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Blog



Über die Anwendung und den sicheren Umgang mit ätherischen Ölen

Basics Ätherische Öle Teil 1

Für mich und viele alte Hasen und Häsinnen ist der tägliche Umgang mit ätherischen Ölen und ihre Anwendung so selbstverständlich wie das Zähneputzen. Durch meine administrative Tätigkeit in verschiedenen Facebook Gruppen und Gesprächen mit Menschen in meinem Umfeld, erlebe ich es immer wieder, dass so viele überhaupt nicht wissen, wie sie ätherische Öle richtig einsetzen können.

Dies hat mich dazu veranlasst eine kleine Serie über die wichtigsten Basics zu starten und ist für Einsteiger bestens geeignet um sich schnell mit dem Thema vertraut zu machen.

Geschichtliches

Die Verwendung ätherischer Öle geht vermutlich bis in die Zeit um 3000 v. Chr. zurück. In dieser Zeit wurden schon Blüten und Kräuter destilliert um Hydrolate zu gewinnen. Diese Destillate sind nicht mit den ätherischen Ölen der heutigen Zeit zu vergleichen. Auch die Erwähnung verschiedener "Essenzen" in der Bibel beweist nicht, dass es sich um die Verwendung ätherischer Öle oder der erwähnten Pflanze handelt. 

Später haben die Araber dann die Destillation neu entdeckt und im Mittelalter weiterentwickelt. Die Franzsosen nutzten allerdings die teueren Düfte (im Mittelalter) nicht nur als Parfum, sondern vor allem um unangenehme Körperausdünstungen zu übertünchen, denn waschen war sozusagen "out".

Im zwanzigsten Jahrhundert prägte dann vor allem der franzsösische Chemiker René-Maurice Gattefossé (* 1881 bei Lyon; † 1950 in Casablanca) die heutige Aromatherapie maßgeblich mit. Bei einem Laborunfall erlitt er schwerste Verbrennungen mit einer schweren Wundbrandinfektion. Diese damals noch tödlich verlaufende Infektion behandelte er mit Lavendelöl. Der Erfolg der Behandlung veranlasste ihn sich der Aromatherapie voll und ganz zu widmen.

Heute werden ätherische Öle nicht mehr nur für die Raumbeduftung verwendet, sondern finden Einsatz in der Schulmedizin und der Pflege. Mittlerweile gibt es hunderte Studien über die Wirksamkeit z.B. bei Tumorerkrankungen, bei multiresistenten Keimen, zur Schmerzreduktion und vielem mehr.

Was sind eigentlich ätherische Öle?

Das Wort "ätherisch" bedeutet soviel wie "himmlisch". Ätherische Öle werden aus vielen Pflanzen und unterschiedlichen Pflanzenteilen gewonnen. Es handelt sich um hochkonzentrierte pflanzliche Stoffe. Ein ätherisches Öl ist ein sogenanntes Vielstoffgemisch und enthält nicht selten mehrere hundert unterschiedliche Inhaltsstoffe. Diese entstehen durch verschieden Stoffwechselprozesse in der Pflanze.

Ätherische Öle sind nicht wasserlöslich! Dies bedeutet, wenn sie als Bade- oder Waschzusatz verwendet werden, müssen sie zuerst emulgiert werden.

Mögliche Emulagoren für Badezusätze sind:

  • Salz
  • Sahne oder Kaffeesahne
  • Honig
  • Pflanzenöl wie z.B. Mandel- oder Olivenöl

Wichtig: Vermische erst das ätherische Öl mit dem Emulgator und gib dann diesen Mix dem Bade- bzw. Waschzusatz zu.

Dosierung:

Vollbad: max. 5-10 Tropfen ätherische Öle

Fuß- oder Handbad: 2-4 Tropfen ätherische Öle

Beachte: Zitrusöle können gerade in Verbindung mit warmem Wasser die Haut empfindlicher Menschen reizen.

 

Zurück zur Frage was ätherische Öle eigentlich sind....

Ätherische Öle sind das essentielle einer Pflanze, sie schützen diese und liefern ihr Energie!

 

Wie werden ätherische Öle gewonnen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ätherische Öle aus den Pflanzen herauszulösen:

  • Wasserdampfdestillation
  • Kaltpressung
  • Alkoholextraktion
  • Absolues
  • Co-Destillation
  • Enfleurage

Die häufigste Gewinnungsmethode ist die Wasserdampfdestillation. Die meisten therapeutisch verwendeten ätherischen Öle werden so gewonnen.

Hierbei wird Wasser erhitzt bis es verdampft, der Wasserdampf steigt durch das Pflanzenmaterial hindurch und nimmt die wasserlöslichen und die wasserunlöslichen (ätherischen Öle) Bestandteile "huckepack" und entreist diese der Pflanze. Nun muss der Wasserdampf abgekühlt werden. Daraus entsteht nun das ätherische Öl, welches sich wieder vom Wasserdampf abscheidet, da es ja wasserunlöslich ist und das  sogenannte Hydrolat.

Im Hydrolat befinden sich nun die wasserlöslichen Bestandteile der Pflanze wie z.B. Phenylethanol im Rosenhydrolat oder die Rosmarinsäure uvm.

Merke: Das Hydrolat ist ein Nebenprodukt der Wasserdampfdestillation und kann auch nur hierbei gewonnen werden!

 

Soviele Pflanzen - so wenig ätherisches Öl:

Wusstest Du dass

 

Buchempfehlung: 

Hydrolate von Eliane Zimmermann, ISBN: 978-3-200-03370-2

 

Wie erkenne ich

 

Einkaufsmöglichkeiten

Einkaufsempfehlungen 1

 

Dosierungsempfehlungen im Überblick

Expose Buchprojekt 1

Weitere Informationen, Tipps und Anregungen demnächst im Teil 2!

