| Litsea cubeba. Bessere Stimmung, weniger Cortisol? |
Litsea cubeba, auch May Chang genannt, kennen viele von euch wegen ihres frischen, intensiv zitronigen Duftes. Doch was passiert in unserem Körper, wenn wir dieses ätherische Öl riechen?
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| Genau das wollte eine Forschungsgruppe untersuchen. |
| 15 gesunde Erwachsene nahmen an der Studie teil. Die Forschenden ließen sie ätherisches Litsea-cubeba-Öl inhalieren und untersuchten anschließend mehrere Parameter. |
- Verändert sich die Stimmung?
- Verändert sich das Gefühl von Verwirrtheit oder mentaler Unklarheit?
- Verändert sich der Cortisolspiegel im Speichel?
- Reagieren Herzfrequenz und Blutdruck?
| Die Stimmung wurde mit einem wissenschaftlich etablierten Fragebogen erfasst. Cortisol bestimmten die Forschenden anhand von Speichelproben. |
| Nach dem Riechen an Litsea cubeba verbesserte sich die allgemeine Stimmung der Teilnehmenden signifikant. Auch das Gefühl von Verwirrtheit nahm signifikant ab. |
| Noch interessanter finde ich den Blick auf das Cortisol. Der Cortisolspiegel im Speichel sank nach der Inhalation ebenfalls signifikant. |
| Cortisol wird oft als „Stresshormon“ bezeichnet. Das ist etwas verkürzt. Wir brauchen Cortisol. Es gehört zu unserer normalen Stressantwort, beeinflusst unseren Stoffwechsel und folgt einem ausgeprägten Tagesrhythmus. |
| Bei Stress kann sich die Cortisolausschüttung verändern. Deshalb nutzen Forschende Speichelcortisol unter anderem als biologischen Marker, wenn sie Stressreaktionen untersuchen. |
| Herzfrequenz und Blutdruck veränderten sich durch die Duftanwendung in dieser Studie dagegen nicht signifikant. |
| Warum finde ich diese Untersuchung so interessant? |
| Wir haben hier zwei unterschiedliche Ebenen: |
- Die Teilnehmenden berichteten über ihre Stimmung. Das ist die subjektive Wahrnehmung.
- Gleichzeitig bestimmten die Forschenden mit dem Speichelcortisol einen körperlich messbaren Parameter.
| Beide Ebenen veränderten sich nach der Inhalation von Litsea cubeba. |
| Das bedeutet allerdings nicht, dass Litsea cubeba „gegen Stress“ oder gar gegen psychische Erkrankungen wirkt. Die Studie war mit nur 15 gesunden Personen sehr klein. Sie liefert einen interessanten Hinweis, aber keine Grundlage für solche therapeutischen Aussagen. |
Und noch etwas ist wichtig:
Ein sinkender Cortisolwert ist nicht automatisch gleichbedeutend mit „weniger Stress“. Cortisol hängt unter anderem von Tageszeit, Schlaf, Nahrungsaufnahme, Bewegung und vielen weiteren Faktoren ab. |
| Und was hat unsere Nase damit zu tun? |
| Beim Riechen nehmen die Riechrezeptoren Duftmoleküle auf. Die Signale gelangen über den Riechkolben in Gehirnregionen, die eng mit Emotionen, Erinnerungen und vegetativen Reaktionen verknüpft sind. |
| Deshalb interessiert sich die Forschung zunehmend dafür, ob und wie Düfte Stimmung und Stressreaktionen beeinflussen. |
| Litsea cubeba enthält unter anderem Citral, Limonen, Linalool und β-Pinen. Welche einzelnen Inhaltsstoffe für die beobachteten Effekte verantwortlich sind oder ob gerade ihr Zusammenspiel entscheidend ist, beantwortet diese kleine Studie nicht. |
| Für mich ist genau das „Wissen to go“: |
| Ein Duft ist nicht nur etwas, das wir als angenehm oder unangenehm wahrnehmen. Riechen ist ein neurobiologischer Vorgang. Und diese Studie liefert einen kleinen, interessanten Baustein dafür, wie eng Geruchswahrnehmung, Stimmung und körperliche Stressreaktionen miteinander verbunden sein können. |
| Wissen macht deine Welt größer. |
Quelle:
Chaiyasut C, Sivamaruthi BS, Wongwan J, Thiwan K, Rungseevijitprapa W, Klunklin A, Kunaviktikul W. Effects of Litsea cubeba (Lour.) Persoon Essential Oil Aromatherapy on Mood States and Salivary Cortisol Levels in Healthy Volunteers. Evid Based Complement Alternat Med. 2020;2020:4389239. DOI: 10.1155/2020/4389239.
