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Über die Anwendung und den sicheren Umgang mit ätherischen Ölen

Der "Nimm-Mich-Duft"

Zwei Tage Basisseminar sind eben zu Ende gegangen. 14 Teilnehmerinnen haben mir zwei Tage sehr aufmerksam zugehört und konnten selbst erleben, wie ätherische Öle auf sie selbst, wie auch auf andere wirken. So gab es bei der "Blindverkostung der Öle" wie eine Seminarteilnehmerin unsere Riechübung nannte, erstaunte Blicke bei den jeweiligen Beschreibungen des gerochenen Duftes. Wurde der Duft von der Melisse von einigen Teilnehmerinnen als zitronig, frisch, hell und klar bezeichnet, so äußerte sich eine andere mit den Worten "Das riecht nach Klostein" oder "der Duft erdrückt mich, ist dunkel und bedrohlich".

Am Ende dieser Übung waren sich alle einig, es braucht einen sehr sensiblen Umgang in der Auswahl der Düfte, insbesondere wenn es sich um z.T. schwerkranke Menschen handelt. Einfach einen Duft auszuwählen den "ICH" als passend erachte, kann dem Patienten vielleicht gar nicht gefallen, geschweige ihm dann "gut" tun.

Bei einer Teilnehmerin ist mir aufgefallen, dass Sie Düfte, die nach der Duftkreismethode im zweiten Qadranten stehen, so gar nicht mochte, sie reagierte fast grimmig und war sehr unruhig.

Heute bot ich ihr, nachdem sie mich fragte, was bei seelischem Herzschmerz passen würde, dann ganz spontan den Rosmarin cineol an - was dann geschah hätte ich filmen müssen, selbst die anderen Teilnehmerinnen konnten es kaum glauben. Sie richtete sich im Stuhl auf, fing an über beide Backen zu grinsen, was anschließend in einem lauten Lachen endete. Sie konnte den Duftstreifen gar nicht mehr von ihrer Nase nehmen und sagte mir: "Das ist er - mein "Nimm-mich-Duft"

Ich selbst war wieder einmal so sehr beeindruckt, wie Düfte uns aufrichten und uns hilfreich stützen können.

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Zu diesem Thema hatte ich vor einiger Zeit schon einmal einen Artikel geschrieben:

Ätherische Öle sind in erster Linie einmal sogenannte Riechstoffe. Sie als Duftstoffe zu bezeichnen wäre schon vermessen, da auch ihr Duft eine individuelle Wahrnehmung ist. So riecht zum Beispiel Frau Müller Rosengeranie gerne und Frau Meier rümpft angewiedert die Nase! Würde man beide nun Fragen wie ihnen der Geruch der Rosengeranie gefällt, würde Frau Müller vermutlich antworten: "Oh schön, den mag ich!", jedoch Frau Meier würde sich eher so äußern: "Igitt, das riecht ja wie vermodertes Rosenöl!" So oder so ähnlich erlebe ich es tagtäglich in meiner Arbeit mit meinen Aromapflege-Schülern. Jeder hat seine ganz eigene Wahrnehmung, sein eigenes Sinnes- und Geruchserlebnis und oft seine ganz eigenen Erinnerungen zu dem Duft.

Gerade die psychische Wirkung der ätherischen Öle auf uns Menschen ist sehr unterschiedlich. Klar gibt es in der Literatur zu jedem einzelnen Öl eine Reihe an Empfehlungen für die psychischen Befindlichkeiten. Angefangen über die Angst bis hin zu Schlafstörungen und Depressionen.

Solche Empfehlungen sind wichtig und treffen auch in vielen Fällen zu, aber.......

Dieses große ABER möchte ich gerne etwas näher erläutern, denn immer wieder werde ich gefragt, welche Öle kann ich bei Schlafstörungen, bei Angst, bei Unruhe oder sogar im psychiatrischen Bereich einsetzen. Darauf gibt es leider keine pauschale Antwort! Entscheidend ist hier immer die Nase der Person, für welche ich das Öl einsetzen möchte - und die Nase sagt uns mehr als wir manchmal glauben und auch realisieren können.

So kann es sein, dass ein unruhiger, schlafloser Patient wunderbar einschlafen kann, wenn man ihm den Duft des Lavendels auf einer Kompresse ans Bett legt - aber genauso habe ich es erlebt, dass Patienten mit dem Duft des Lavendels eher noch wacher und unruhiger werden. Dies kann auf persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Abneigung zurückzuführen sein oder aber wenn man den Lavendel einmal aus der duftkommunikativen Sicht betrachtet - kann es sein, dass der Patient nicht einschläft, weil er noch "unerledigte" Dinge mit sich herumschleppt.
Egal warum, dieser Patient benötigt einen anderen  Duft!