 

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Hilfreicher Umgang und einfühlsame Kommunikation bei Menschen mit Demenz

Von unseren fünf Sinnen ist der Geruchssinn sicher derjenige, den den besten Eindruck der Unsterblichkeit vermittelt.
(Salvatore Dali)

Mit dem Fortschreiten einer demenziellen Erkrankung kommt es bei den Betroffenen immer mehr zu Einschränkungen in den kommunikativen Fähigkeiten wie auch in den Alltagskompetenzen.
Persönliche Bedürfnisse, Ängste, Gefühle der Überforderung wie häufig auch Schmerzen des Erkrankten können nicht mehr verbal mitgeteilt werden, sondern finden ihren Ausdruck  in einem veränderten Verhalten.  
Dieses kann sich in abwehrenden, agitierten oder auch als aggressiv bezeichneten Verhaltensweisen äußern und das Miteinander im Pflegealltag stark belasten. 
Das gezeigte herausfordernde Verhalten der Patienten führt  in stationären Einrichtungen  oft zum Einsatz von Psychopharmaka.

Doch gerade diese Patientengruppe reagiert sehr sensibel auf den Einsatz von Neuroleptika, ernste gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein.  
Aber was lässt sich im Gegenzug tun? 
Die Aromapflege und ihre Arbeit mit ätherischen Ölen findet in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz immer mehr Beachtung. 
Studien und Erfahrungsberichte können heute bestätigen, dass der Einsatz unterschiedlicher pflegerischer Aromaanwendungen bei Unruhe und Erregtheit sehr positiven Einfluss auf die psychische Befindlichkeit des demenzerkrankten Menschen nimmt und zu deutlich mehr Wohlbefinden und seelischer Entspannung beiträgt.
(Text Eva Maria Anslinger)


anslinger

Eine einfühlsame Kommunikation auf Augenhöhe bei Menschen mit Demenz, kann den Alltag sowohl in der häuslichen, als auch in der stationären Pflege einfacher machen. Solche Gespräche können einen erblüffenden Wirkung erzielen, denn es ist gar nicht so einfach den richtigen Zugang zu Menschen mit einer demenziellen Erkrankung zu finden.

Wenn der Vater die eigene Tochter nicht mehr erkennt, nicht mehr zeitlich und örtlich orientiert ist, Angehörige des Diebstahls bezichtigt ist es schwierig die richtigen Worte zu finden, damit die Situation nicht eskaliert.

Wertschätzendes Verhalten und eine sensible Kommunikation ermöglicht einen Zugang zu Menschen mit Demenz. Wir Gesunde können nicht erwarten, dass der an Demenz erkrankte Mensch uns versteht, vielmehr müssen wir uns in seine derzeitige Situation versetzen um ihn und sein Verhalten besser zu verstehen und um damit umgehen zu können.

Sowohl Pflegende, als auch Angehörige können in diesem 2-tägigen Workshop viel über die einfühlsame Kommunikation erfahren und in Übungsbeispielen erlernen. Auch die Aromapflege bietet sowohl den Pflegenden, als auch den an Demenz erkrankten Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten um in Kommunikation zu treten.

Inhalte

  • Grundlagen und Grundprinzipien für einen wertschätzenden Umgang
  • Non-verbale Kommunikation bei Menschen mit Demenz
  • Die gute Kontaktaufnahme am Krankenbett /Aspekte von Vertrauen und Sicherheit
  • Richtig Kommunizieren bei altersbedingtenEinschränkungen und Erkrankungen der Sinnesorgane
  • Die Bedeutung generationsspezifischer Prägungen für den kommunikativen Umgang in der Pflege
  • Verstehender Umgang bei Realitätsverlusten des Patienten
  • Einfühlsam Kommunizieren mit anderen Erlebenswirklichkeiten

Anwendungen aus der Aromapflege

  • Duftbiografie/ Duftanker setzen
  • Hilfen bei Hilfen bei Unruhe, Erregtheit, Wut,
  • Hilfen bei Angst und Ängstlichkeit
  • Hilfen bei Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Traurigkeit
  • Einreibungen, Auflagen, Duftkompressen,
  • Teilbäder wie Hand- und Fußbäder
  • Hilfen aus der MediAkupressur ®

Anmeldung (klick hier)

Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass die Arbeit für Pflegende mit demenziell Erkrankten Menschen nicht nur als Belastung, sondern auch als Bereicherung empfunden werden kann, das Pflegende besser das Verhalten von diesen Patienten verstehen und damit umgehen können, dass für alle am Pflegeprozess Beteiligten (Patienten, Angehörige, Pflegende) ein Gefühl von gegenseitigem Vertrauen und Verstehen gibt.

 

Teil des Pflegekonzeptes bei alten und demenziell Erkrankten Menschen


Alte Menschen leiden oft unter vielen unterschiedlichen Erkrankungen oder auch Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), bekommen viele unterschiedliche Medikamente (Polymedikation) und sind durch vorhandene funktionelle Einschränkungen belastet. Gerade dadurch treten nicht-medikamentöse Therapien bei Demenz Erkrankten immer öfter in den Vordergrund. Die Wirkung der Aromatherapie konnte in einigen Studien belegt werden z.B.:

