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Über die Anwendung und den sicheren Umgang mit ätherischen Ölen

Facharbeit ASE (Atemstimulierende Einreibungen), Wickel & Auflagen, Hautpflege bei Bestrahlung



Heute darf ich Euch Ausschnitte aus einer der neusten Facharbeiten zur ViVere-Aromapflegerin vorstellen.
Diese Facharbeit wurde von Kerstin Matuschek verfasst. Kerstin ist Pflegende auf einer Palliativstation und durfte dort mit Kollegen zusammen die Aromapflege implementieren. Seit neustem darf sie sogar ein "Aromazimmer" ihr eigen nennen.

Zertifizierungstage zum Gesundheitspraktiker
Foto Eigentum Kerstin Matuschek


Ihr Thema der Facharbeit war die ASE, die sie mit Ihren Kollegen auf der Station fest etablieren konnte. Dazu hat Sie Fragebögen für Mitarbeiter und Patienten entwickelt, die später ausgewertet wurden.

Auszüge der Facharbeit:

 

Mein persönlicher Weg zu den ätherischen Ölen
Schon in meiner Krankenpflegeausbildung (1991-1994) hatte ich Kontakt zu ätherischen Ölen. So haben wir Waschungen mit Lavendel, Pfefferminze und Melisse in Milch emulgiert mit gutem Erfolg eingesetzt.
Im Rahmen der Palliativweiterbildung (2012-2013) haben wir einen Exkurs in die Aromapflege bei Ute Schüller gemacht, was mich begeisterte. Ich machte bei Ihr auch einen dreitägigen Basiskurs, was mir viele praktische Tipps vermittelte.
In dieser Weise getriggert habe ich so lange recherchiert, bis ich diese Ausbildung (bei ViVere Aromapflege) zur Aromapflegerin fand.
Mein persönliches Ziel ist es, die Aromapflege auf meiner Station zu implementieren und im weiteren Verlauf eine gute Zusammenarbeit mit der Strahlenmedizin sowie der Onkologie zu bewirken.
 
 

 

Unsere Einheit umfasst im Regelfall acht Betten, wobei wir phasenweise ein neuntes Bett belegen. 90% unserer Patienten kommen mit Krebserkrankungen unterschiedlichster Art, aber wir haben mitunter auch Patienten mit austherapierten Lungen-, Muskel-, oder Herzerkrankungen.
Unser Pflegeteam umfasst 9 Pflegende, von denen bereits drei einen Basiskurs Aromapflege absolviert haben. Zwei weitere werden folgen, so dass wir aus aromapflegerischer Sicht gut aufgestellt sind. Des Weiteren arbeiten bei uns Küchenassistentinnen, Physiotherapeutinnen, Logopädinnen sowie eine Sozialarbeiterin, eine Psychoonkologin, eine Seelsorgerin, eine Kunsttherapeutin und natürlich das ärztliche Team. Neben der Aromapflege erarbeiten wir zurzeit Konzepte für Klangschale, Basale Stimulation, Akupressur und Pflege nach Bobath, was zeigt, wie „ jung“ wir noch sind.

.......

ASE (Atem stimulierende Einreibung) auf der Palliativstation
 
 
Dum spiro spero = lat. Solange ich Atme hoffe ich (Cicero)

 

Eine große Anzahl unserer Patienten leidet unter Lungentumoren oder -metastasen. Des Weiteren haben wir es bei uns oft mit schmerzbedingter Schonhaltung und Schonatmung zu tun.
Darum werde ich das Thema Atmung /ASE hier vertiefen.
 
Lebensenergie die wir aus dem Atem schöpfen:
Solange wir leben atmen wir, ohne darüber nachzudenken. Das Atemzentrum übernimmt für uns die Anpassung der Atemfrequenz und Atemtiefe (Volumen) an den Bedarf. Es erhält die dafür notwendigen Informationen über verschiedene Nervenbahnen und Messstellen. Richtig zu atmen bedeutet, dass die Atemluft angewärmt, von groben Schadstoffen gereinigt sowie angefeuchtet, ca. 12 / Minuten durch den Körper strömt. Im Idealfall geschieht dies frei von Anstrengung und ist sowohl im Bauch als auch im Becken spürbar.
 
Stress zerstört den natürlichen Atemfluss:
Da Atmung vegetativ gesteuert wird kann es durch anhaltende Stressoren wie  Angst, Stress, Schmerz zu Atemfrequenzen kommen die eigentlich einer Fluchtsituation vorbehalten sind. Dies merken wir sinnbildlich, wenn uns sozusagen „ vor Schreck der Atem stockt“.
Hieraus ergibt sich aus pflegerischer Sicht die Notwendigkeit der Atmung besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
 
Ziel ist es, parallel zu den verordneten therapeutischen Maßnahmen wie:
-       medikamentöse Therapie
-       psychoonkologische Begleitung
-       Physiotherapie
 
sowie mit pflegerischen Maßnahmen für Erleichterung zu sorgen:
-       gutes Raumklima
-       Einsatz von Duftlampen
-       Stressvermeidung/Bewältigung/Entspannung durch Einsatz von
-       Körperpflege-Öl bei der Grundpflege
-       ausgeglichene Tagesstrukturierung mit ausreichenden Ruhephasen sowie
-       Gesprächsangeboten
-       Klangmassagen
-       ASE, mit ätherischen Ölen unterstützt
 
 
 
 

 

Um eine qualitativ gleichbleibende Maßnahme zu erreichen, unabhängig von der
Person, die sie durchführt, habe ich zunächst zwei Fragebögen erarbeitet.
Für die Kollegen, die die ASE durchführen, beinhaltet er Fragen zu:
 
-       Indikationsstellung:
Damit will ich den Blick schärfen, genau darüber nachzudenken, wofür diese
Maßnahme durchgeführt wird, um zu erreichen, dass eben auch der Fokus der
Beurteilung zielorientiert ist. Außerdem soll klar werden, dass es hier nicht um
eine Pneumonieprophylaxe, sondern um bewusste
 
Wahrnehmung,
Atemvertiefung,
Kontaktaufbau (vertrauensbildende Maßnahme)
Schlaf und Entspannung geht.
 
-       Rahmenbedingungen:
Damit bei allen weiteren Einreibungen gleiche Bedingungen zu möglichst guter
Akzeptanz führen müssen 
 
Raumtemperatur,
Störfaktoren,
Patientenaufklärung (Blase entleert/ Verträglichkeitstest),
Pflegepersonal (warme Hände, gesicherter Zeitrahmen),
Technik (gemeinsam besprochen unterstützt durch hausinterne Fortbildung)
aufeinander abgestimmt werden.
 
