zitrus sehen nicht nur toll aus, sondern sind gespickt mit allerlei wertvollen Informationen zu den Pflanzen und den ätherischen Ölen

Diese können über die Homepage bestellt werden.

Poster bestellen Grafikklick hier

 

Quellennachweis und Literaturempfehlung

Die neue Pflanzenheilkunde für Frauen

Prof. Dr. Ingrid Gerhard/Natascha von Ganski, Zabert Sandmann Verlag

Aromatherapie für Sie

Eliane Zimmermann, Trias Verlag

Aromatherapie Grundlagen-Wirkprinzipien-Praxis

Wabner/Beier, Elsevier Verlag

Praxis Aromatherapie

Monika Werner/ Ruth von Braunschweig, Haug Verlag

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Dufte Fastenzeit - wie ätherische Öle das Fasten unterstützen können

Dufte Fastenzeit mit atherischen Olen

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" (Hermann Hesse)

Am Aschermittwoch hat für viele Menschen die Fastenzeit begonnen (das Wort kommt vom althochdt. fastēn, das ursprünglich bedeutet „(an den Geboten der Enthaltsamkeit) festhalten“, vgl. auch gotisch fastan „(fest)halten, beobachten, bewachen“ siehe Wikipedia)

Nach den Wintermonaten, werden nun die Tage wieder länger und ich freue mich über die ersten richtig warmen Sonnenstrahlen und das erste wundervolle helle Grün in der Natur.

Die ersten Gänseblümchen strecken ihre Blüten in Richtung Sonne und erfreuen mein Gemüt. Meine Ur-Oma die fast 100 Jahre alt wurde, hat jeden Tag ein Gänseblümchen gegessen!

Viele Frühlingskräuter können die Fastenzeit durch ihre entschlackende und blutreinigende Wirkung unterstützen. Ein Tee aus Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen und Pfefferminze wirkt entschlackend, erfrischend und blutreinigend. Ein frischer Wiesensalat aus Löwenzahnblättern mit gekochtem Ei und Gänseblümchen verziehrt ist ein wahrer Gaumenschmaus.

Auch unser Körper erlebt nun den "Frühling" die Haut und der Stoffwechsel stellen sich um. Die Lebensgeister werden wieder neu geweckt. Obwohl wir vor Tatendrang, Ideen und Glücksgefühlen fast überlaufen, quält fast jeden zweiten Menschen die "Frühjahrsmüdigkeit". Wir bemerken eine große Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Schlappheit und ständiges Gähnen.

Diese Abgeschlagenheit kommt daher, dass wir den größten Teil des Winters in geschlossenen Räumen verbringen, unser Körper leidet unter Sauerstoffmangel und ausreichender Bewegung. Für die Umstellung des Tag-/Nachtrhythmusses braucht es ein wenig Zeit.

Rosmarin Rosmarinus officinalis

Die beiden Botenstoffe Serotonin und Melatonin sind an diesem Vorgang maßgeblich beteiligt.

Jetzt ist es wichtig unserem Körper viel Bewegung an der frischen Luft zu geben, durch den frischen Sauerstoff bringen wir Bewegung in jede einzelne Körperzelle.
Außerdem sollten wir unsere Haut pflegen, denn unsere Haut ist wie bereits Alfred Vogel in seinem Buch «Die Nahrung als Heilfaktor» schrieb:


  • ein Regulator für thermische Reize
  • ein Ausscheidungsorgan, welches Giftstoffe aus unserem Körper abtransportiert
  • ein Verdauungsorgan, denn sie kann z.B. ätherische Öle aufnehmen und sie unserem Körper auf diese Art "zuführen"
  • ein Schutzmantel, denn sie kann durch ihren Säureschutzmantel z.B. Bakterien abwehren

Viele Menschen starten mit Entschlackungs- und/oder Fastenkuren in den Frühling, diese können wir aromatherapeutisch unterstützen, in dem wir z.B. unsere Haut mit Körperölen pflegen die den Stoffwechsel und die Entschlackung anregen:

Körperöl "Frühlingsfit"
50 ml Sesamöl
5 Tropfen Wachholderbeere => entschlackend, lymphanregend, hautregenerierend
6 Tropfen Grapefruit => regt den Hautstoffwechsel an, durchblutungsfördernd, belebend
3 Tropfen Zypresse => adstringierend (zusammenziehend), entstauend
4 Tropfen Zeder => regulierend auf die Fettzellen, lymphotonisch

Entschlackungsbad
500 g grobes Meersalz
10 Tropfen Wachholderbeere
5 Tropfen Grapefruit
5 Tropfen Zitrone
8 Tropfen Zeder
4 Tropfen Rosmarin cineol
6 Tropfen Zypresse
von dieser Mischung ca. 5 Eßl pro Vollbad nehmen


Aromatisches Mineralwasser
1 Flasche Mineralwasser (mit Kohlensäure)
1 Tropfen Zitrone, Grapefruit oder Limette

schmeckt erfrischend und fördert die Ausscheidung über Niere und Leber....
Lebensmittelöle gibt es bei Ingeborg Wäschenbach

Menschen die  Fasten ohne feste Nahrung  oder auf Zucker und Süßes verzichten, werden in den ersten Tagen von einem unerklärlichen Heißhunger gequält; auch hier hat die Aromatherapie uns tolle Öle zu bieten: 
Vanilleextrakt, Tonkaextrakt, Kakaoextrakt kombiniert z.B. mit Grapefruit und Orange.

Riechfläschlein "Süße Wonnen"
1 ml Tonkaextrakt
1 ml Vanilleextrakt
0,5 ml Kakaoextrakt
1 ml Grapefruit
1 ml Blutorange


schnuppern Sie einfach bei Bedarf, sprich Lust auf Süßes an dem Fläschlein, oder kleben sich einen Filzaufkleber (z.B. die für unter die Stühle) auf die Kleidung.

 


Duftspray (auch als Bodysplash)
50 ml Wodtka
15 Tropfen der Mischung "Süße Wonnen"


Durch die Anwendung dieser "süßen" Düfte werden z.B. Serotonin und auch Endorphine ausgeschüttet, diese erzeugen ein Glücksgefühl und heben unsere Stimmung.
Gerade der Serotoninspiegel fällt um die Mittagszeit extrem ab, was zum sogenannten "Elf-Uhr-Loch" Gefühl führt, ausserdem steigt der Hunger auf Süßes, weil hierdurch unser Blutzuckerspiegel erhöht wird und wir wieder mehr Energie haben. Leider hält gerade die Zufuhr von Zucker in Süßigkeiten, süßen Getränken usw. den Blutzuckerspiegel nicht lange oben und wir bekommen wieder Hunger.


Also einfach mal "süße Wonnen" schnuppern!

Sollte die Versuchung aber dennoch einmal groß werden können uns auch ätherische Öle wie z.B. Zeder (Cedrus atlantica) oder Zypresse (Cupressus sempervirens) unterstützende Begleiter sein.
Die Zeder wirkt zusätzlich psychisch stabilisierend und die Zypresse lässt uns auf das Wesentliche konzentrieren.

Auch sollte man während der Fastenzeit auf gute Pflanzenöle zurückgreifen, diese können auch in Smoothies, Müslis uvm. Verwendung finden.

Besonders gerne benutze ich derzeit das Kokosfett - es ist leicht verdaulich (gut auch bei Fettverwertungsstörungen, da für seine Verdauung keine fettspaltenden Enzyme und Gallenflüssigkeit benötigt werden), bekömmlich, hoch erhitzbar, riecht und schmeckt einfach köstlich, kurbelt den Stoffwechsel an.