  •  Mit dem Einreiben von verdünntem Melissenöl konnte in einer placebokontrollierten Studie an 72 Menschen mit schwerer Demenz gezeigt werden, dass bei 60% der Patienten nach vier Wochen dieser Anwendung auf Gesicht und Arme eine 30%ige Verbesserung der Unruhezustände zu verzeichnen war.       
    [Ballard, C.G.; O'Brien, J.T.; Reichelt, K., Perry, E.K.: Aromatherapy as a safe and effective treatment for the management of agitation in severe dementia: the results of a double-blind, placebo-controlled trial with Melissa. in J Clin Psychiatry. 63/7, Juli 2002].
  •  Bei Senioren, mit Schlafmedikation wurde der Schlaf untersucht. Danach beobachtete man, wie sie ohne die  Medikamente schliefen->schlecht, anschließend inhalierten sie mit Lavendelöl. Der Schlaf war wieder genau so gut wie mit den Schlafmedikamenten.
    [Hardy M, Kirk-Smith M, Strech D: Replacement of drug treatment for insomnia by ambient odour. Lancet 346:701· 1995]

Zu häufig verabreichten Medikamenten bei alten Menschen zählen Benzoediazepine, diese werden eingesetzt als Antidepressiva, Neuroleptika und bei der Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Sie haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen, z.B. unterdrücken sie die Tiefschlafphase, was wiederum verhindert, dass der Schlaf als erholsam  empfunden wird. Daraus resultiert, das der Patient sich müde fühlt, traurig (depressive Verstimmungen) ist, Schwindelgefühle können auftreten, diese wiederum begünstigen das Sturzrisiko .........

Gerade bei Schlafstörungen bietet uns die Aromatherapie so viele komplementäre Möglichkeiten der Unterstützung. In einem von mir betreuten Pflegeheim in Andernach berichteten mir die Pflegekräfte bei der letzten Schulung, von tollen Erfolgen mit Lavendel-Waschungen, Einreibungen und warmen Handwickeln. Bei einer Bewohnerin wurde die Schlafmedikation vom Hausarzt sogar abgesetzt. Die Bewohnerin nimmt wieder am Leben teil, fühlt sich ausgeschlafen und ausgeglichen.

Lavandula angustifolia zählt zu den besterforschsten ätherischen Ölen.
Ätherische Öle, welche Ester, Linalool (Monoterpenalkohol) oder Sesquiterpenverbindungen enthalten wirken ent-spannend, beruhigend und schlaffördernd (uvm.). Sie können als Badezusatz, Einreibung oder Inhalation angewendet werden und das (bei richtiger Dosierung) ganz ohne Nebenwirkungen!

5 Kopie

Pflegeöl bei Schlafstörungen:
50 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
4 Tropfen Melisse (Melissa officinalis)
3 Tropfen Narde (Nardostachys jatamansi)
2 Tropfen Majoran (Origanum majorana)

3 Tropfen Mandarine rot (Citrus reticulata)

Sinnesbiographie

Bei immer mehr demenziell erkrankten Menschen in Deutschland werden in den Alten- und Pflegeheimen immer mehr Angebote geschaffen, um den Menschen ihre Würde und ihre Selbständigkeit so lange als möglich zu erhalten und zu verbessern.

Mit den ätherischen Ölen haben Pflegekräfte eine wundervolle Möglichkeit die Erkrankten auf "sinnliche" Weise vielfältig zu "berühren".
Das Leben der Bewohner besteht nicht nur aus ihrer Akte und Pflegeplanung, aus Daten und Fakten, die Vergangenheit wird oftmals erst wieder lebendig durch die verschiedensten Sinneseindrücke.

Zu einem der wichtigsten Sinneseindrücke gehört das Riechen, denn in unserem "Riechhirn" dem limbischen System, werden alle "Geruchserinnerungen" gespeichert. So kommt es auch, dass wir z.B. beim Geruch von Zimt, Mandarine, Vanille & Co. unweigerlich an die Weihnachtszeit erinnert werden. Viele Kindheitserinnerungen werden geweckt und ein wohliges Gefühl ausgelöst.
Umgekehrt kann es sein, dass der Duft von Lavendel uns an die Seife der ungeliebten Tante erinnert, die bei jedem Besuch ein Küsschen wollte.......

Biographiearbeit in Verbindung mit ätherischen Ölen - duftende Erinnerungen

... Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: Denn was innen, das ist außen. So ergreifet ohne Säumnis Heilig öffentlich Geheimnis... (J.W. Goethe)

Naturreine ätherische Öle wirken auch, wenn sie nicht bewusst wahrgenommen werden: Prof. Hildebert Wagner (Direktor des Instituts für pharmazeutische Biologie an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität) wies in Versuchen mit gesunden Personen und Probanden ohne
Geruchssinn (Anosmie) nach, dass z.B.  durch Einatmen von Rosmarinöl bei beiden Gruppierungen die Durchblutung des Gehirns gesteigert wurde.

Im Rahmen der Aromapflege bei demenziell Erkrankten ist eine „gute“ Biographie Arbeit durchaus sinnvoll – hierbei kann herausgefunden werden, welche Gerüche der Patient besonders gerne gerochen, bzw. welche er abgelehnt hat. Diese Kenntniss

e können im Rahmen der Pflegeplanung mit einbezogen werden. Dadurch kann auch die Stimmung des Patienten positiv beeinflusst werden.