-       Auswahl der ätherischen Öle nach Vorliebe des Patienten:
Atem vertiefen: Nadelbaumöle
Anregen und aufhellen: Zitrusschalenöle
Entspannen: Blütenöle wie Rose und Lavendel
Angst lösen /sedieren: Krautige Öle wie Majoran und Melisse
 
Für die Patienten die die ASE erhalten, beinhaltet der Bogen Fragen zu:
 
-       Rahmenbedingungen:
Positionswahl/ Bequemlichkeit
Störungen
Raumtemperatur
Dauer der Anwendung
 
-       Wirkung:
Atemvertiefung/ Geruchsempfinden
Entspannung/ Schlaf
Berührungsqualität
 
 
 


 




 
Zwischenauswertung der Fragebögen
Nach bisher 30 befragten Patienten ergab sich folgendes Bild
Der größte Teil der Anwendungen wurde zur Atemvertiefung und zur Entspannung durchgeführt. Lediglich 1/5 zur Schlafförderung. Darüber hinaus fand der überwiegende Teil im Vormittags- und Nachmittagsbereich statt, weniger abends.
Die klassische Position ist auf unserer Station der Kutschersitz, da unsere Patienten häufig nicht auf dem Bauch liegen können. Es stellte sich heraus, dass es sogar dabei Varianten gab. Einige wählten diese Position am Bett, einige am Tisch und wieder andere nutzten das Waschbecken. Daraus ergab sich, dass die Patienten in Zukunft stets an dem Ort gelagert werden, wo sie ihre 1. ASE bekamen.
Bei der Ölauswahl gab es trotz Rezeptvorgaben einige patientenorientierte Abwandlungen, insgesamt jedoch wurden sehr häufig Mischungen mit Lavendel gewählt. Besonders viel die Cajeput-Melisse-Mischung durch hervorragend schleimlösende, sowie muskelentspannende Wirkung auf.
Mit Handschuhen wurde nur gearbeitet, wenn das Pflegepersonal z.B. eine Bagatellverletzung an der Hand hatte.
Alle Patienten waren zumindest vor der 1. ASE erwartungsvoll nervös, da sie so etwas noch nie erlebt haben. Die Atmung war häufig oberflächlich und eher kurzatmig. Nachher dagegen atmeten sie deutlich ruhiger. Die Entspannung trat bei der 1. ASE bei keinem vor der 4. Minute ein, nach jeder weiteren Einreibung konnte der Entspannungseintritt beschleunigt werden. Diesen Eindruck hatten sowohl die Patienten, als auch das Pflegepersonal.
Sich auf die Atmung zu konzentrieren, fiel den meisten Patienten zunächst schwer, was sich aber im Verlauf langsam besserte.
Die Berührungsqualität war für die meisten Patienten angenehm. Hier ist in Zukunft noch mehr darauf zu achten, sehr behutsam vorzugehen, da insbesondere kachektische Patienten besonders empfindlich sind.
Zur Anwendungsdauer braucht man nicht viel zu sagen. Das fanden alle gut so. Nach mehr zu fragen hätte Wellnesscharakter.
Die Raumtemperatur sollte speziell bei kachektischen Patienten über 23°C betragen. Allerdings wünschten COPD- und eher vollleibige Patienten es lieber kühler.
Bei der Duftauswahl sind die meisten Patienten sehr offen und freuten sich über frische Nadel- und entspannende Blumendüfte. Einige brachten sogar Wünsche ein.
Insgesamt haben fast alle Patienten sehr von der ASE profitiert und waren danach auch im zwischenmenschlichen Kontakt offener.





Warme Öl- Wickel oder Auflagen für Brust und Bauch

Bei Beschwerden durch: Atemwegsinfekte, schmerzhafte Verspannungen, Fatique sowie gastrointestinalen Symptomen unterstützen wir die allgemein angeordnete Therapie unter anderem mit Ölwickeln, die die körpereigenen Abwehrkräfte aktivieren. Fragen wir die Patienten, ob sie Interesse an einem Wickel haben, ist die Antwort fast immer: „ Oh, das hat zuletzt meine Mutter gemacht, als ich ein Kind war“.
 
Ziel der Öl Wickel/Auflagen:
 
-       Veränderung der Wahrnehmung:
Der Fokus der Aufmerksamkeit wird von den Beschwerden weg zur Wahrnehmung von Wärme und Duft geleitet. Darüber hinaus kommt es zu Atemvertiefung und Entspannung.
 
-       Ganzheitliche Annahme:
Der Patient wird da abgeholt, wo er ist. Gefühl der Geborgenheit durch
Aufmerksamkeit. Erinnerung an die Kindheit, da Wickel aus dieser Zeit meistens bereits bekannt sind.
 
-       Symptomlinderung durch Wirkung der ausgewählten Öle:
Entspannen: Blütenöle wie Neroli und Lavendel
Geborgenheit und  Angstlinderung: Harze wie Benzoe und Weihrauch
gastrointestinal ausgleichend: Krautige Öle wie Melisse, Öle aus Samen wie
Kreuzkümmel.
 
-       Beeinflussung der Durchblutung:
Seelisch gesehen steht Wärme in engem Zusammenhang mit Wohlbefinden,
Geborgenheit und Gesundheit.
Körperlich gesehen ist Wärme ein Zeichen guter Durchblutung, was für gute
Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen sorgt sowie für guten Abbau und Ausscheidung von Schadstoffen. Sozusagen eine verbesserte Arbeitsleistung .
Wärme setzt bei verkrampften Muskeln den Tonus herab. Entspannung und vertiefte Atmung können folgen.
 
Kontraindikationen:
-       keine Zustimmung des Patienten
-       Sensibilitätsausfälle aufgrund von Tumordruck
-       akute Blutungsgefahr
-       aktuell bestrahlte Haut
 
 
Rahmenbedingungen für Wickelanwendungen:
 
-       Patient ( Aufgeklärt, Verträglichkeitstest durchgeführt, Blase entleert, Zeit,
Ölauswahl  besprochen)
-       Raum (gutes Raumklima, Ruhe)
-       Personal (Zeitrahmen, Technik)
-       Häufigkeit (1× pro Tag über fünf Tage/ bevorzugt nach dem
Mittagessen oder vor dem Schlafen. Nach fünf Tagen zwei Tage Pause.
 