Ein anderes Fallbeispiel ist die Rosengeranie - ein ätherisches Öl was sich großer Beliebtheit in der Pflege erfreut. Meist wird es in hautpflegenden Körperölen z.B. zur Intertrigoprophylaxe eingesetzt.
In der Literatur wird es außerdem bei folgenden Indikationen empfohlen: Stress, hormonelles Ungleichgewicht und Angst.
Immer wieder stelle ich in den duftkommunikativen Gesprächen fest, dass Rosengeranie aber gerade von den Pflegenden mehr als abgelehnt wird. Wenn wir das ganze nun wieder aus dieser Sicht betrachten, wissen wir, dass die Rosengeranie auch für das "KÜMMERN und SORGEN" um Andere steht! Viele dieser Pflegenden stehen so unter diesem "PFLEGEDRUCK", so dass sich ihre Nase regelrecht mit der Abneigung zur Geranie wehrt!


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In einem anderen Fall, wurde durch das Riechen von Rosenholz eine schreckliche Erinnerung bei einer schwerst dementen Patientin hervorgerufen - die Pflegekraft hat einen Tropfen Rosenholz auf einen Tupfer neben das Kissen gelegt, während sie die immer wieder "Hallo-hallo"-rufende Patientin gepflegt hat. Dadurch wollte sie etwas Ruhe und eine harmonische Stimmung hervorrufen. Leider ist das Gegenteil passiert - die Patientin fing an zu weinen mit den Worten: "Mama, ich wollte das doch nicht - die haben mir weh getan - bitte Mama verzeih mir!" Aus der Biografie dieser alten Dame ging hervor, dass sie nach dem zweiten Weltkrieg vergewaltigt wurde - worüber sie aber sonst noch nie gesprochen hatte. Aus der Duftkommunikation kennt man diese Art von "Wirkung" des Rosenholzöles - und hätte es in diesem Fall nicht eingesetzt.

Auch muss man unterscheiden, ob die ätherischen Öle im "Hausgebrauch" eingesetzt werden oder bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Hier ist auf eine besondere Dosierung zu achten. Denn was für den gesunden Menschen eine normale Dosierung (bis 3%ig) ist, kann für einen psychischen Erkrankten die "Holzhammer"-Methode bedeuten. Hier werden die Öle meist unter 1%, manchmal sogar noch weitaus niedriger dosiert. Auch der eine Tropfen auf der Duftkompresse wird meist als unangenehm, hoch dosiert empfunden. Hier empfehle ich die Öle schon im Vorfeld auf 10%ig in Jojobawachs
herunterzumischen und davon dann einen Tropfen auf die Kompresse zu geben.

Meine Bitte an alle aromapflegerisch/-therapeutisch arbeitende Menschen:

Lasst die Nase eurer Patienten immer mit entscheiden - seid sensibel und aufmerksam im Umgang mit den ätherischen Ölen - und seid nicht enttäuscht, wenn der von euch ausgewählte und als passend empfundene Duft, von der Nase des Patienten abgelehnt wird! Im Gegenteil, es ist toll, dass ihr es bemerkt habt und den Wunsch des Patienten respektiert!

In diesem Sinne wünsche ich Euch tolle Dufterlebnisse!!!

Diese Art der Duftarbeit kann man in den wundervollen Seminaren mit Christine Lamontain erlernen (klick hier)


lamontain

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Eine große Veränderung…

liebe BlogleserInnen, liebe Seminarteilnehmer, liebe Freunde nach über 8 Jahren in meinem kleinen, aber sehr besonderen Seminarhaus in Schwollen, welches ich damals mit viel Liebe zum Detail und Einsatz meiner bescheidenen handwerklichen Fähigkeiten selbst gestaltet habe ziehe ich nun in größere Räume um.