Anwendungsmöglichkeiten bei:
    •   Ängsten
    •   Unruhe
    •   Schlafstörungen
    •   Herausforderndes Verhalten
    •   zur Steigerung des Wohlbefindens
    •   als Duftanker -> in Verbindung z.B. mit Basaler Stimulation oder der Duftkommunikation
    •   in der Sterbebegleitung

Handbäder

die „einfache“ alternative zu aufwendigen Fußbädern
Durchführung: einfach  

Zeitaufwand: mäßig 
aktivierend: Rosmarin cineol, Lavandin, Pfefferminze, Wacholderbeere
beruhigend: Lavendel fein, Rose, Rosengeranie, Kamille römisch, Palmarosa, Neroli 10 %,
Melisse 10 %
erwärmend: Ingwer, Benzoe, Tonkaextrakt, Vanilleextrakt
stärkend: Zeder, Narde Vetiver, Patchouli, Angelikawurzel

Folie2

Kompressen
    •    zur Schlafförderung mit Lavendel fein, Melisse 10 %, Rose, Petit Grain
    •    bei Ängsten und Unruhe mit Melisse 10 %, Lavendel fein, Kamille römisch, Neroli 10 %
  

Rezeptur für eine Ölkompresse bei Unruhe
1 Eßl. Pflanzenöl (z.B. Johanniskrautöl)
2 gtt. Melisse 10 % (Melissa officinalis)
1 gtt. Neroli 10 % (Citrus aurantium ssp aurantium)

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Das Verwirrspiel um Warnhinweise, Inhaltsstoffe und Siegel

In den letzten Jahren haben sich die Etiketten der ätherischen Öle oft verändert – kein Wunder das so mancher Verbraucher doch sichtlich verwirrt ist.

Auf manchen Fläschleins findet man Warnhinweise in Form von Piktogrammen, die nicht gerade Vertrauen erwecken, auf anderen Etiketten werden Inhaltsstoffe aufgeführt wie z.B. Linalool und Geraniol, obwohl doch eigentlich „nur“ ein Lavendelöl in der Flasche sein sollte.

Auch kleine geöffnete Dosen mit einer Zahl zieren die Etiketten.

Andere wiederum weisen ein Haltbarkeitsdatum auf. Auch verschiedene Siegel wie das Europäische Biosiegel, Demeter, Natrue und manchmal sogar therapeutische sind aufgedruckt.

Und dann gibt es da noch die ätherischen Öle auf deren Label der Hinweis steht: Für Lebensmittel, dazu ein Mindesthaltbarkeitsdatum.

Genau diese für den Verbraucher verwirrenden Kennzeichnungen nutzen verschiedene amerikanische MLM Unternehmen aus und verunsichern Kunden mit Aussagen: „Kauft bloß nicht die Öle mit den Warnzeichen, da diese darauf schließen lassen, dass das ätherische Öl giftige und synthetische Zusatzstoffe enthält. Bei den Ölen unserer Marke ist dies nicht so!!!“

Ich möchte mit meinem Blogbeitrag ein wenig Licht ins Dunkle bringen.

Für die Hersteller von ätherischen Ölen gibt es folgende Deklarationsmöglichkeiten:

  • Bedarfsmittel
  • Kosmetikum
  • Lebensmittel

Ist das ätherische Öl als Bedarfsmittel deklariert müssen folgende Hinweise auf dem Etikett zu finden sein:

  • Sicherheitshinweis
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen
  • Botanischer Name
  • Gewinnungsmethode
  • Pflanzenteil aus dem das ätherische Öl gewonnen wurde
  • Qualität z.B. kbA, konventionell, Wildsammlung
  • Herkunftsland
  • Zertifizierung/Kontrollstelle
  • Chargennummer
  • Beschreibung z.B. 100% naturreines ätherisches Öl
  • Füllmenge
  • Anwendungsempfehlung: Zur Raumbeduftung
  • Gefahrensymbole und Warnhinweise, je nach Öl individuell

 

PV Bedarfsgegenstand

Bergamotte und Limette werden bei Primavera als Bedarfsmittel deklariert, da sonst die wertvollen Furanocumarine entfernt werden müssten, da diese lt. Kosmetikverordnung nicht in Kosmetika zugelassen werden. Furanocumarine wirken jedoch stark entspannend und in einigen Studien konnte deren antitumorale Wirkung belegt werden.

 

Wenn das ätherische Öl als Kosmetikum zugelassen ist:

  • Sicherheitshinweise
  • Chargennummer
  • INCI = Ingredients
  • Zertifizierung/Kontrollstelle
  • Botanischer Name
  • Gewinnungsmethode z.B. Wasserdampfdestillation
  • Qualität
  • Herkunftsland
  • Beschreibung z.B. 100% naturreines ätherisches Öl
  • Dosierungsempfehlung für kosmetische Anwendunge nach Sicherheitsbewertung:
    X Tropfen in 50 ml Mandelöl
  • Naturkosmetik Logo z.B. Natrue, BDIH, Demeter usw.
  • Herstellungsland
  • Füllmenge
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen (Dose mit geöffnetem Deckel)

 

 PV Kosmetikum

Danke an Primavera (klick hier) für die Bereitstellung der Unterlagen!

Primavera bietet sogar mittlerweile acht Demeter zertifizierte ätherische Öle an:

  • Blutorange
  • Fenchel
  • Immortelle
  • Lavendel fein
  • Orange
  • Rosmarin verbenon
  • Zitrone

Die Demeter Zertifizierung ist die in Deutschland höchste Bioqualität aus biodynamischem Anbau. Biologisch-dynamischer Anbau leistet konstruktiven Umweltaufbau hinsichtlich Bodenerneuerung, langfristiger Fruchtbarkeit und Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren (klick hier)

Bei den Lebensmittelölen sind folgende Angaben auf dem Etikett nötig:

  • Sicherheitshinweis
  • Chargennummer
  • Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Liste der Bestandteile
  • Kontrollstellennummer
  • Verwendungszweg z.B. Würzessenz
  • Füllmenge

Die Vorschriften für eine bestimmte Etikettierung ist also von der Zulassung des Produktes abhängig! Dies wird wiederum vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

Über die Sinnhaftigkeit kann man streiten und sicherlich sind einige Hinweise auch völlig übertrieben – letztendlich sollen sie aber den Verbraucher schützen!

Es kann aber durchaus vorkommen, dass ein und dasselbe ätherische Öl, also aus ein und dem selben „Faß“, als Lebensmittel, Kosmetikum oder Bedarfsgegenstand zugelassen wird. Am Ende haben dann aber alle ein anderes Etikett...