Material:
Hier ergib sich eine stationseigene Variante, da wir auf vorhandenes Material zurückgreifen:
-       2 Dessertteller
-       2 Baumwollwindeln (evtl. als Alternative zurechtgefaltete Küchenrolle)
-       1 Handtuch zum umwickeln
-       20 ml fettes Öl (Oliven- oder Sonnenblumenöl)
-       4° ätherisches Öl nach Wahl oder Absprache
 
Technik:
-       beide Teller für 1- 1,5 Minuten in der Mikrowelle maximal erhitzen
-       während dessen Ölmischung auf eine Baumwollwindel/ Küchenrolle geben
-       Handtuch ausbreiten
-       ab jetzt zügig arbeiten
-       1. heißen Teller auf das Handtuch legen
-       darauf die ölgetränkte Windel ausbreiten
-       2. Teller darauf legen
-       mit der zweiten Baumwollwindel das Ganze eng einschlagen
-       das Handtuch eng darüber zusammenfalten
-       zum Patienten gehen
-       am Patienten Tücher zügig lösen, Temperatur der Ölkompresse an der eigenen  Innenarmseite testen, erst dann beim Patienten auflegen
-       2. Baumwollwindel darüber anbringen
-       mit dem Handtuch eng umwickeln
-       Decke darüber legen
-       einen Moment beim Patienten bleiben, da jeder ein anderes Wärmeempfinden hat und um evtl. noch Veränderungen vornehmen zu können
-       Teller entsorgen

der Wickel bleibt so lange es gefällt (durchschnittlich 20-30Minuten)
Beispiele:



Rezepturen für Öl Wickel oder Kompressen:
Basis
20 ml Olivenöl, da es der sehr hautpflegend, durchblutungsfördernd sowie schmerzlindernd ist.
 
Äth. Ölkombinationen bei Atemwegsbeschwerden:
-       2° Fichtennadel (Abies sibirica): spasmolytisch, antiphlogistisch
2° Lavendel fein (Lavandula angustifolia): spasmolytisch, epithelisierend,
   angstlösend
 
 
Äth. Ölkombinationen bei Einschlafstörungen und entspannungsfördend:
-       2° Lavendel fein (Lavandula angustifolia): sedativ, ausgleichend, angstlösend
2° Melisse ( Melissa officinalis 10%): sedativ, schlaffördernd
 
 
Äth. Ölkombinationen bei Angst/ Depression:
-       2° Bergamottminze (Mentha citrata): antidepressiv, ausgleichend
2° Majoran (Oreganum majorana): stark parasympatikoton, beruhigend,
    harmonisierend
 
Äth. Ölkombinationen bei Blähungen und Bauchkrämpfen:
-       2° Lavendel fein (Lavandula angustifolia): spasmolytisch, ausgleichend
2° Kreuzkümmel (Cuminum cyminum): verdauungsfördernd, endblähend,
          analgetisch
 





Hautpflege während der Bestrahlungstherapie:
 
Damit wir den Patienten auch während der laufenden (palliativen) Bestrahlung helfen können, habe ich mir zusätzlich zur Erlaubnis unserer Oberärztin die Einwilligung der leitenden Strahlenärztin eingeholt. Das ist von enormer Wichtigkeit damit alle gut informiert sind und bei den Patienten keine Unsicherheit entsteht. Oftmals kennen diese den Einsatz der Aromapflege zunächst nicht, sind noch skeptisch und benutzen herkömmliche Cremes.  Wir haben uns gemeinsam auf eine kleine Auswahl an ätherischen Ölen und Pflanzenölen geeinigt. Erst wenn alle behandelnden Ärzte überzeugt sind, werden wir die Anwendungen erweitern. Die Patienten werden außerdem darüber aufgeklärt, dass neben den aromapflegerischen Maßnahmen andere Salben und Cremes nicht benutzt werden können, da sie einen anderen Wirkmechanismus haben.
 
Hier also die vorerst nicht variablen Rezepturen: 
 
Äth. Ölkombination während der Bestrahlung (2%):
-       25 ml Olivenöl
+ 10° Lavendel extra (Lavandula angustifolia vera)
→ je nach der  Bestrahlung und am Abend. Niemals vor der Bestrahlung
 
Äth. Ölkombination nach abgeschlossener Strahlentherapie (2%):
-       20 ml Aloa-Vera Öl oder Olivenöl
+ 8° Lavendel extra (Lavandula angustifolia)
→ 2-3- mal täglich
 
-       48 ml Aloa Vera-Öl, 2 ml Sanddornfruchtfleischöl
+ 10° Lavendel extra (Lavandula angustifolia vera)
+ 10° Niauli (Melaleuca viridiflora)
→ 2-3 mal täglich






Fallbeispiel Bestrahlung aus meinem privaten Umfeld (daher auch eine andere Rezeptur):
 
23-jähriger Patient mit Osteosarkom des kleinen Fingers. Geplant sind 35 Bestrahlungen. Er nutzt ab der 15. Bestrahlung folgende Mischung, die jeweils nach der Bestrahlung und gegen Abend auf den Finger aufgetragen wird.
-       25 ml Olivenöl, 25 ml Calendulaöl
+ 15° Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
+ 3° Niauli (Melaleuca viridiflora)
+ 1° Pfefferminz (Mentha piperita)
+ 1° Weihrauch (Boswellia sacra caterii)
Foto 1 zeigt den Finger nach 26 Bestrahlungen. Die Haut pellt sich, bereitet aber keine Schmerzen. Kühle Luft findet der Patient angenehm.
 