An dieser Stelle möchte ich auch  nochmal auf das Buch von Dr. Mary Newport, deren Mann Steve mit 59 Jahren an Alzheimer erkrankte hinweisen. Sein Krankheitsverlauf verlief sehr schwer und schnell, innerhalb kürzester Zeit konnte er sich nicht mehr daran erinnern welche Jahreszeit, welcher Monat oder welches Jahr wir hatten.
Selbst der häufig bei Alzheimer Patienten angewandte "Uhrentest", bei dem die Patienten aufgefordert werden eine Uhr zu zeichnen, zeigte sehr deutlich, dass die Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten war.

Zitat: "Er zeichnete nur Kreise und einige Zahlen in einem sehr zufälligen Muster, was nicht im geringsten wie eine Uhr aussah." erklärt seine Frau und Ärztin, Dr. Mary Newport, in einem Interview.

Sie selbst wollte diese Erkrankung und die Schwere des Verlaufs so nicht hinnehmen und begab sich auf die  Suche nach Medikamenten und Therapien. Dabei stieß sie schon fast zufällig auf Dr. Veech und seine Forschungen, dass bestimmte Ketone sich positiv bei Alzheimer- und Parkinsonpatienten auswirken können.
Diese Ketone können jedoch auch direkt aus bestimmten Fetten aus der Nahrung produziert werden - den so genannten mittelkettigen Triglyceriden (MCTs). Diese  kommen in der Natur vor allem in nicht gehärtetem, nativem Kokosöl vor.
Nun begann eine interessante "Reise" für Steve und Mary Newport.

Dr. Newport hat all diese Erfahrungen und Erkenntnisse in einem Buch niedergeschrieben, welches seit April 2012 auch in einer deutschen Fassung zu kaufen gibt. (klick hier)


Hier eine einfache Frucht-Smoothie Rezeptur

1 Handvoll tiefgeforener Beeren
200 ml Reis-Kokosmilch
1 Teelöffel Sanddornfruschtfleischöl (alternativ 1 TL. Leinöl oder Kokosöl)
2 Tropfen Vanilleextrakt
1 Tropfen Zedrat-Zitronenöl

Duftlampenmischungen bei Müdigkeit und Konzentrationsschwäche:
Aktiv
2 Tropfen Rosmarin cineol
6 Tropfen Ur-Zitrone (Zedrat)
1 Tropfen Zypresse


Konzentration
2 Tropfen Lemongrass
1 Tropfen Spearmint
2 Tropfen Lavandin
3 Tropfen Grapefruit


Körperöl für einen erholsamen Schlaf
50 ml Johanniskrautöl
3 Tropfen Hopfen CO2
4 Tropfen Mandarine rot
3 Tropfen Lavendel fein
1 Tropfen Narde


Das Frühjahr hat noch eine besonders schöne "Nebenwirkung" auf uns Menschen und auch viele andere Lebewesen, nämlich die "Frühlingsgefühle".......plötzlich hat man Schmetterlinge im Bauch, man ist euphorisch und voller neuer Lebensgeister....


Massageöl "Schmetterlinge"
50 ml Mandelöl
3 Tropfen Ylang-Ylang komplett
4 Tropfen Mandarine rot
1 Tropfen Jasmin
1 Tropfen Muskatellersalbei


Liebesbad
1/2 Becher Sahne
3 Tr. Ylang-Ylang
6 Tr. Vanille
2 Tr. Fenchel


Nun wünsche ich Euch einen guten Start in den Frühling!!!

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Aromapflege als komplementäres Pflegeangebot bei onkologischen und palliativen Patienten

Von unseren fünf Sinnen ist der Geruchssinn sicher derjenige, der den besten Eindruck der Unsterblichkeit vermittelt. (Salvatore Dali)

Gerade wenn aus medizinischer Sicht „nichts oder nur noch wenig getan“ werden kann, gibt es für Pflegende im Hospiz und auf Palliativ Stationen noch viel zu tun!

