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Über die Anwendung und den sicheren Umgang mit ätherischen Ölen

Zwei außergewöhnliche Aromapflege-Facharbeiten

Zwei außergewöhnliche Aromapflege-Facharbeiten

Heute hatte ich die Ehre, zwei besondere Frauen zu prüfen. 

Antje Zimmermann und Yvonne Bonertz haben zwei außergewöhnliche Facharbeiten zur Prüfung eingereicht und ich bin so stolz, dass ich diese beiden kennenlernen durfte und das diese tollen Projekte aus unseren gemeinsamen Ideen und dem erlernten in meiner kleinen, aber feinen Aromatherapie Schule entstanden sind!!!

 

 

Die Freude war groß!

 

Ich darf nun diese Facharbeiten hier vorstellen und wünsche mir sehr, dass viele Leser interesse daran und dem daraus entstanden bekommen.

Beginnen möchte ich mit der Facharbeit von Yvonne:

Yvonne arbeitet seit 2013 im Fachbereich Onkologie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in Trier. 

Sie hat einen Patientenratgeber geschrieben (und auch drucken lassen) mit dem Titel:
"Der begleitende Einsatz ätherischer Öle bei onkologischen Patienten"
Dieser Ratgeber soll zukünftig die Patienten mit nach Hause begleiten, damit diese die Aromapflege auch im häuslichen Umfeld einfach, sicher und kontinuierlich weiterführen können.

 

Der "dufte" Ratgeber für onkologische Patienten

 

Hier ein paar kleine Auszüge aus dem Patientenratgeber:

1.2 Hand-Fuß Syndrom
Unter dem Hand-Fuß Syndrom versteht man eine oft sehr schmerzhafte Hautveränderung die nach der Gabe von zytostatischen Arzneistoffen entsteht. Meistens sind die Handinnenflächen zuerst betroffen, anschließend die Fußsohlen. Erste Symptome sind Kribbeln und gerötete Handkanten.
Hinzu können Schwellungen, schmerzhafte Rötungen, Taubheitsgefühl, Hautschuppung bis hin zu offenen Hautstellen kommen.
Es gibt Hautpflegefirmen die behaupten, dass der Einsatz von ätherischen Ölen gefährlich sei, was aber nach meinen Erkenntnissen absoluter Unsinn ist. Leider ist es in vielen Infobroschüren so beschrieben, was die Patienten zusätzlich verunsichert.

Erste Hilfe verschafft oft ein Hand-oder Fußbad mit kühlem Wasser. Dazu 1 Tropfen Lavendel fein ( Lavandula angustifolia) und 1 Tropfen Kamille blau ( Chamomilla recutita). Beides in 1 Eßl. Kaffeesahne emulgieren und ins Wasser gießen.

Als anschließende Hautpflege:
50 ml Mandelöl (Prunus dulcis)
10 Tropfen Lavendel fein( Lavandula angustifolia)
6 Tropfen Niaouli ( Melaleuca viridiflora)
Es empfiehlt sich auch eher weiche Socken und Kleidung anzuziehen, keine Gummihandschuhe oder Material, in dem man leicht schwitzt. 

2. Mund und Schleimhäute

 


2.1 Mund-und Schleimhautveränderungen
Die Zellen der Schleimhäute sind sehr wachstumsaktiv, das Schleimhautgewebe erneuert sich ständig. Die oberen Zellschichten werden abgetragen und neue Zellen wachsen nach. Die Geschwindigkeit dieses andauernden Regenerationsprozesses ist hier am größten.
Wird im Falle einer Bestrahlung oder Chemotherapie die Regeneration der Schleimhäute gestört kommt es  vor allem im Mund zu Schädigungen. Neben der fehlenden Regeneration kommt hinzu, dass der  angegriffenen Mundschleimhaut die natürliche Schutzbarriere fehlt. Bakterien und Mikroorganismen haben es hier ganz leicht, in das Gewebe einzudringen und sich zu vermehren. Es können Entzündungen entstehen, die sehr schmerzhaft und belastend sind.