Da er Kälte angenehm findet, erhält er ein Rosenhydrolat, womit der Finger mehrfach nach der Bestrahlung versorgt wird. Außerdem hat er auf folgende Mischung umgestellt, die er kühl auf den Finger auftrug bis er die Bilder 2+3 aufgenommen hat (8 Tage nach Behandlungsende):
-       50 ml Aloa Vera Öl
+ 20° Niauli






Fazit und Ausblick:

Auch wenn seit Eröffnung unserer Station schon zwei Jahre vergangen sind, sind eben doch nur zwei Jahre vergangen. Die Implementierung nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch, als ich zu Beginn dachte, was aber auch mit dem steten Lerneffekt während der Ausbildung zu erklären ist sowie mit meiner Teilzeittätigkeit.
Von enormer Wichtigkeit ist die stete Fortbildung, die auch einen wertvollen, intensiven Austausch mit Kolleginnen aus anderen Einrichtungen ermöglicht und meiner Meinung nach noch durch die Themen Duftkommunikation und Aromapraxis vertieft werden sollte, um ein rundes Paket zu schnüren.
Zum Thema Standardisierung versus Individualpflege könnte man wohl eine eigene Arbeit schreiben. Für unseren Bereich versuche ich einen sicheren Mittelweg zu finden und habe bisher ein überwiegend positives Feedback erhalten.
Es hat sich immer wieder gezeigt, wie wichtig der Dialog mit den Kollegen und Patienten ist, um eine gute zielgerichtete Aromapflege zu gestalten.
Drei Faktoren wurden im Verlauf klar:
-       Kollegen, die Aromapflege an sich selber erleben durften waren deutlich offener und engagierter bei der Anwendung an Patienten
-       Standards sind wichtig, müssen aber individuelle Änderungen zulassen, was nur möglich ist, wenn mehrere Kollegen zumindest eine Basisschulung haben
-       Implementierung hört nie auf. Es ergeben sich stets neue Situationen oder Fakten, die es notwendig machen, zu reagieren und Herangehensweisen zu ändern oder zu ersetzen.

Für die Zukunft sehe ich die Möglichkeiten guter Zusammenarbeit mit weiteren Bereichen unseres Krankenhauses, wenn es möglich wird, einen zeitlichen Rahmen abzustecken, was wahrscheinlich die größte Herausforderung ist im Rahmen immer enger geschnürten Ressourcen. In der festen Überzeugung der Sinnhaftigkeit dieser Überlegung werde ich auch weiterhin versuchen Schritt für Schritt diesen Teil der Pflege zu erschließen. 




Quellen:
-       E. Zimmermann: Aromatherapie für Pflege und Heilberufe Stuttgart: Hauk-Verlag 2011
-       M. Werner, R. von Braunschweig: Praxis Aromatherapie Stuttgart: Hauk-Verlag 2012
-       D. Wabner: Taschenlexikon der Aromapflege Bad Kötzing und München Verlag Systemische Medizin
-       Wikipedia
-       Unterrichtsunterlagen S. Herber: Schulungen, Seminare, Ausbildung Schwollen

 


 
Herzlichen Dank liebe Kerstin für Deine Zustimmung, andere an Deinen tollen
Erfahrungen teilhaben zu lassen!

 

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Heiße Tage - Coole Tipps

In dieser Woche erwartet uns eine Omegahoch, dies bedeutet zumindest für die kommenden Tage eine stabile Wetterlage mit heißen Temperaturen.

Viele freuen sich sehr, dass der heiß ersehnte Sommer nun kommt. Aber die Hitze ist nicht für alle Menschen immer angenehm, viele suchen Abkühlung in Schwimmbädern oder im Schatten, einige sitzen in klimatisierten Büros oder anderen Räumen, andere wiederrum können der Hitze nicht entfliehen. So geht es auch den Menschen in Altenheimen und Krankenhäusern.

Mit einfachen Erfrischungssprays, "coolen" Fußbädern, kühle Handwickel und einigem mehr, kann man aber ein wenig Erleichterung verschaffen.

Cool-Splash-Erfrischungsspray

30 ml Pfefferminzhydrolat
4 Tr. Pfefferminze (Mentha piperita)
5 Tr. Bergamotteminze (Mentha citrata)
3 Tr. Zitronenmyrte (Backhousia citriodora)


Die Mischung riecht sehr frisch, dennoch etwas zitronig und fühlt sich kühl auf der Haut an. Sie kann als Dekoltee- und Arm-/Beinspray benutzt werden.

Auch Hydrolate pur können als Erfrischung bei warmem Wetter gute Dienste leisten, gerne benutze ich sie dirket aus dem Kühlschrank:
-Pfefferminzhydrolat
-Orangenblütenhydrolat
-Lavendelhydrolat
-Rosenhydrolat

Kühle Handwickel mit Waschhandschuhen können zwischendurch immer wieder benutzt werden:
Waschschüssel mit kaltem Wasser
5 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita) in das Wasser emulgieren
Waschhandschuhe in das kalte Wasser  eintauchen und auswringen und über die Hände ziehen

Kühle Handwickel mit Pfefferminzwasser
Kühle Handbäder - einfach in der Durchführung und dennoch effektiv
 

Fußbadesalz bei geschwollenen Füßen

250 g Meersalz
5 Tropfen Wachholderbeere (Juniperus communis)
3 Tropfen Lemongrass (Cymbopogon citratus)
3 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens)
4 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
2 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)

von dieser Mischung einen Eßlöffel pro Fußbad
Dieses Fußbad kann man morgens vorbereiten und tagsüber immermal wieder die Füße hineinstellen!


Beinöl bei häufig geschwollenen Beinen und zur Venenpflege

50 ml Aloe Vera Öl
2 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)
3 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens)
2 Tropfen Myrte Anden (Myrtus communis)
3 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
4 Tropfen Bergamotte (Citrus bergamia) oder Grapefruit (Citrus paradisi)


Fußspray bei schweren, geschwollenen und müden Beinen

100 ml Pfefferminz- oder Lavendelhydrolat
2 Tropfen Pfefferminz (Mentha piperita)
3 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
2 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens)
4 Tropfen Palmarosa (Cymbopogon martinii)
2 Tropfen Rosengeranie (Pelargonium x graveolens)
2 Tropfen Wachholderbeere (Juniperus communis)

Peeling für strapazierte Barfuß-Füße

1 Eßl. Olivenöl
1 Teelöffel Zucker
1 Tropfen Weihrauch (Boswellia serrata)
1 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
1 Tropfen Zitrone (Citrus limon)

mit dieser Mischung die Füße einreiben und peelen, dann mit lauwarmem Wasser (ohne Seife) abwaschen.


Für die sonnengeplagte Haut, sollte eine feuchtigkeitsspendene und evtl. leicht kühlende Hautpflege angewendet werden. Hier empfiehlt sich die Haut vor dem Einreiben mit einem Hydrolat (z.B. Lavendel- oder Rosenhydrolat) zu befeuchten. Als Körperöl im Sommer eignet sich ein Aloe Vera Mazerat, es zieht schnell in die Haut ein, kühlt und pflegt sie ohne zu kleben und ist ein toller Feuchtigkeitsspender.
Auch Kokosöl besitzt eine feuchtigkeitsspendende und kühlende Wirkung. Wenn man den Duft mag ist es ein tolles Sommerkörperöl.