Hier kann mit Aromapflege ein wertvoller Beitrag für Patienten geleistet werden.

Unter dem Begriff „Aromapflege“ versteht man den fachkundigen Einsatz ätherischer Öle, naturbelassener Pflanzenöle, Hydrolate und deren Produkte in der Gesundheits- und Krankenpflege. Sie dient in der Palliativpflege dem Wohlbefinden, sowie der Linderung von pflegerelevanten Beschwerden. Der Begriff Aromapflege entwickelte sich aus dem Begriff Aromatherapie und wird im Pflegeberuf benutzt. Hierbei handelt sich um eine komplementäre Pflegemethode als Teil der Pflanzenheilkunde.

Die individuellen Pflegeprobleme werden genau beobachtet und im Sinne des Bewohners im Pflegeprozess sowie in der Pflegediagnose umgesetzt. Bei der Aromapflege erfolgt die Anwendung der ätherischen Öle über den Geruchssinn und die intakte Haut. Die Aromapflege umfasst pflegerische und prophylaktische Maßnahmen. Diese Maßnahmen werden im Rahmen des Pflegeprozesses regelmäßig evaluiert und auf ihren Erfolg hin überprüft. Der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen steht dabei immer im Mittelpunkt der Überlegungen!

Was wir im Hospiz und auf Palliativ-Stationen erreichen möchten hat die Gründerin der modernen Hospizbewegung Cicely Saunders etwa so formuliert:

„Sie (die Sterbenden) sind wichtig, weil sie eben sind, Sie sind bis zu ihrem letzten Augenblick ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können.“                      

Im Hospiz und auf Palliativ-Stationen finden wir eine ganzheitliche und sehr individuelle Pflege vor, welche sich besonders nach den Bedürfnissen der Sterbenden richtet. Die Aromapflege kann nicht nur in den Pflegealltag von professionell Pflegenden integriert werden, auch Angehörige werden angeleitet z.B. kleine Einreibungen zu machen, oder die Mundpflege durchzuführen. So fühlen sie sich weniger hilflos und haben das Gefühl „etwas tun zu können“. Dies wird meist sehr dankbar angenommen.

Die Aromapflege im Hospiz und auf Palliativ-Stationen kann in vielen Bereichen eingesetzt werden:

• Hautpflege
• Waschungen und Bäder
• prophylaktische Hautpflege
• Mundpflege
• bei Unruhe und Angstzuständen
• begleitend zur Schmerztherapie
• zur psychischen Begleitung
• zur Bekämpfung von unangenehmen Gerüchen
• bei Abgeschlagenheit und Schwächegefühl
• geschwollene Extremitäten
• und vielem mehr

Im persönlichen Gespräch mit den Patienten oder Angehörigen können Duftvorlieben und Duftabneigungen besprochen werden. Die Wünsche des Patienten werden so in der Auswahl der ätherischen Öle für Körperpflegemischungen berücksichtigt.
Auch im Flurbereich auf Palliativstationen oder im Hospiz kann eine besondere Atmosphäre durch einen angenehmen Raumduft geschaffen werden. Am besten eignen sich hier frische Düfte wie z.B. Orange, Bergamotte oder Nadelbaumdüfte.

In dieser sensiblen Lebensphase ist eine gute Hautpflege unerlässlich. Hierfür werden in der Aromapflege kaltgepresste Pflanzenöle als Basis für Aromapflegemischungen bevorzugt. Sie pflegen die Haut nachhaltig, ohne sie auszutrocknen und die Poren zu verschließen. Eine große Auswahl an Pflanzenölen und ätherischen Ölen steht uns hier zu Verfügung.

Haut-Im-Takt-Öl
50 ml Mandelöl oder Johanniskrautöl
15 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia/vera)

Diese Mischung ist vielseitig einsetzbar und wird von den meisten Menschen als sehr angenehm empfunden. Sie pflegt die Haut, beugt Irritationen vor und wirkt zudem ausgleichend und entspannend.