Eine tolle Übersicht mit seriösen Siegeln und Zertifizierungen für ätherische Öle findet Ihr bei Eliane (klick hier)

Zu der INCI Liste eines ätherischen Öls ist folgendes zu erklären:

Deklarationspflichtig sind 26 natürliche Duftmoleküle, 18 davon stammen von natürlichen ätherischen Ölen. Diese Stoffe müssen seit 2005 auf der Verpackung gesondert aufgelistet werden, wenn bestimmte Konzentrationen überschritten werden.

Dies sind z.B. Inhaltsstoffe wie Linalool, Geraniol, Limonen,

Mittlerweile werden aber gerade diese Inhaltsstoffe schon nicht mehr von Ökotest abgewertet, denn die Berichte über die angeblich starke allergene Wirkung ließ sich nicht halten (Studie von Meyer bei immunologischen Reaktionen). Siehe auch Buch Wabner Seite 33, Ausgabe 1).

Dies ist der Grund warum auf der Flasche des Lavendelöls (Lavandula angustifolia) zusätzlich in der Inhaltsstoffliste auch Linalool und Geraniol aufgelistet werden muss, obwohl es sich dabei um einen natürlichen Bestandteil des ätherischen Öls handelt!

Genauso ergeht es auch dem Rosenhydrolat, immer wieder werde ich gefragt, warum denn in dem Hydrolat, obwohl man doch extra eins ohne Alkohol besorgt hat, nun Benzyl alcohol enthalten ist. Auch hierbei handelt es sich um einen natürlichen Bestandteil des Hydrolates und wird nicht zugeführt. Das Hydrolat ist frei von Alkohol! Bei Hydrolaten denen Alkohol beigemischt wird, steht dies deutlich auf dem Etikett.

Was mich besonders traurig, ja sogar wütend macht ist, das es Firmen gibt, die genau diese Gesetze denen auch sehr vertrauenswürdige Unternehmen ausgeliefert sind, ausnutzen um gute Qualität schlecht zu reden, um ihre Produkte als die Besten zu völlig überteuerten Preisen anzubieten.

Zudem wird mit Siegeln geworben die den Eindruck beim Kunden erwecken sollen, dass die ätherischen Öle von besonderer therapeutischer Qualität zeugen. Was verschwiegen wird ist aber, dass diese Siegel von den Firmen „erfunden“ und markenrechtlich ™ geschützt wurden. Es finden also keine unabhängigen Kontrollen statt.

Auch die Behauptung, dass den ätherischen Ölen, welche die Gefahrenstoffpiktogramme auf dem Etikett tragen, Fremd- und Füllstoffe beigemischt werden und dies sogar die EU-Bio-Zertifizierung dies erlaubt, stimmt nicht!

 

Ich arbeite in meiner Schule firmenunabhängig, kenne aber viele Hersteller von ätherischen Ölen, einige Eigentümer sogar persönlich und kann eine ganze Reihe davon guten Gewissens empfehlen (siehe Liste). Diese Firmen sind sogar bestrebt ihre ätherischen Öle von unabhängiger Stelle untersuchen und zertifizieren zu lassen, um größtmögliche Transparenz auch für den Kunden zu schaffen!

 

Einkaufsempf.Blog

Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll als kleiner Überblick dienen. Es gibt mit Sicherheit noch einige tolle Anbieter, die mir aber nicht bekannt sind ;-)

Wenn Sie ätherische Öle einkaufen achten Sie auf eine Etikettierung, die der obigen Erklärung entspricht, vergleichen Sie Preise und orientieren sich an einigen namenhafter Herstellern. Ätherische Öle können nie spottbillig sein, da riesige Mengen an Pflanzenmaterial benötigt werden, um sie zu gewinnen, wenn Ihnen der Preis aber extrem hoch erscheint, dann sollten Sie genauso kritisch sein.

Hören Sie genau hin, wenn Ihnen ätherische Öle als besonders therapeutisch wirksam angeboten werden, auch eine pure Anwendungsempfehlung sollte sie stutzig machen. Seriöse Aromapraktiker/-Berater/-Therapeuten werden immer eine verdünnte Anwendung empfehlen. Auch die innerlicher Einnahme ist in Deutschland unüblich und gehört in die Hände erfahrener Therapeuten oder Ärzten.

Wie erkenne ich

Für die Qualität der ätherischen Öle ist es u.a. wichtig,

  • dass die Pflanzen ohne Pestizide wachsen dürfen,
  • dass sie zum optimalen Zeitpunkt geerntet werden,
  • dass sie naturbelassen (genuin) sind und nicht überlagert.

 

Begriffserklärung

Naturreine ätherische Öle – genuine Öle
Die aus den Pflanzen gewonnen ätherischen Öle wurden nicht verändert. Nur diese ätherischen Öle sollten in Therapie, Pflege und nicht zuletzt auch von „Jedermann“ zur Anwendung kommen!

Apothekenqualität – DAB Öle
Hierbei handelt es sich um ätherische Öle, welche den Richtlinien der Arzneibücher entsprechen müssen. Hierbei kann es vorkommen, dass sie verändert werden, also standardisiert oder retifiziert wurden. Dies bedeutet unter Umstsänden, dass das ätherische Öl zwar den Richtlinien des Arzneibuches entspricht, aber in der Natur so gar nicht vorkommen würde.

Naturidentische – synthetische Öle
Diese Öle bestehen zwar aus Stoffen die es in der Natur gibt, werden aber im Labor „zusammengebaut“. Hier fehlt aber die synergetische Wirkung aller einzelnen Inhaltsstoffe, die es in einem genuinen ätherischen Öl gibt. Zudem weiß man bislang noch nicht, wie sich diese Stoffe auf Mensch und Umwelt auswirken, da sie bisher wenig erforscht wurden.