Bei einem Sonnenbrand kann man eine 10%ige Mischung aus Aloe Vera Mazerat und Lavandula angustifolia mischen, diese beruhigt, kühlt und regeneriert die schmerzende Haut.

Hier ist das erste Hilfe Öl der Lavendel extra (Lavandula angustifolia) denn er wächst wild in den Höhenlagen (ca. 1500 Meter) der Haute Provence und besitzt mehr als 180 unteschiedliche Inhaltsstoffe. Man nennt ihn auch "Heillavendel". Er wird in mühevoller Handarbeit geerntet.

Bei einem akuten Sonnenbrand kann man ihn pur auf die verbrannten Hautstellen auftragen, oder man gibt ein paar Tropfen in etwas Quark (zimmerwarm) und legt Quarkwickel auf. 


Um einen noch kühlerenden Effekt zu erhalten stelle ich für mich und meine Familie folgende Mischung her:

98 ml Aloe Vera Mazerat
2 ml Sanddornfruchtfleischöl
30 Tropfen Lavendel extra (Lavandula angustifolia)
5 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)

Lavendel-Mazerat mit Kokosöl
1 gute Handvoll Lavendelblüten
in ca. 100 g Kokosöl erwärmen und ca. 2 Std. bei 50° C ausziehen.
Diese Mazerat ist nicht nur im Sommer eine tolle Hautpflege!
Möchte man noch einen kühlenden Effekt erzielen, kann man der Mischung noch 5 Tropfen Pfefferminze hinzufügen.

 
 
Lavendel-Mazerat

After Sun Öl (Sommer)
100 ml Aloe Vera Öl
15 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia) pflegt die sonnenverwöhnte Haut
4 Tropfen Karottensamenöl (Daucus carota) sehr hautpflegend

Schüttel-After-Sun-Sprüh-Emulsion
25 ml Lavendel- oder Pfefferminzhydrolat
25 ml Aloe Vera Mazerat oder Johanniskrautöl
10 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
5 Tropfen Pfefferminze
12 Tropfen Lavendel fein oder extra
3 Tropfen Karottensamenöl
vor jedem Gebrauch kräftig schütteln und dann aufsprühen

Kühlendes After-Sun-Öl

100 ml Aloe-Vera Öl (Mazerat)
12 Tropfen Lavendel fein
3 Tropfen Karottensamenöl
3 Tropfen Bergamotteminze
2 Tropfen Pfefferminze

Öl nach Sonnenbrand
Hier ist das erste Hilfe Öl der Lavendel extra (Lavandula angustifolia) denn er wächst wild in den Höhenlagen (ca. 1500 Meter) der Haute Provence und besitzt mehr als 180 unteschiedliche Inhaltsstoffe. Man nennt ihn auch "Heillavendel". Er wird in mühevoller Handarbeit geerntet.

Bei einem akuten Sonnenbrand kann man ihn pur auf die verbrannten Hautstellen auftragen, oder man gibt ein paar Tropfen in etwas Quark (zimmerwarm) und kann dann Quarkwickel auflegen.

Als Pflegeöl werden auf 50 ml Aloe Vera Öl, 25 Tropfen Lavendel extra gegeben.


Kokos-Sonnenbrand-Notfallmischung

50 g Kokosfett
15 Tropfen Lavendel extra (Lavandula angustifolia)
3 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)





Abkühlung in heißen Schlafräumen
1 Handtuch in eine Schüssel mit kühlem Wasser und 5 Tropfen Pfefferminzöl tauchen und gut auswringen
Das Handtuch wird optimalerweise am geöffneten Fenster aufgehangen. Dies lässt die Luft frischer und kühler werden.
Nicht geeignet bei Schlafstörungen!


Mich erwischt jährlich im Sommer eine Bindehautentzündung, ausgelöst durch klimatisierte Räume und Zugluft:

Erste Hilfe bei Bindehautentzündung
Rosenhydrolat (ohne Alkohol)
vorsichtig auf die leicht geschlossenen Augen sprühen und trocknen lassen
oder Kompressen mit evtl. gekühltem Rosenhydrolat auflegen.

Rosenhydrolat enthält Phenylethanol, dieser besitzt eine stark antibakterielle, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung und wirkt meistens bessser als alle herkömmlichen Augentropfen.


Cool Apple (Erfrischungsgetränk)

1 Liter Apfelsaft (ohne Zucker, am besten naturtrüb)
1/2 Liter Mineralwasser
4 Eßl. Pfefferminzhydrolat




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Ätherische Öle bei Ischiasbeschwerden

Es hat mich erwischt - seit letzten Samstag ärgert mich mein Ischias, wahrscheinlich hatte ich es mit meinem Lauftraining ein wenig übertrieben. Vorgestern Abend war es so schlimm, dass ich kaum mehr laufen konnte. Einschießende Schmerzen, ähnlich eines Stromschlages im Bereich des Po´s quälten mich aufs übelste. Auch Einreibungen mit meinem Schmerzbalsam (Rezept siehe unten) halfen nicht wirklich. Eine Wärmflasche verschaffte mir zeitweise und über Nacht ein wenig Linderung.
Die Schmerzspritze am nächsten Morgen beim Arzt hielt ungefähr 2 Stunden an, danach war der Schmerz schlimmer als zuvor und ich konnte nur noch an einer Krücke oder mit Stütze laufen, auch Sitzen wurde zunehmend unangenehmer.

Nun so langsam kam mein Aromatherapie-Gedächtnis zurück (kennt ihr vielleicht auch, dass einem selbst meist gar nichts einfällt, aber anderen hilft man (Frau) sofort mit tollen Ideen) und meine Schüssler Salze (klick) fielen mir ein.

Folgende "Therapie" probierte ich nun aus:

Heiße 7
10 Tabletten des Schüssler Salzes Nr. 7 werden in heißes Wasser (mit Holz-/Plastiklöffel) verrührt und schluckweise getrunken
-> Nr. 7 Magnesium phosphoricum D12
, bei akuten krampfartigen, einschießenden Schmerzen, ideal auch bei Krämpfen aller Art und Migräne

Die Salze Nr. 3, 5 und 7 stündlich jeweils 2 Stück unter der Zunge zergehen lassen
-> Nr. 3  Ferrum phosphoricum D12 das Entzündungsmittel, auch bei Hexenschuß und entzündlichen Gelenkschmerzen
-> Nr. 5 Kalium phosphoricum D12 das Salz für Nerven und Psyche, bei allem was "wie gelähmt" sich anfühlt (auch psychisch)

dazu eine Johanniskrautölauflage (warm) mit 8 Tropfen Cajeput (Melaleuca cajeputi) und 4 Tropfen Tonkaextrakt (Dipterix odorata) mit Wärmflasche auflegen

Ausserdem kamen noch zwei Akupressurpunkte (Dauerstimulation) hinzu.