Eines der wichtigsten Themen ist die Mundpflege. Sie zählt in der palliativen Pflege zu den wichtigsten pflegerischen Handlungen, wenn Patienten nicht mehr genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, meist durch den Mund atmen und keine Nahrung mehr zu sich nehmen. Oft bilden sich dann Beläge und Borken und Mundgeruch oder es entwickeln sich Infektionen als Folge von Chemo- oder Radiotherapie und der Patient leidet unter starken Schmerzen. Als eines der wirkungsvollsten komplementären Aromapflegeangebote gilt hier das Sanddornfruchtfleischöl, gerade bei der sogenannten Mukositis (Entzündung der Mundschleimhaut) wird dieses Pflanzenöl mit gutem Erfolg angewendet.
Um hartnäckige Borken und Beläge zu lösen kann ein Rosenhonig angewendet werden. Dieser wird auf der Mundschleimhaut aufgetragen und sollte kurze Zeit einwirken. Danach lassen sich die Borken meist recht unproblematisch lösen. Diese Mischung kann entzündungshemmend, schleimhautregenerierend, antibakteriell und antimykotisch wirken.

Rosenhonig
50g Honig (nicht zu fest)
1 Eßl. Rosenhydrolat (z.B. WADI)


Gerade bei der Mundpflege sollte unbedingt der persönliche Geschmack der Patienten berücksichtigt werden, da es sonst zu Abwehrreaktionen oder gar Verweigerung der Mundpflege kommen kann. Die Mundpflege ist die sensibelste Pflege überhaupt, welche von persönlichen Geschmackserlebnissen, Vorlieben und Abneigungen besonders abhängig ist. Eine große Auswahl an Pflanzenölen wie z.B. Oliven-, Sesam- oder Sonnenblumenöl, sowie Kokosfett oder auf Wunsch auch Butter und Honig stehen uns hier zu Verfügung. Diese können mit oder auch ohne ätherische Öle verwendet werden.

Zu einer der häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie zählt die Übelkeit, oft ist diese Verbunden mit Geruchsempfindlichkeit, einer Veränderung des Geschmacks und Appetitlosigkeit. Ätherische Öle können hier direkt auf den Gastrointestinaltrakt und auf das zentrale Nervensystem Einfluss nehmen.
So konnte in mehreren Studien gezeigt werden, dass ätherisches Pfefferminzöl gleichwertig antiemetische Wirkung besitzt wie Metoclopramid oder Ondansetron (lt. Leicester, Hunt, 1982, McKenzie, Gellacher, 1989, Franchomme,1980, Figuenick, 1998, Tate 1997).

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Eine wirklich einfache Anwendung ist das Riechsalz.
Einfaches Kochsalz in ein Döschen geben (z.B. Medi-Becher mit Deckel), jeweils 1 Tropfen folgender ätherischer Öle:
Pfefferminze (Mentha piperita),
Zitrone (Citrus limon) und
Limette (Citrus aurantifolia) auf das Salz tropfen und mit geschlossenem Deckel gut verschütteln.

Der Patient kann nun bei Bedarf daran riechen. Bei dementen Patienten empfehle ich statt Salz auf Zucker im Riechdöschen zu verwenden.

Ein weiteres großes Thema ist der Schmerz. Hier bietet die Aromapflege eine wertvolle Unterstützung als komplementäre Möglichkeit begleitend zur Schulmedizin. Dadurch können z.B. Analgetika schneller wirken und evtl. geringer dosiert werden. Zudem hat man bei der Auswahl der ätherischen Öle die Möglichkeit die psychische Befindlichkeit des Patienten mit zu berücksichtigen, da sich Schmerzen auch auf den Gemütszustand der Patienten auswirken können.