Synthetische Öle – Parfumöle
Sie bestehen aus ganz neuen, oft in der Natur nicht vorkommenden Molekülen und werden meist in der Duftstoffindustrie (Parfums, Deos, Shampoos, Duschgels usw.) verwendet.

Dosierung

Viele ätherische Öle verhalten sich, unverdünnt auf die Haut gebracht sehr hautreizend und noch mehr schleimhautreizend. Daher gilt eine Empfehlung bei der Qualifizierung zur Aromapflegerin und auch bei anderen Kolleginnen, welche ausbilden von einer 1 - 3 %igen Verdünnung.

Ab einer 3%igen Mischung gehen wir schon von therapeutischen Maßnahmen aus. Da die meisten Pflegenden aber keine Therapeuten sind, dürfen und sollten sie dies auch nur in Absprache mit einem Arzt oder Therapeuten tun.

Einer der Leitsätze, welche die Pflegenden in den ersten Unterrichtsstunden lernen ist folgender:

Aromapflege ist die Anwendung von Aromapflege-Produkten auf intakter Haut!!!

1%ige Mischungen
werden für die großflächige Anwendung wie z.B. Körperpflege, Massagen usw. angewendet

2%ige Mischungen
werden für die Teilanwendung wie z.B. Dekubitusprophylaxe, Pneumonieprophylaxe, Gelenkeinreibungen usw. angewendet

3 %ige Mischungen
werden z.B. bei punktuellen Einreibungen im Akutfall eingesetzt

Bei Säuglingen und Kindern ist die Dosierung wesentlich geringer.

Die Anwendung ätherischer Öle sollte immer von fachkundigen Pflegenden, Beratern oder Therapeuten erfolgen, sie sollte nicht darauf aus sein möglichst großen Profit zu erzielen. Das Wohlbefinden und die Sicherheit des Patient und/oder Kunden haben höchste Priorität!

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Johanniskrautöl - doch nicht so photosensibilisierend wie angenommen

 

Am 24. Juni ist Johannistag. Traditionell wurde das Johanniskraut zwischen dem 21. Juni (Sommersonnenwende) und dem 24. Juni (Johanni) geerntet.

Johanniskrautol

Das Johanniskraut-Mazerat ist ein wertvolles Basisölin der  Aromapflege/-therapie. Mit seinen wunderschönen leuchteten gelben Blüten kann man es gut in den Wiesen finden, eine Verwechslung ist kaum möglich, wenn man die Blüten zwischen den Fingern verreibt, hinterlassen sie eine violett-rote Verfärbung auf der Haut. Daher stammt auch der Volksname "Rotöl", denn das fertige Mazerat ist leicht rötlich verfärbt. Dies ist dem Inhaltsstoff Hypericin, einem roten Pigment, zuzuschreiben.

JHK Hypericin Finger Kopie

 

Johanniskraut Knospe Kopie
Hält man die Blätter gegen das Sonnenlicht, so sieht man viele kleine schwarze Pünktchen, es sieht aus als wäre das Blatt mit Nadeln durchstochen(perforiert). Im Volksmund nennt man es deshalb auch Tüpfelchen - Kraut. Der lateinische Name setzt sich also aus den roten Pigmenten und den Löchern in den Blättern zusammen - Hypericum perforatum.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) steht meist um die Zeit der Sommersonnenwende (21. Juni), dem  Johannistag in vollster Blüte. An diesem Tag des Jahres, hat die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht. Dieses Fest wurde seit Urzeiten gefeiert, als ein Fest des Lichtes. Zu diesem Anlass wurden Sonnwendfeuer entzündet und wer darüber sprang, konnte sich von Krankheit heilen und von dunklen Mächten befreien.

Johanniskraut wächst an sonnigen Wegrändern und auf Magerwiesen. Es wird ca. 80 - 100 cm hoch. Er ist extrem hart, weshalb die Bauern ihm den Namen Hartheu gaben, denn das Heu in dem Johanniskraut enthalten war, wurde dadurch härter.

Im Johanniskrautöl sind zwei wesentliche Bestandteile enthalten:

  • Hypericin
  • Hyperforin

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 Mehr darüber im Seminar mit Dorothea Hamm - Aromatogramm, ein guter Weg bei schlechten Keimen (Klick hier)

 

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Verbrennungsähnliche Hautsymptome wurden bei Weidetieren beobachtet, die Johanniskraut fraßen, und werden als Hypericismus bezeichnet. Prof. Dr. Schempp konnte nachweisen, dass die Lichtempfindlichkeit beim Menschen nicht nennenswert erhöht wird. Phototoxische Reaktionen traten bei einer Dosierung von über 110ng/ml auf. Dieser Wert liegt bei der Anwendung der Haut unter 5ng/ml. Daher ist eine Photosensibilisierung durch das Mazerat nicht zu befürchten. Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm5_29_2003

Paracelsus hat vor mehr als 450 Jahren schon über die Heilwirkung des Johanniskrautes berichtet. Die Pflanze war für ihn eine Art Universalmittel. Er hat es damals schon gegen Depressionen, Melancholie und Hysterie eingesetzt.

 

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Wirkung Johanniskrautol

Johanniskrautöl selbstgemacht:

Die Blüten werden am besten um die Mittagszeit gesammelt und sollten trocken sein. Man benötigt für einen Liter Öl, ca. 250 - 300g Johanniskrautblüten. Ich lasse sie gerne ausgebreitet auf einem Küchentuch noch 1-2 Stunden liegen, damit kleine Tierchen noch rechtzeitig die Flucht ergreifen können. Danach werden die  Blüten in ein helles oder dunkles Schraubglas gegeben und mit 1 Liter kaltgepresstem Olivenöl übergossen.