Ich konnte es selbst kaum glauben nach nicht einmal zwei Stunden konnte ich ohne Hilfe und fast ohne zu humpeln wieder laufen und sogar Treppen steigen. Die Behandlung führe ich nun noch ein paar Tage durch und hoffe sehr, dass ich nächste Woche wieder mit dem Lauftraining beginnen kann.


WICHTIG: ein Bandscheibenvorfall konnte ausgeschlossen werden, da die Schmerzen nur bis in den Po reichen, Bein und Fuß waren nicht betroffen!

Schmerzbalsam "Statt V....ren"

130 g Sheabutter
20 ml Johanniskrautöl
15 Tropfen Wintergreenöl
25 Tropfen Cajeput
20 Tropfen Lavendel fein
15 Tropfen Eukalyptus globulus


Auf der körperlichen Ebene der Schmerzreduzierung können ätherische Öle durchaus die herkömmliche Behandlung unterstützen und manchmal sogar komplett ersetzen. Da sie lipophil (fettlöslich) sind, können sie die Haut sehr gut penetireren.
Daher werden in der Behandlung von Schmerzen hyperämisierende (durchblutungsfördernde) ätherische Öle häufig als Antirheumatika und Antiphlogistika genutzt, wie z.B. bei:


  • rheumatischen Erkrankungen der Gelenke und Muskeln
  • Ischiasbeschwerden
  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Nacken-Schulter-Schmerzen
  • Neuralgien usw.
Beispielsweise können hier folgende Öle zum Einsatz kommen:

Cajeput (Melaleuca cajeputi)
schmerzlindernd bei rheumatischen, neuralgischen und muskulären Schmerzen

Majoran (Origanum majorana)
entkrampfend, schmerzlindernd

Eukalyptus globulus und radiata (Eucalyptus globulus/radiata)
bei Muskelschmerzen, Neuralgien

Myrte (Myrtus communis)
bei rheumatischen Beschwerden, Gelenk- und Rückenschmerzen

Wintergreen (Gaultheria fragrantissima)
stark entzündungshemmend und schmerzlindernd
Achtung: hier ist auf eine genaue Dosierung zu achten, diese liegt bei max. 0,5 % in einer schmerzlindernden Mischung

Rosmarin cineol (Rosmarinus officinalis c.t. 1,8-Cineol)
durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, schmerzlindernd

Kiefernadel (Pinus silvestris)
schmerzstillend, entzündungshemmend, entkrampfend

Körperöl als alternative zu den herkömmlichen Schmerzsalben:
50 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Wintergreen
5 Tropfen Majoran
10 Tropfen Cajeput
5 Tropfen Kiefernadel
5 Tropfen Lavendel fein





Bei Neuralgien ist Johanniskrautöl unersetzlich, es beruhigt die gereizten Nerven und wärmt.
Als ätherische Öle bevorzuge ich in Mischungen dann Cajeput, Kamille römisch, Tonkaextrakt und Lavendel fein.

Es gibt noch eine ganze Reihe weitere ätherischer Öle die bei der unterstützenden Behandlung von Schmerzen zum Einsatz kommen können. Aber auch hier wie bei vielen anderen Anwendungen sollte eine Pflegekraft im Umgang mit den ätherischen Ölen geschult bzw. ausgebildet sein.

Seminarhinweis: Ätherische Öle bei Angst & Schmerzen am 14. Oktober 2015
Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!



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Steffi Rist
Vielen lieben Dank für die tollen Inspirationen. Ich habe ja schon mit Wintergrün experementiert - da werd ich jetzt mal mit deine... Weiterlesen
Mittwoch, 14. März 2018 23:56
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Aromatherapie für schwere Beine


Es gibt kaum ein Körperteil welches mehr Schwerstarbeit leisten muss, als unsere Füße.
Gerade im Sommer werden die Füße wie auch die Beine oft sehr strapaziert, z.B. durch barfuß laufen, synthetische Schuhe, langes Stehen und die Hitze tut ihr übriges.

Oft sind die Füße und Beine am Abend geschwollen und schmerzen. Mit ätherische Ölen hat man für diese Beschwerden sehr gute Helfer. Wir sollten unseren Füßen, wie ich finde, mehr Aufmerksamkeit gönnen, denn sie müssen wirklich viel leisten in unserem Leben.

Außerdem befinden sich auf unseren Fußsohlen zahllose Reflexzonen, diese könnte man auch als "Hotline" zu unserem Gehirn bezeichnen. Durch die Massage der Reflexzonen können verschiedene Organe aber auch unsere Seele positiv beeinflusst werden. Eine Fußmassage kann unsere Immunssystem stärken und das körperliche Wohlbefinden steigern.

Eine Fußmassage am Morgen fördert sozusagen "die Leichtigkeit des Seins".....

Ätherische Öle für unsere Füße und Beine:

Lavendel fein (Lavandula angustifolia) - ausgleichend, desodorierend, ephithelisierend, antimykotisch

Rosmarin verbenon oder cineol (Rosmarin officinalis) - durchblutungsfördernd, fungizid, aquaretisch (die Harnausscheidung fördernd)

Zypresse (Cypressus sempervirens) - adstringierend (zusammenziehen auf Blutgefäße), phlebotonisch (Krampfadern pflegend), entstauend auf das lymphatische System, schweißhemmend

Wacholder (Juniperus communis) - aquaretisch, entschlackend, tonisierend

Weihrauch (Boswellia sacra) - stark antiphlogistisch (entzündungswidrig), beruhigend, sehr hautpflegend

Teebaum (Maleleuca alternifolia) - stark antimykotisch, phlebotonisch, immunstimuliernd

Sandelholz (Santalum album) - sehr hautpflegend, venös und lymphatisch

Rosenholz (Ania rosaeodora) - sehr hautpflegend, desodorierend, hautregenerierend, antimykotisch

Pfefferminze (Mentha piperita) - desodoriernd, erfrischend, kühlend, antimykotisch

Palmarosa (Cymbopogon martinii) - antimykotisch, desodoriernd, sehr hautpflegend, entstauend auf das Lymphsystem

