Prostatakrebs mag keinen Veilchenduft

Neuhaus EM, Zhang W, Gelis L, Deng Y, Noldus J, Hatt H. Activation of an olfactory receptor inhibits proliferation of prostate cancer cells. J Biol Chem. 2009 Jun 12;284(24):16218-16225. doi: 10.1074/jbc.M109.012096. Epub 2009 Apr 23. PMID: 19389702; PMCID: PMC2713531.
Forscher der Ruhr-Uni Bochum haben herausgefunden:
Die Duftkomponente β-Ionon (bekannt aus dem Geruch des Veilchens) kann das Wachstum von Prostatakrebszellen stoppen.
Wie funktioniert das?
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In Prostatazellen gibt es einen speziellen Duft-Rezeptor (hOR51E2).
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Normalerweise riechen wir mit solchen Rezeptoren – aber hier sitzt er direkt in den Krebszellen!
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Wenn β-Ionon (Veilchenduft) oder ein ähnlich gebautes Hormon andockt → bekommt die Zelle das Signal: „Stopp, nicht mehr teilen!“
Ergebnis im Labor:
Die Zellteilung der Krebszellen ging fast auf Null zurück.
Nächster Schritt:
Jetzt prüfen Forscher, ob das auch in Tierversuchen und später beim Menschen funktioniert.
Aromatherapie bei Tumorerkrankungen – fundiertes Wissen statt Schnelllösungen
Die begleitende Anwendung ätherischer Öle und Hydrolate kann in der Onkologie einen wertvollen Beitrag leisten – vorausgesetzt, sie wird fachlich fundiert, verantwortungsvoll und individuell angepasst eingesetzt.
In unserem Ratgeber „Aromatherapie – Begleitung bei Tumorerkrankungen“ haben wir genau dieses Wissen zusammengetragen:
praxisnah, differenziert und immer mit Blick auf die tatsächlichen Bedürfnisse von Betroffenen.
Im Mittelpunkt stehen bewährte Anwendungen aus der Aromapflege, z. B. bei:
– Haut- und Schleimhautproblemen (z. B. mit Sanddornfruchtfleischöl)
– belastenden Therapiesituationen
– Unruhe, Angst und Schlafstörungen
Auch spezielle Themen – wie Anwendungen im Intimbereich oder begleitende Maßnahmen bei Prostatabeschwerden bzw. Prostatakrebs – werden fachlich eingeordnet und nicht isoliert dargestellt. Genau hier ist es wichtig, genau hinzuschauen und nicht unkritisch einzelne Rezepturen zu übernehmen.
Dabei geht es nicht um schnelle Versprechen, sondern um realistische Möglichkeiten der Unterstützung im Alltag – für Betroffene, Angehörige und Fachpersonal.
Dieser Ratgeber richtet sich an alle, die Aromapflege verstehen und sicher anwenden möchten – nicht spektakulär, sondern verantwortungsvoll.
Ionon – vom Duft zum Teller zur Zelle
Ionon ist nicht nur der Stoff, der Veilchen und Rosen so betörend riechen lässt. Es steckt auch in ätherischen Ölen wie Boronia, Iris, Champaca oder Osmanthus – und sogar in kleinen Mengen in Narde oder Veilchenblättern.
Aber: Wir begegnen Ionon nicht nur in der Aromatherapie – sondern täglich auf dem Teller. 🍽️
Denn Ionon entsteht aus Carotinoiden – und die finden wir reichlich in Aprikosen, Karotten, Süßkartoffeln, Tomaten, Brokkoli, Beeren, Mais, Kirschen und Pflaumen. Alles kleine Kraftpakete, wenn sie in Bioqualität und möglichst frisch verzehrt werden.
Studien zeigen: Ionon kann in Zell- und Tiermodellen krebshemmend wirken, z. B. bei Dickdarmkrebs. Das lässt vermuten, dass eine Ernährung reich an Carotinabkömmlingen nicht nur gesund ist, sondern auch präventiv schützen könnte.
Und genau hier zeigt sich: Nahrung ist Medizin. Oder besser gesagt: Sie kann Medizin sein – wenn wir sie in ihrer vollen Qualität genießen.
Leider sind viele Produkte heute nur noch „Nahrungsmittel“ – sie machen satt, aber tragen wenig zu echter Gesundheit bei. Umso wichtiger: zurück zu einer bunten, frischen, naturbelassenen Ernährung, die unseren Körper mit all den wertvollen Molekülen wie Ionon versorgt.