Alle Pflanzenteile müssen mit dem Öl bedeckt sein.
Etwa 4 Wochen ins Tageslicht stellen. Danach durch ein feines Sieb in eine dunkle Flasche abfüllen und dunkel aufbewahren. Bei kühler und dunkler Lagerung ist ein gutes Johanniskrautöl ca. 2 Jahre haltbar. Als Alternativen zum Olivenöl bieten sich beispielsweise Sesam-, Macadamia- (extrem hautpflegend) oder Sonnenblumenöl an, jedoch ist Olivenöl recht stabil und wird nicht allzuschnell ranzig.

TIPP: Stell ein Öl als Dunkel- und eines als Hellauszug her und mische beide zusammen, so sind die beiden wichtigen Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperforin ausreichend vorhanden

Dieses Mazerat wirkt besonders schmerzlindernd bei rheumatischen Beschwerden. Es besitzt muskelentspannende, wundheilende, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde, antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Außerdem ist es hautpflegend und hilfreich bei Hautproblemen und kann gut mit ätherischem Lavendöl (Lavandula angustifolia) zur Hautpflege bei Sonnenbrand eingesetzt werden.


Hierzu habe ich im letzten Jahr ein neues Mazerat-Experiment gemacht, ich habe 200g Johanniskrautblüten mit 100g Lavendelblüten und Olivenöl mazerieren lassen. Dieses Mazerat kann man genauso einsetzen wie das Johanniskrautmazerat, duftet aber ein wenig krautiger und für mich angenehmer.

Sprühlotion nach dem Sonnenbrand

25 ml Johanniskrautöl
25 ml Rosenhydrolat
5 Tropfen Lavendel fein
5 Tropfen Pfefferminze (für Kinder ab 6 Jahren)
Die Mischung muss vor jedem Aufsprühen geschüttelt werden.

Wusstest Du, dass es auch ein ätherisches Öl vom Johanniskraut gibt?

Die Hauptinhaltsstoffe sind:
Monoterpene, z.B. alpha und beta - pinen
Sesquiterpene (bis 45 %)
Sesquiterpenole
Oxide
und Kohlenwasserstoffe

Das ätherische Öl mische ich gerne in stimmungsaufhellende Körperöle.

Quellenangaben:

Seminar Ursel Bühring und Literatur von Ursel Bührin

Brusteinreibung "Durchatmen"
50 ml Johanniskrautöl
3 Tropfen Benzoe Siam
3 Tropfen Lavendel fein
6 Tropfen Cajeput
3 Tropfen Zeder

Bei Muskulaturschmerzen, Muskelkater oder als Sportöl:
50 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Cajeput
3 Tropfen Lavendel fein
3 Tropfen Latschenkiefer
3 Tropfen Wacholder

 

Wusstest Du, dass es auch ein ätherisches Öl vom Johanniskraut gibt?

Die Hauptinhaltsstoffe sind:
Monoterpene, z.B. alpha und beta - pinen
Sesquiterpene (bis 45 %)
Sesquiterpenole
Oxide
und Kohlenwasserstoffe

Das ätherische Öl mische ich gerne in stimmungsaufhellende Körperöle.

Quellenangaben:

Seminar Ursel Bühring und Literatur von Ursel Bühring

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Der "Nimm-Mich-Duft"

Zwei Tage Basisseminar sind eben zu Ende gegangen. 14 Teilnehmerinnen haben mir zwei Tage sehr aufmerksam zugehört und konnten selbst erleben, wie ätherische Öle auf sie selbst, wie auch auf andere wirken. So gab es bei der "Blindverkostung der Öle" wie eine Seminarteilnehmerin unsere Riechübung nannte, erstaunte Blicke bei den jeweiligen Beschreibungen des gerochenen Duftes. Wurde der Duft von der Melisse von einigen Teilnehmerinnen als zitronig, frisch, hell und klar bezeichnet, so äußerte sich eine andere mit den Worten "Das riecht nach Klostein" oder "der Duft erdrückt mich, ist dunkel und bedrohlich".

Am Ende dieser Übung waren sich alle einig, es braucht einen sehr sensiblen Umgang in der Auswahl der Düfte, insbesondere wenn es sich um z.T. schwerkranke Menschen handelt. Einfach einen Duft auszuwählen den "ICH" als passend erachte, kann dem Patienten vielleicht gar nicht gefallen, geschweige ihm dann "gut" tun.

Bei einer Teilnehmerin ist mir aufgefallen, dass Sie Düfte, die nach der Duftkreismethode im zweiten Qadranten stehen, so gar nicht mochte, sie reagierte fast grimmig und war sehr unruhig.

Heute bot ich ihr, nachdem sie mich fragte, was bei seelischem Herzschmerz passen würde, dann ganz spontan den Rosmarin cineol an - was dann geschah hätte ich filmen müssen, selbst die anderen Teilnehmerinnen konnten es kaum glauben. Sie richtete sich im Stuhl auf, fing an über beide Backen zu grinsen, was anschließend in einem lauten Lachen endete. Sie konnte den Duftstreifen gar nicht mehr von ihrer Nase nehmen und sagte mir: "Das ist er - mein "Nimm-mich-Duft"

Ich selbst war wieder einmal so sehr beeindruckt, wie Düfte uns aufrichten und uns hilfreich stützen können.