Neben der sorgfältig durchgeführten Mundpflege hat uns die Natur hier ein ganz besonderes, fettes Öl zur Verfügung gestellt: Das Sanddornfruchtfleischöl (Hippophae rhamnoides)

Auf unserer Station war Sanddornfruchtfleischöl das fette Öl, welches für mich den Einstieg in der Einführung der Aromapflege erleichtert hat. Wir hatten eine Patientin, die einen langen Leidensweg mit einer schwerwiegenden Mukositis hinter sich hatte. Es kam sogar so weit, dass sie über einen langen Zeitraum Morphium bekommen musste und parenteral ernährt wurde, weil sie so starke Schmerzen hatte. Die Ratlosigkeit war sehr groß weil kein Medikament dagegen geholfen hatte. 
Ich habe dann die Wirkung von Sanddornfruchtfleischöl rausgeschrieben, Quellenverweise daran gemacht und es unseren Stationsärzten vorgelegt. Ich durfte es daraufhin in der Apotheke bestellen und am nächsten Tag bekam die Patientin es dann schon. Was dann geschah verblüffte selbst mich. Die Patientin war so begeistert das sie sofort mehrmals täglich 3-4 Tropfen von dem Öl einnahm. Sie berichtet, dass ihr dies sehr den Schmerz nehme und sie das Gefühl habe, endlich wieder etwas essen zu können. Innerhalb von 10 Tagen war der Mund fast vollständig abgeheilt. Unser leitender Oberarzt wollte damals mit aller Gewalt das Sanddornfruchtfleischöl absetzen aber die Patientin hat sich sehr gewehrt und mit allem gedroht was ihr eingefallen ist, wenn er es wagen würde. Sie war so offen gegenüber den Ölen und hat sich auch wirklich mit vielen verschiedenen Maßnahmen begleiten lassen. Kurz darauf  forderte der Oberarzt eine ausführliche Studie, die ich mit Sabrinas Hilfe auch vorlegen konnte.
Danach folgte ein Sanddornprojekt worin alle Patienten auf die Wirkung von Sanddornfruchtfeischöl aufmerksam gemacht wurden und es auch prophylaktisch eingenommen haben. Die Mukositis ist seitdem deutlich auf dem Rückmarsch.  

Anwendung:
2-3 mal täglich 5-10 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl in den Mund träufeln und mit der Zunge verteilen. Das Sanddornfruchtfleischöl ist erhältlich in Reformhäusern oder bei der Firma Primavera.
Einen guten Zusatz bildet noch Birkenzucker (Xylit), zu beziehen bei www.feeling.de
1 Teelöffel in Wasser auflösen und anfangs bei laufender Therapie 1/2 stündlich, später 1-2 stündlich den Mund damit ausspülen

3. Magen-Darm Trakt

3.1 Übelkeit und/oder Erbrechen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen bei Chemotherapie gehören Übelkeit und Erbrechen.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei der körpereigene Botenstoff Serotonin. Dieser aktiviert unter anderem das Brechzentrum im Gehirn und löst Übelkeit und Erbrechen aus. In manchen Fällen ist dieser Mechanismus sehr wichtig, beispielsweise bei einer Magen-Darm Infektion. Dort werden dann gefährliche Erreger ausgeschieden.
Die Therapie greift hauptsächlich die Zellen an, die sich häufig teilen - also Krebszellen, aber auch die Darmzellen erneuern sich ständig und sind deshalb besonders anfällig für die Therapie. Die geschädigten Darmzellen setzen Serotonin frei, welches an einem Rezeptor auf der Oberfläche von Nervenzellen andockt und somit das Brechzentrum im Kopf aktiviert.
Neben der Übelkeit bei der Chemotherapie kann es auch nach der Bestrahlung zu Übelkeit kommen. Bei dem sogenannten „Strahlenkater“ oder in der Fachsprache genannten Strahlensyndrom kommt es ebenfalls oft zu einer erhöhten Neigung zu Übelkeit und/oder Erbrechen. Auch für diese Form gelten die unten genannten ätherischen Öle. Bei der Auswahl ist es unbedingt sehr wichtig den Patienten miteinzubeziehen. Ekelt er sich davor, nützt auch das beste ätherische Öl nichts.