Relax-Öl
50ml Johanniskrautmazerat (Hypericum perforatum)
8 Tropfen Tonka (Dipteryx odorata)
4 Tropfen Cajeput (Melaleuca cajeputi L.)
4 Tropfen Orange (Citrus sinensis)
2 Tropfen Zeder (Cedrus atlantica) 2 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia/vera)

Viele palliative Patienten leiden unter Ängsten. Der Begriff Angst ist verwandt mit lateinischen angustus bzw. angustia, was soviel wie „Enge, Beengung, Bedrängnis“ bedeutet. Ätherische Öle haben einen direkten Zugang zum limbischen System welches auch als „Duftgedächtnis“ bezeichnet werden kann. Dort werden bestimmte Botenstoffe wie z.B. Seretonin, Endorphine oder Adrenalin ausgeschüttet, welche direkten Einfluss auf unsere Emotionen haben. Bei Ängste kann der Einsatz ätherischer Öle in der Duftlampe, im Bad, im Massageöl oder als Ölkompresse sehr hilfreich sein:
• Mandarine rot (Citrus reticulata) – beruhigend, angstlösend
• Melisse (Melissa officinalis) - beruhigend, angstlösend
• Neroli (Citrus aurantium) - auch als Notfallöl (aromatische Rescue Tropfen) bekannt
• Benzoe (Styrax tonkinensis) - einhüllend, vermittelt Geborgenheit
• Tonka (Dipteryx odorata) - s.Benzoe
• Vanille (Vanilla fragrans L.) - s. Benzoe
• Lavendel (Lavandula angustifolia/vera) - beruhigend, schlaffördernd
• Kamille römisch (Chamaemelum nobile) - beruhigend
• Zeder (Cedrus atlantica) - stärkend, mutmachend
• Weihrauch (Boswellia sacra) – beruhigend

Ölkompresse bei Ängsten
1 Eßl. Pflanzenöl z.B. Olivenöl
2 Tropfen ätherisches Öl nach Wahl (siehe oben)

Die Ölkompresse kann zwischen zwei Wärmflaschen auch angewärmt werden und wird auf dem Solarplexus aufgelegt.
Die Auswahl der ätherischen Öle sollte der Patient treffen.

 Folie1

Dieser Artikel gibt Ihnen einen kleinen Einblick der aromapflegerischen Möglichkeiten in der palliativen Pflege. Ätherische Öle können sowohl körperliche Beschwerden lindern, haben aber auch Einfluss auf unser psychisches Wohlbefinden. Wichtig bei der Auswahl der ätherischen Öle, der Pflanzenöle und Hydrolate ist die Qualität der Produkte. Hier sollten Sie sich genau informieren und bei namenhaften Firmen einkaufen.
Außerdem sollten eigene Mischungen nur mit Sachkenntnis oder mit Hilfe von Fachliteratur hergestellt werden, denn bei der Dosierung ätherischer Öle gilt: „Weniger ist mehr!“

Anwendungsarten wie z.B. Wundbehandlung obliegen der Anordnung des Arztes und gehört in den Bereich Aromatherapie!!! 

Blog artikel

Diese Artikel ersetzt keinen Arztbesuch! Es wird Ihnen lediglich ein Überblick über die Anwendung der Aromapflege gegeben, es soll aber keine Behandlungsanleitung sein. Die Verfasserin lehnt deshalb jede Haftung für etwaige Folgen von Behandlungsversuchen ab.

Seminarhinweis:

Aromapflege im Hospiz und in der Palliativpflege (klick hier)

Workshop "praktische palliative Aromapflege" (klick hier)

 

Seminarhinweis

Literatur und Quellennachweis:

 

Aromatherapie von Dietrich Wabner/Christiane Beier, Elsevier Verlag
Praxis Aromatherapie von Monika Werner/Ruth von Braunschweig, Haug Verlag
Aromatherapie für Pflege und Heilberufe von Eliane Zimmermann, Sonntag Verlag
Seminarunterlagen ViVere Schule für Aromatherapie und Aromapflege, Sabrina Herber

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