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ViVere Schule für Aromatherapie und Aromapflege von 2008 - 2016

 

Diese Veränderung ist zum einen aus Platzgründen, zum anderen aus persönlichen Gründen notwendig geworden. Um so mehr freue ich mich einen wirklich ganz besonderen Ort gefunden zu haben. Eigentlich hat dieses Haus mich gefunden und zwar keinen Augenblick zu früh, denn an diesem Tag vor ungefähr 6 Wochen habe ich im Seminar in der Feedbackrunde zu meinen Seminarteilnehmerinnen gesagt: „Ich glaube, dass ich mich nun endlich von diesem Ort hier verabschieden kann.“  In diesem Moment war es totenstill im Raum - aber alle lieben Menschen die mich kennen, wussten, dies war ein besonderer Augenblick.
Als ich danach noch ins Büro kam, zeigte mein Mann mir dieses neue Haus - eine Freundin hatte den Link in diesen Minuten bei Facebook geteilt.

 

 

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ViVere Schule für Aromatherapie und Aromapflege ab Mai 2016


Und so nahm alles seinen Lauf und ich freue mich sehr auf die Zeit die nun kommt.

Diese Veränderung ist nur möglich durch viele liebe Menschen geworden, ganz besonders möchte ich meinen Mann Niki, meine liebe Freundin und Teamkollegin Gertrud Schneider, meinen Kindern, meinen Eltern und meinem Freund Frank danken!!!! Ihr alle habt mich bestärkt, mit mir hart gearbeitet in den letzten Wochen und mir bewiesen, das man alles schaffen kann.

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In diesem neuen wundervollen Haus - duftet es nach Holz, mittlerweile auch nach meinen ätherischen Ölen und es gibt ein tolles Raumklima.

 

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Wir haben nun die Möglichkeit parallel in zwei Räumen Seminare, Workshops, Beratungen und Schulungen durchzuführen. Alles ist großzügig und trotzdem sehr gemütlich gestaltet. Die letzten Handgriffe werden nun in den nächsten Tagen erledigt, so dass wir offiziell am 01. Mai 2016 loslegen können.

Meine Teamkollegin Gertrud Schneider bietet nach Terminvereinbarung gesundheitspraktische Beratung, auch für pflegende Angehörige, Massagen, Wärmepackungen, Wickel, Auflagen, MediAkupress Anwendungen und gesundheitspraktische Duftkommunikation an.

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Termine können ab sofort unter folgender Telefonnummer vereinbart werden: 0163-2666007

 

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Im Aussenbereich habe ich bereits begonnen einen Kräuter- und Duftgarten anzulegen, eine Wildblumenwiese, sowie Beerensträucher zum Naschen kommen mit dazu.

Die großzügige Holztrasse lädt dazu ein die Seminarpausen draußen zu verbringen.

Ganz besonders schön finde ich, dass es nun auch Übernachtungsmöglichkeiten für Referentinnen und Seminarteilnehmer dort gibt.

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Am letzten Wochenende durfte Christine Lamontain mit unserem Seminar Duftkommunikation den ersten Seminarprobelauf machen und es hat alles wunderbar funktioniert.

 

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Christine Lamontain in ihrem Element

 

Spannend fand ich, dass ich bei der Begrüßungsrunde die Duftkarte „Lorbeer“ gezogen habe und beim abschließenden Duftgespräch mit Christine stellte sich heraus: Das ist der Duft den ich gerade brauche!

Eine kleine Reise in die Welt der Duftkommunikation:

Was hat der Lorbeer (Lauras nobilis) für eine Bedeutung?

„Lauras“ bedeutet soviel wie loben und „nobilis“ soviel wie preisen.
Er steht im Duftkreis im zweiten Quadrant, in diesem Teil geht es um die Selbstfürsorge und die ICH-Stärkung. Lorbeer kann ausdrücken: „Schreite zur Tat“, gehe über deine eigenen Grenzen und konzentriere dich (auf das NEUE).

Dazu kam bei meinem Duftgespräch auch noch die Grapefruit, ein gute Laune Öl, hilft Gefühle zu bewältigen, Anspannungen zu lockern und hat die Botschaft: „LEBE“

Beide Öle passen derzeit wie die Faust aufs Auge zu meinem momentanen Thema!

Daher habe ich mir ein Parfümspray gemischt:

50 ml Wodka
25 Tropfen Grapefruit komplett
10 Tropfen Lorbeer

und ich muss sagen für meine Nase riecht es wundervoll!

Ich und die Seminarteilnehmerinnen sind immer wieder fasziniert von diesem wertvollen Wissen über die Kommunikation der Düfte mit uns - und von dem riesen Wissenschatz von Christine Lamontain.