Narde (Nardostachys jatamansi) - phlebotonisch, hautpflegend, epithelisierend

Neroli (Citrus aurantium ssp. aurantium) - sehr hautpflegend, ausgleichend, phlebotonisch

Myrte Anden (Myrtus communis) - phlebotonisch, stark entstauend auf das Lymphsystem

Manuka (Leptospermum scoparium) - stark antimykotisch, hautregenerierend, juckreizstillend

Lemongrass (Cymbopogon flexuosus) - gefäßerweiternd, antimykotisch, desodoriernd

Rosengeranie (Pelargonium graveolens) - sehr hautpflegend, epithelisierend, entspannend, ausgleichend, antimykotisch, adstringierend



Peeling für strapazierte Barfuß-Füße

1 Eßl. Olivenöl
1 Teelöffel Zucker
1 Tropfen Weihrauch
1 Tropfen Lavendel fein

mit dieser Mischung die Füße einreiben und peelen, dann mit lauwarmem Wasser (ohne Seife) abwaschen

Luxus für die Füße

40 g Kokosfett
10 g Kakaobutter
3 Tropfen Neroli
1 Tropfen Weihrauch
2 Tropfen Ho-Blätter
2 Tropfen Rosengeranie

das Kokosfett und die Kakaobutter im Wasserbad vorsichtig zergehen lassen, dann die ätherischen Öle hineingeben und alles in eine verschließbare Cremedose füllen....


Fußcreme (z.B. bei starker Hornhaut)

40 g Kokosfett
10 ml Jojoba- oder Olivenöl
2 Tropfen Weihrauch
3 Tropfen Rosengeranie
2 Tropfen Lavendel fein
3 Tropfen Rosenholz

Herstellung wie oben beschrieben.

Fußbadesalz bei geschwollenen Füßen

250 g Meersalz
5 Tropfen Wachholder
3 Tropfen Lemongrass
3 Tropfen Zypresse
4 Tropfen Lavendel fein
2 Tropfen Pfefferminze

von dieser Mischung einen Eßlöffel pro Fußbad


Beinöl bei häufig geschwollenen Beinen und zur Venenpflege

50 ml Aloe Vera Öl
2 Tropfen Pfefferminze
3 Tropfen Zypresse
2 Tropfen Myrte Anden
3 Tropfen Lavendel fein
4 Tropfen Bergamotte oder Grapefruit


Fußpflegeöl bei Fußpilz

50 ml Jojobaöl
10 Tropfen Palmarosa
10 Tropfen Lavendel fein
5 Tropfen Manuka
5 Tropfen Teebaum
5 Tropfen Rosengeranie


Fußspray

100 ml Pfefferminz- oder Lavendelhydrolat
2 Tropfen Pfefferminz
3 Tropfen Lavendel fein
1 Tropfen Zypresse
4 Tropfen Palmarosa


Diese Mischungen eignen sich auch für die Anwendung im Pflegeheim/Krankenhaus/Hospiz, wenn "alte Füße und Beine" etwas Zuwendung brauchen.
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Frühlingsgefühle - Aromatherapie im Frühling

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" (Hermann Hesse)


In diesem Jahr lässt der Frühling sehr lange auf sich warten und dies nicht nur regional sondern bundesweit. Der Winter hatte ungewöhnlich wenig Sonnenstunden, so wenig wie noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Zum Vergleich: im Schnitt gibt es 154 Sonnenstunden, aber diesmal gab es nur 96.

Durch die geringe Sonnenstundenzahl in diesem Winter jedoch haben viele Menschen auch Probleme mit der Stimmung. Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit sind keine Seltenheit.

Der Zusammenhang zwischen Tageslicht und Stimmungslage lässt sich folgendermaßen erklären: An kurzen Lichtarmen Tagen trifft zu wenig Tageslicht auf die Netzhaut des Auges. Aufgrund einer Nervenverbindung der Netzhaut mit der Epiphyse (Zirbeldrüse) kommt es dann zu einer vermehrten Ausschüttung von Melatonin. Die Melatonin-Produktion erfolgt in der Zirbeldrüse im Stammhirn aus der Aminosäure Tryptophan über die Zwischenstufe Serotonin.
Die Folge der übermäßigen Melantonin-Ausschüttung: Unsere innere Uhr gerät außer Takt. Man wird müde, schlapp und die Laune lässt zu wünschen übrig.

Aus aromatherapeutischer Sicht können wir dann auf stimmungsaufhellende Öle zurückgreifen. Hier eignen sich besonders gut die Öle mit einem hohen Estergehalt wie z.B. Bergamotte (Citrus bergamia), Bergamotteminze (Mentha citrata), Petit grain (Citrus aurantium ssp aurantium), aber auch die aromatischen Ester (wenn auch nur in winzigen Mengen enthalten) wirken psychisch stark entspannend und stimmungsaufhellend, wie z.B. in der Mandarine (Citrus reticulata), Jasmin (Jasminum grandiflorum) und Tuberose (Polianthes tuberosa).

Liegt aber Frühlingsduft in der Luft, so ist dies wie Doping für unser Gemüt. Dopamin wird als Botenstoff des Glücks, der Lust und des Vergügens beschrieben. Deshalb schweben Verliebte auf Wolke 7 - ihr Dopaminspiegel ist besonders hoch.
Alleine schon die Erwartung, man erlebe etwas Schönes, führt zur Ausschüttung des Dopamins und damit zu den Glücksgefühlen.
Das bedeutet auch die Vorfreude auf den Frühling kann uns schon Glücksgefühle bescheren!!!

Nicht nur die Natur erwacht, sondern auch wir Menschen erwachen aus unserem "Winterschlaf". Es wird wärmer und wir befreien uns von der dicken "Pelle", zeigen wieder mehr Haut. Ausserdem sind wir viel sensibler und reagieren empfänglicher auf bestimmte Reize.



Die Natur erscheint wieder in einem neuen Kleid, es grünt und blüht ringsherum. Wir sprechen von Frühlingsgefühlen, aber warum???? Warum scheint es so, dass wir im Frühling auch oft einen neuen "Liebesfrühling" erleben???

Seminar am 01. Juli 2015 - u.a. mit dem Thema Botenstoffe und ihre Wirkungen

Schuld daran sind die Hormone, diese reagieren auf Licht, welches über unsere Augen in das Gehirn gelangt. Dort wird in der Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melantonin produziert. Eine Studie hat belegt, dass wir im Winter 80 Prozent mehr Melatonin in unserem Körper haben, als im Sommer (A.L.Morera, Journal of Pineal Research, 2006).  Durch die längeren Tage und Nächte im Frühling, wird unsere Aktivität also erhöht.