IMG 2793

Zu diesem Thema hatte ich vor einiger Zeit schon einmal einen Artikel geschrieben:

Ätherische Öle sind in erster Linie einmal sogenannte Riechstoffe. Sie als Duftstoffe zu bezeichnen wäre schon vermessen, da auch ihr Duft eine individuelle Wahrnehmung ist. So riecht zum Beispiel Frau Müller Rosengeranie gerne und Frau Meier rümpft angewiedert die Nase! Würde man beide nun Fragen wie ihnen der Geruch der Rosengeranie gefällt, würde Frau Müller vermutlich antworten: "Oh schön, den mag ich!", jedoch Frau Meier würde sich eher so äußern: "Igitt, das riecht ja wie vermodertes Rosenöl!" So oder so ähnlich erlebe ich es tagtäglich in meiner Arbeit mit meinen Aromapflege-Schülern. Jeder hat seine ganz eigene Wahrnehmung, sein eigenes Sinnes- und Geruchserlebnis und oft seine ganz eigenen Erinnerungen zu dem Duft.

Gerade die psychische Wirkung der ätherischen Öle auf uns Menschen ist sehr unterschiedlich. Klar gibt es in der Literatur zu jedem einzelnen Öl eine Reihe an Empfehlungen für die psychischen Befindlichkeiten. Angefangen über die Angst bis hin zu Schlafstörungen und Depressionen.

Solche Empfehlungen sind wichtig und treffen auch in vielen Fällen zu, aber.......

Dieses große ABER möchte ich gerne etwas näher erläutern, denn immer wieder werde ich gefragt, welche Öle kann ich bei Schlafstörungen, bei Angst, bei Unruhe oder sogar im psychiatrischen Bereich einsetzen. Darauf gibt es leider keine pauschale Antwort! Entscheidend ist hier immer die Nase der Person, für welche ich das Öl einsetzen möchte - und die Nase sagt uns mehr als wir manchmal glauben und auch realisieren können.

So kann es sein, dass ein unruhiger, schlafloser Patient wunderbar einschlafen kann, wenn man ihm den Duft des Lavendels auf einer Kompresse ans Bett legt - aber genauso habe ich es erlebt, dass Patienten mit dem Duft des Lavendels eher noch wacher und unruhiger werden. Dies kann auf persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Abneigung zurückzuführen sein oder aber wenn man den Lavendel einmal aus der duftkommunikativen Sicht betrachtet - kann es sein, dass der Patient nicht einschläft, weil er noch "unerledigte" Dinge mit sich herumschleppt.
Egal warum, dieser Patient benötigt einen anderen  Duft!

Ein anderes Fallbeispiel ist die Rosengeranie - ein ätherisches Öl was sich großer Beliebtheit in der Pflege erfreut. Meist wird es in hautpflegenden Körperölen z.B. zur Intertrigoprophylaxe eingesetzt.
In der Literatur wird es außerdem bei folgenden Indikationen empfohlen: Stress, hormonelles Ungleichgewicht und Angst.
Immer wieder stelle ich in den duftkommunikativen Gesprächen fest, dass Rosengeranie aber gerade von den Pflegenden mehr als abgelehnt wird. Wenn wir das ganze nun wieder aus dieser Sicht betrachten, wissen wir, dass die Rosengeranie auch für das "KÜMMERN und SORGEN" um Andere steht! Viele dieser Pflegenden stehen so unter diesem "PFLEGEDRUCK", so dass sich ihre Nase regelrecht mit der Abneigung zur Geranie wehrt!


Rosengeranie Kopie

In einem anderen Fall, wurde durch das Riechen von Rosenholz eine schreckliche Erinnerung bei einer schwerst dementen Patientin hervorgerufen - die Pflegekraft hat einen Tropfen Rosenholz auf einen Tupfer neben das Kissen gelegt, während sie die immer wieder "Hallo-hallo"-rufende Patientin gepflegt hat. Dadurch wollte sie etwas Ruhe und eine harmonische Stimmung hervorrufen. Leider ist das Gegenteil passiert - die Patientin fing an zu weinen mit den Worten: "Mama, ich wollte das doch nicht - die haben mir weh getan - bitte Mama verzeih mir!" Aus der Biografie dieser alten Dame ging hervor, dass sie nach dem zweiten Weltkrieg vergewaltigt wurde - worüber sie aber sonst noch nie gesprochen hatte. Aus der Duftkommunikation kennt man diese Art von "Wirkung" des Rosenholzöles - und hätte es in diesem Fall nicht eingesetzt.

Auch muss man unterscheiden, ob die ätherischen Öle im "Hausgebrauch" eingesetzt werden oder bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Hier ist auf eine besondere Dosierung zu achten. Denn was für den gesunden Menschen eine normale Dosierung (bis 3%ig) ist, kann für einen psychischen Erkrankten die "Holzhammer"-Methode bedeuten. Hier werden die Öle meist unter 1%, manchmal sogar noch weitaus niedriger dosiert. Auch der eine Tropfen auf der Duftkompresse wird meist als unangenehm, hoch dosiert empfunden. Hier empfehle ich die Öle schon im Vorfeld auf 10%ig in Jojobawachs
herunterzumischen und davon dann einen Tropfen auf die Kompresse zu geben.

Meine Bitte an alle aromapflegerisch/-therapeutisch arbeitende Menschen:

Lasst die Nase eurer Patienten immer mit entscheiden - seid sensibel und aufmerksam im Umgang mit den ätherischen Ölen - und seid nicht enttäuscht, wenn der von euch ausgewählte und als passend empfundene Duft, von der Nase des Patienten abgelehnt wird! Im Gegenteil, es ist toll, dass ihr es bemerkt habt und den Wunsch des Patienten respektiert!

In diesem Sinne wünsche ich Euch tolle Dufterlebnisse!!!

Diese Art der Duftarbeit kann man in den wundervollen Seminaren mit Christine Lamontain erlernen (klick hier)


lamontain

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