Wer mehr darüber erfahren möchte kann sich hier über diese Fortbildung informieren:

https://www.vivere-aromapflege.de/duftkommunikation

Duftkommunikation

Ausßerdem gibt es ab sofort eine neue Fachweiterbildung, sowohl für professionell Pflegende wie auch für Gesundheitspraktiker:

"ViVere PraktikerIN für komplementäre und naturheilkundliche Pflege"

mehr Informationen findet Ihr unter folgendem Link:

https://www.vivere-aromapflege.de/vivere-praktikerin-fuer-komplementaere-und-naturheilkundliche-pflege

 

Facbook

 

 

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Newsletter Aromapflege

Auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende und auch ich starte jetzt in das zweite Arbeitshalbjahr und freue mich auf viele Seminare und darauf neue Pläne und Ideen umzusetzen...dazu demnächst mehr hier.

Hier ein paar Kurz-Infos und Aktuelles:

16. - 18. August Zusatzqualifiktation zum Aroma-Gesundheitspraktiker
ab nächstem Jahr wird diese Zusatzqualifizierung 2 x 2 Tage mit einer anschliessenden Prüfung dauern. Also ist dies die letzte Gelegenheit das ganze in 3 Tagen zu absolvieren.
es gibt noch ein paar freie Plätze

25. - 26. August Aroma-Ganzkörper-Massage
leider ausgebucht


01. - 02. September Basisseminar Aromapflege
noch freie Plätze


24. - 25. November 1. ViVere-Aromapflege-Workshop
mit vielen interessanten Themen z.B. Aromaküche, Ätherische Öle für Kinder, Vortrag einer Altenpflegerin zum Thema Aromapflege in der Arbeit bei demenziell Erkrankten Menschen uvm.
Infos folgen in Kürze ausführlich

Seit kurzem gibt es zwei neue ViVere-Duftmischungen:

Zitrus-Traum 
eine Mischung aus allerlei Zitrusölen, wie z.B. Mandarine, Limette, Orange usw.
fruchtig frisch, stimmungsaufhellend, erfrischend


Mairose küsst Orange
eine Mischung auf der Basis von Orangenöl, mit Mairose, Vanille usw.
sinnliche Duftmischung für besondere Momente, mit der Fröhlichkeit der Orange und dem warmen einhüllenden Hauch von Mairose und Vanille
diese Mischung ist während eines Seminars aus einer Idee der Seminarteilnehmer und mir entstanden und soll nun für jeden zur Verfügung stehen.

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NEU Aromapflege für Palliativfachkräfte
30. Mai - 01. Juni 2011  Kosten: € 295,--

SEMINARINHALTE

  • Geschichte ätherischer Öle
  • Produktionsverfahren
  • Qualitätsmerkmale
  • Wie funktioniert unser Geruchssinn?
  • Kennenlernen verschiedener Öle ( u.a. verschiedene Lavendelarten)
  • Der richtige Umgang mit ätherischen Ölen
  • Wechselwirkungen und Gegenanzeigen
  • Besprechung verschiedener Rezepturen Schwerpunkt Hospiz- und Palliativpflege
  • Beispiele aus der Aromapflege im Hospiz
  • Spezielle Haupflege
  • Prophylaktische Hautpflege
  • Mundpflege
  • Ätherische Öle für die Seele
  • Mischungen bei Unruhe und Angstzuständen
  • Ätherische Öle bei onkologischen Patienten
  • Ätherische Öle und unangenehme Gerüche

Praktische Übungen:
  • Erlernen der Happy-Mind-Armmassage
  • Verschiedene Rezepturen mischen und testen
  • Erfahrungsaustausch

Aromapflegewoche in den Sommerferien

vom 11. - 15. Juli 2011    Kosten: € 475,--
5 Tage intensive Aromapflege Fortbildung.
2 Tage Basisseminar
3 Tages-Seminare (Von der Pflanze zum ätherischen Öl, Ätherische Öle im Jahreskreislauf, Hospiz- und Palliativpflege mit ätherischen Ölen)
In dieser Zeit lädt unser großer Garten (3500 qm, www.garten-er-leben.blogspot.com) zu einer Exkursion der verschiedensten ätherisch-Ölpflanzen ein. Kamille, Thymian, Minze & Co. „Von der Pflanze zum Wohlgeruch in der Flasche“.  Bei entsprechendem Wetter findet ein großer Teil der Seminare in der freien Natur statt.
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SCHULE FÜR AROMATHERAPIE UND AROMAPFLEGE 

Büro
Schulstraße 17 (Büro)
55767 Schwollen

Seminarhaus
Am Geissler 10
55767 Leisel

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Tel. 06787-970630