Schon immer wurde der Frühling und die Liebe von Dichtern und sängern besonders beachtet und in Gedichten und Liedern wiedergegeben.
Um den Ursachen der Glücksgefühle auf die Spur zu kommen, hat man in Blutuntersuchungen bei Freiwilligen herrausfinden können, welche Hormone in welcher Menge vorhanden waren. Dazu mussten einige dieser Probanden ca. 8 Wochen in dunklen Räumen leben. Mit speziellem Licht wurden besonders lange und kurze Tage simuliert.
Hierbei stellte sich herraus, dass der Mensch vom Tageslicht abhängig ist. Je mehr Licht dem Körper zugute kam, desto mehr Serotonin wurde produziert. Serotonin ist ein Botenstoff, welcher für Glücksgefühle und den Schlaf-Wachrhythmus verantwortlich ist. Im Winter sinkt der Seretoninspiegel auf Grund der kurzen Tage und somit weniger Licht und wir fühlen uns schlapp, antriebslos und leiden manchmal sogar unter der sogenannten Winterdepression.

Ist die Umstellung zu schnell, kann es zur Frühjahrsmüdigkeit kommen. An den ersten etwas wärmeren Tagen weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt ab und man fühlt sich schlapp und müde.

Serotonin und verschiedene Sexualhormone werden nun nicht mehr so sehr durch die Melatonin Produktion gehemmt, dadurch steigt das Interesse am anderen Geschlecht sprunghaft an. Auch die Schweißproduktion wird angeregt. Dies ist für das andere Geschlecht ein sehr anregender Duft.
Forscher haben in einer Arztpraxis Stühle mit männlichen Duftstoffen markiert. Während Frauen sich genau diese Stühle zum sitzen ausgesucht haben, machten Männer einen weiten Bogen um diese "Markierung" und suchten sich weit ab einen anderen Platz aus.


Massageöl "Frühlingsgefühle" (für eine sinnliche Paarmassage)
50 ml Mandelöl
2 Tropfen Kardamom (Elettaria cardamomum) -> stimulierend, ausgleichend
2 Tropfen Jasmin sambac (Jasminum sambac) -> aphrodisierend, Herzaspekt
6 Tropfen Blutorange (Citrus sinensis) -> stresslösend, entspannend, fördert Gelassenheit
3 Tropfen Vanilleextrakt (Vanilla fragrans) -> vermittelt Geborgenheit, Verlockung, Verführung


Frühling

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike


Den Frühling kann man riechen, es duftet nach Erde, nach Laub, feucht und dennoch frisch. Erinnerungen an "erlebte Frühlinge" werden geweckt und sorgen mit Hinblick auf den nahenden Sommer, für schöne Gefühle.




 Aktivierende Duftlampenmischung
"Fit in den Tag"
3 Tropfen Litsea (Litsea cubeba)
2 Tropfen Rosmarin (Rosmarinus officinalis c.t. cineol)
3 Tropfen Grapefruit (Citrus paradisi)
1 Tropfen Pfefferminze (Mentha piperita)

Körperöl "Active"
50 ml Aloe Vera Öl
3 Tropfen Rosmarin (Rosmarinus officinalis c.t. cineol)
2 Tropfen Lavandin (Lavandula hybrida)
4 Tropfen Palamrosa (Cymbopogon martinii var. motia)
4 Tropfen Orange (Citrus sinensis)


Viele Menschen starten mit Entschlackungs- und/oder Fastenkuren in den Frühling, diese können wir aromatherapeutisch unterstützen, in dem wir z.B. unsere Haut mit Körperölen pflegen die den Stoffwechsel und die Entschlackung anregen:


Körperöl "Frühlingsfit"
50 ml Sesamöl
5 Tropfen Wachholderbeere -> entschlackend, lymphanregend, hautregenerierend
6 Tropfen Grapefruit -> regt den Hautstoffwechsel an, durchblutungsfördernd, belebend
3 Tropfen Zypresse -> adstringierend (zusammenziehend), entstauend
4 Tropfen Zeder -> regulierend auf die Fettzellen, lymphotonisch

Entschlackungsbad
500 g grobes Meersalz
10 Tropfen Wachholderbeere (Juniperus communis)
5 Tropfen Grapefruit (Citrus paradisi)
5 Tropfen Zitrone (Citrus limon)
8 Tropfen Zeder (Cedrus atlantica)
4 Tropfen Rosmarin (Rosmarinus officinalis c.t. cineol)
6 Tropfen Zypresse (Cupressus sempervirens)
von dieser Mischung ca. 5 Eßl pro Vollbad nehmen


Aromatisches Mineralwasser
1 Flasche Mineralwasser (mit Kohlensäure)
1 Tropfen Zitrone, Grapefruit oder Limette

schmeckt erfrischend und fördert die Ausscheidung über Niere und Leber....

Lebensmittelöle gibt es bei Ingeborg Wäschenbach

Die ersten Sonnenstrahlen

Als Basisöl verwende ich Aloe Vera Öl (Mazerat mit Raps- oder Distelöl), denn es spendet der Haut Feuchtigkeit und hat einen kühlenden Effekt. Es zieht sehr gut in die Haut ein, beruhigt sie und fördert die Selbstheilungskräfte der Haut. Es ist also auch bestens geeignet um die Haut nach einem Sonnenbrand zu pflegen.

Erste Sonnenstrahlenöl
Folgende fetten Öle haben einen eigenen Lichtschutzfaktor:

Haselnussöl -> Lichtschutzfaktor 4
Jojobaöl -> Lichtschutzfaktor 4
Macadamianussöl -> Lichtschutzfaktor 4

100 ml eines der o.g. Pflanzenöle
5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia) hautpflegend, epithelisierend
5 Tropfen Petit Grain (Citrus aurantium ssp aurantium)
3 Tropfen Neroli (Citrus aurantium ssp aurantium) sehr hautpflegend
3 Tropfen Palmarosa (Cymbopogon martinii var. motia) hautpflegend

Lavendelhydrolat (hier gibt es ein tolles Lavendelhydrolat)
kann bei den ersten Sonnenstrahlen die Haut schützen

Buchempfehlungen:
Aromatherapie für Sie (klick hier)
Sorry, das waren die Hormone (klick hier)

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SCHULE FÜR AROMATHERAPIE UND AROMAPFLEGE 

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