Sehr wohltuend ist auch eine sanfte Bauchmassage mit einer anschliessenden warmen Auflage. 

Bauchwohl-Mischung
10 ml Johanniskrautöl
2 gtt Lavendel fein (Lavandula angustifolia) 
1 gtt Pfefferminze (Mentha piperita)

Die Mischung sanft im Uhrzeigersinn einmassieren. Anschließend ein Handtuch mit warmem Wasser befeuchten und auf den Bauch legen. Mit einem trockenen Handtuch abdecken. Auf Wunsch noch eine Wärmflasche obendrauf oder schön warm zudecken.
Auch die Anwendung von Pfefferminzhydrolat hat sich sehr gut bewährt.

Die Mischung in Form eines Raumsprays ist eine beliebte  Methode um Übelkeit zu bekämpfen. Es kann bei Belieben auch auf das Kopfkissen aufgesprüht oder auf einer Kompresse in die Nähe des Gesicht gelegt werden.

Mischung
50ml Pfefferminzhydrolat (alternativ auch Wodka)
15 gtt Pfefferminzöl (Mentha piperita)
15 gtt Ingweröl (Zingiber officinale)
In eine Braunglasflasche mit Sprühaufsatz füllen, gut schütteln und in Nasennähe zum Einatmen versprühen. (Vorsicht, nicht in die Augen!)

ODER in Form eines Riechsalzes
Ein kleines Schraubglas oder einen Tropfenbecher mit
1 gtt Zitrone und
2 gtt Pfefferminze befüllen, anschliessend 
50g normales Haushaltssalz darauf 
und mit geschlossenen Deckel schütteln.

Alle Mischungen können mehrmals täglich angewendet werden.
Die Einnahme von Ingwerkapseln wirkt ebenfalls gut gegen Übelkeit. Man kann auch die Knolle mit heißem Wasser übergiessen, abkühlen lassen und schluckweise langsam trinken.

 

 

Rund um den Bauch

 

Die Inhalte des Patientenratgebers

 

 

Der Patientenratgeber kann absofort vorbestellt werden unter www.vivere-aromapflege.de


Nun die Vorstellung der Projektarbeit von Antje Zimmermann:

Als Antje vor über einem Jahr im Aromachemie Seminar saß, viel mir auf, dass sie plötzlich anfing Komikfiguren zu zeichnen. Bei genauerem hinschauen, stellte ich jedoch fest, dass sie nicht aus Langeweile oder mangelndem Interess zu malen anfing, nein ich erkannte plötzlich Monoterpene und Aldehyde als lustige Zeichnungen.

In der Pause habe ich sie dazu ermuntert doch daraus ein Plakat und ein Spiel für Aromapflege-Schüler zu entwickeln - erst schaute sie mich völlig irritiert an, dann aber sah ich ihr das Gedankenkarusell in ihrem Kopf an und sie meinte, sie denkt darüber nach.
In einem ihrer nächsten Seminare überraschte sie mich dann mit einem selbstgemalten Plakat und gestalteten Molekülkarten, nun war das "Molekül-Spiel" geboren.

Heute nun durfte ich es bei der Vorstellung ihres Projektes in den Händen halten - sie hat ein tolles Lernspiel entwickelt und gestaltet. Dieses Spiel kann alleine oder aber auch mit mehreren Spielern gespielt werden.

 

Dieses Set mit Spieleanleitung im tollen Umkarton kann man nun vorbestellen

 

 

 

Hier ein paar Auszüge aus Antje´s Facharbeit:

Mein persönlicher Weg zu den ätherischen Ölen
Es hat sehr früh angefangen. Mein Vater war zu Gast in Vietnam  und bekam als Gastgeschenk unter anderem Essstäbchen.
Als ca 10-Jährige war ich fasziniert von dem Duft und der Struktur des Holzes, aus denen sie gefertigt waren. Meine Eltern erklärten mir, sie wären aus Sandelholz geschnitzt.
Sandelholz, so etwas exotisches hatte ich zu diesem Zeitpunkt  noch nie gehört und was mich aber auch nicht daran hinderte, immer wieder diesem betörenden Duft zu schnuppern.
Den Sommer verbrachte ich oft im Garten der Großeltern. Ich erinnere mich an so viele schöne Gerüche. Der Anbau von Gemüse und Obst, Blumen. Der Duft vom warmen, von der Sonne aufgeheiztes Holz und Dachpappe. Wir Enkel schliefen im Spitzboden der Laube. Es war ein Fest für meine Nase. 
Beschreibung meiner Tätigkeit
Ich arbeite am Klinikum Chemnitz – ein Haus der Maximalversorgung,
in der Mund-, Kiefer-, Gesicht-, plastischen und wiederherstellenden Chirurgie. 

Es ist ein weitgefächertes Fachgebiet und umfasst z.B.
•     traumatische, wiederherstellende und / oder tumorbedingte Frakturen sowie tumorbedingte Weichteildefekte im Gesicht- und Mundbereich, 
•     Zahnextraktionen bei pflegeintensiven multimorbiden Patienten
•     operative Versorgung vor / oder nach Bestrahlung / Chemotherapie
•     Transplantationstherapie bei Wundheilungsstörungen und Hautdefekten im Gesicht oder am Körper 

Die Pflege dieser Patienten gestaltet sich im Allgemeinen als sehr anspruchsvoll.
Ein Grund dafür ist unter anderem auch, unser Gesicht ist die Visitenkarte eines Menschen. Jeder kennt die Unannehmlichkeiten, wenn ein “Pickel” auf der Nase sitzt und glänzt.
Ebenso ist die Aufnahme von Speisen zu sehen. Nichts ist unangenehmer, unbefriedigender für den Patienten nicht richtig essen und schlucken zu können.

Wenn Nahrungsmittel vielleicht auf Grund einer Tumorerkrankung, bei Schmerzen, wegen diversen Operationswunden, Missempfindungen nach der Chemotherapie oder/ und der Verordnung des Arztes. nicht gegessen werden können.   
Die Lebenslust, die Lebensqualität, ja die Selbstbestimmung hängen sehr eng mit der Qualität einer Nahrungsaufnahme zusammen.
Im Jahr 2011 ist die AG Aromapflege am Klinikum gegründet worden, seit der Zeit bin ich aktives Mitglied.

Wir entwickelten im Laufe der Jahre Standards für die Aromapflegeanwendung für  den Stationsalltag am Klinikum Chemnitz. Es gibt unterschiedliche Resonanzen.                                   
Das Ärzteteam der MKG steht der Aromapflege offen gegenüber. 
Zu den vier vorhandenen Standardmischungen und acht Einzelölen, können wir Sanddornfruchtfleischöl für den Bereich im Mund nutzen, wenn der Patient es toleriert.                                                          
Die herkömmliche und komplementäre Pflege stellen für mich eine schöne Kombination der ganzheitlichen Pflege dar. Leider ist diese aus Kapazitätsgründen nicht immer durchführbar. 

Vorstellung der Projektarbeit


Entwicklung eines Lernplakates und eines Kartenspieles, mit dessen Hilfe die Chemie der ätherischen Öle spielerisch erfassbar wird. 
Im Rahmen meiner zur Aromapflegerin bei Sabrina Herber, ViVere - Ausbildungszentrum für Aromapflege (www.vivere-aromapflege.de), wird jeder mit der Chemie bekannt gemacht und es kann mehr oder weniger Freude bereiten sich damit zu beschäftigen.
Das „Land der Moleküle“, wie Sabrina die Chemie liebevoll nennt, ist schwer verdauliche Kost. 
In diesem Zusammenhang entschloss ich mich, mehr Freude zu haben zu wollen und zeichnete für jede einzelne Stoffklasse ein Comic-Symbol. Sie verkörpern für mich die Eigenschaften der einzelnen Stoffklassen, Bsp. zwei unterschiedliche dicke Wolken, einmal viel Luft zubekommen, das Symbol für Monoterpenoxid. Die andere Wolke „leert“ sich aus, ein Zeichen für expektorativ -> auswurffördernd, was die Diterpene kennzeichnet.