| Hopfen Chiller. Wenn Kopf und Nervensystem nicht zur Ruhe kommen |
| Hopfen kennen die meisten eher aus dem Bier. In der Aromatherapie lohnt sich ein genauerer Blick auf das ätherische Hopfenöl. |
| Denn Hopfen ist vor allem dann interessant, wenn Anspannung, innere Unruhe oder ein ständig arbeitender Kopf das Abschalten erschweren. |
| Ätherisches Hopfenöl besitzt beruhigende Eigenschaften und wird traditionell auch im Zusammenhang mit Schlaf und Entspannung eingesetzt. Hopfen findet sich deshalb häufig zusammen mit Baldrian in pflanzlichen Präparaten zur Beruhigung. |
| Was macht Hopfen für unser Nervensystem interessant? |
| Frisches ätherisches Hopfenöl enthält vor allem Mono- und Sesquiterpene. Dazu gehören β-Myrcen, α-Humulen und β-Caryophyllen. |
| Für einige dieser Inhaltsstoffe werden Wirkungen an Rezeptorsystemen untersucht, die für Ruhe und Erregungsregulation eine Rolle spielen. |
| Besonders spannend ist der GABA-A-Rezeptor. |
| GABA ist einer der wichtigsten hemmenden Botenstoffe unseres Gehirns. Vereinfacht gesagt hilft dieses System dabei, die Aktivität von Nervenzellen zu bremsen. Es gehört damit zu den Mechanismen, die für Entspannung und Schlaf relevant sind. |
| In experimentellen Untersuchungen zeigen Inhaltsstoffe des Hopfens wie β-Myrcen und α-Humulen Einflüsse auf GABAerge Mechanismen. |
| β-Caryophyllen ist aus einem anderen Grund interessant. Dieser Naturstoff interagiert mit dem CB2-Rezeptor des körpereigenen Endocannabinoid-Systems. Auch dieses System ist an zahlreichen Regulationsprozessen beteiligt. |
| Das heißt allerdings nicht, dass wir aus einzelnen Inhaltsstoffstudien automatisch eine angstlösende oder schlaffördernde Wirkung des inhalierten ätherischen Hopfenöls beim Menschen ableiten dürfen. Dafür braucht es entsprechende klinische Untersuchungen. |
| Für unsere Hopfen-Chiller Grundmischung kombinieren wir: |
| Eine Kombination, die ich vom Duft her besonders am Abend mag. Blutorange bringt eine weiche, fruchtige Note hinein und wird von mir in Stresssituationen sehr geschätzt. Hopfen gibt der Mischung ihren charakteristischen ruhigen Duft. Melisse wirkt beruhigend und angstlösend und Litsea sorgt für eine entspannende Wirkung. |
| Aus der Grundmischung kannst du unterschiedliche Anwendungen herstellen: |
- Roll-on:
10 ml Jojobaöl + 10 Tropfen Grundmischung
- Raumspray:
45 ml Orangenblütenhydrolat + 5 ml Alkohol + 15 Tropfen Grundmischung.
Vor Gebrauch gut schütteln.
- Körperöl:
50 ml Mandelöl + 10 Tropfen Grundmischung
- Und natürlich kannst du einige Tropfen der Grundmischung auch in deinen Diffuser geben. Die Menge richtest du nach Raumgröße und Gerät.
Mein Tipp für den Abend:
Duft nicht nebenbei verwenden. Nimm ihn bewusst wahr. Rieche. Atme ruhig. Gib deinem Nervensystem Zeit, vom Tag in den Abend zu wechseln. |
| Die Grafiken wurde mit KI-Unterstützung gestaltet. |
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Wichtig:
Ich bin keine Wissenschaftlerin – aber eine Wissenschafferin. Ich liebe es, Wissen zu sammeln, es greifbar zu machen und mit anderen zu teilen. Dieser Artikel ersetzt weder deinen Arzt/Ärztin, Therapeut*in noch deine Eigenverantwortung und ist in keinster Weise als Therapie gedacht. Er soll informieren, inspirieren und dein Bewusstsein zu schärfen.
Mir ist bewusst, dass ich keinen Anspruch auf absolute wissenschaftliche Korrektheit erhebe – mein Ziel ist es vielmehr, gesundheitsbewussten und interessierten Menschen einen einfachen, alltagstauglichen Zugang zu diesem faszinierenden Thema zu ermöglichen. Ich hoffe sehr, dass mir das mit diesem Artikel gelungen ist.
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Hinweis zu Dosierungen und unterschiedlichen Rezepturen
Wir werden oft gefragt, warum die Dosierung im Buch eine andere ist, als in unseren Podcasts, oder warum wir nun die eine oder andere Mischung für eine spezielle Anwendung mit unterschiedlichen ätherischen oder fetten Ölen empfehlen. Dies hat unterschiedliche Gründe, z.B. können wir in den Podcasts noch viele Erklärungen und Ergänzungen einfügen, wir können die Dosierungen für einzelne Menschen besser differenzieren als in Büchern. Ausserdem vergleichen wir auch die Inhaltsstoffe einzelner ätherischer Öle, so dass wir viele alternative Mischungen mit ganz unterschiedlichen Ölen empfehlen können, die jedoch allesamt gut funktionieren. Wir möchten damit auch aufmerksam machen, dass die Anwendung ätherischer Öle so vielfältig ist wie kaum eine andere naturheilkundliche Anwendung. Sicher – dazu braucht man das nötige “Know how” und sicherlich auch jahrelange Erfahrung.
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Bildhinweis: Nach eigenen Ideen und redaktionellen Vorgaben mit Unterstützung generativer KI erstellt.