 

 

120 tolle Karten hat Antje entworfen

 

 

Sie ermöglichen mir auf eine visuelle Art, die Chemie der ätherischen Öle plastisch für mich erfassbar und lernbar zu machen. 
Die Comic-Symbole waren auch die „Hebammen” zur Idee, ein Spiel zu entwickeln, was einerseits Spaß machen soll und andererseits ein Anreiz zum Lernen schafft.
Sabrina Herber ermutigte und bestärkte mich bei dieser fixen Idee und somit war das Projekt startklar
Die ersten Schritte bestanden aus vielen Stunden am PC mit Recherche.
Es wurden Modelle gebastelt, Unmengen an Papier, Kleber und Nerven verbraucht.                                                                                                                   
Das Resultat war ein Plakat, das den Ursprung, den Zusammenhang und die Komplexität der Chemie ätherische Öle /Pflanzenöle verdeutlichen soll.

 

Das Plakat zum Moleküle-Spiel

 


Die Karten können ab sofort auch vorbestellt werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vielen Dank an Antje und Yvonne, dass ich Eure Projekte vorstellen darf.
Ich würde mich riesig freuen, wenn die beiden Projekt großen Anklang finden würden, denn beides ist eine riesige Bereicherung für die Aromapflege und die Aromatherapie! 

Alle Anfragen werden von mir an die beiden weitergeleitet und von beiden bearbeitet und beantwortet.

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Schlaffördernde und muskelentspannende Anwendung nach dem Nachtdienst


Wie versprochen stelle ich Euch die Ausschnitte aus der Projektarbeit von Anna Maria Solbach vor:

Anne Maria arbeitet seit 1996  als Fachkinderkrankenschwester für Intensivpflege in einer Kinderklinik in Siegen. Dort gibt es zwei Intensivstationen, auf welchen sie im Rotationsverfahren eingesetzt wird.
Bei den Früh und Neugeborenen werden die Hautpflege und Bauchmassagen mit Olivenöl durchgeführt. Ätherische Öle werden wegen der Hautunreife der Frühgeborenen nicht verwendet. Beruhigende bzw. belebende Waschungen, Teilmassagen oder die Mundpflege mit ätherischen Ölen könnten bei größeren Patienten zu deren Wohlbefinden beitragen, dürfen leider aber noch nicht verwendet werden. 
Daher hat sich Anna Maria ein anderes Thema für ihre Projektarbeit ausgesucht:

Schlaffördernde und muskelentspannende Anwendung nach dem Nachtdienst

Themenfindung
Da wir bei unseren Patienten nicht mit ätherischen Ölen arbeiten, war es anfangs schwierig für mich ein Thema für die Facharbeit zu finden. Ich habe mich gefragt, wem kann ich "Gutes tun", wenn unsere Patienten nicht in Frage kommen. Da ich viel im Nachtdienst arbeite, überlegte ich mir, welche Probleme bei der Arbeit im Nachtdienst bzw. nach dem Dienst vermehrt auftreten. Für mich persönlich war die Frage schnell beantwortet: meistens habe ich im Nachtdienst vermehrt Muskelverspannungen, auch ist die Schlafqualität sehr wechselhaft. Daher stellte ich mir die Fragen: Wie sieht es bei meinen Kolleginnen aus? Kann ich ihnen etwas Gutes tun?
Ich recherchierte über ätherische Öle, welche sowohl bei Muskelverspannungen bzw. Schlafstörungen hilfreich sind. Danach habe ich eine Rezeptur für einen Balsam entwickelt. Die Suche nach freiwilligen Testpersonen konnte losgehen. 15 Kolleginnen waren bereit den Balsam nach dem Nachtdienst zu testen, und anschließend den von mir entworfenen Fragebogen zu beantworten. So entstand mein Facharbeitsthema.

 

Lavendelfoto - Sabrina Herber

Der Schlaf und seine Störungen

         „Wer schlafen kann, darf glücklich sein.“ 
                                                                                  Erich Kästner
Schlafdauer
Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beträgt die optimale Schlafdauer zwischen 6-7 Stunden, ist jedoch individuell unterschiedlich.
Durchschnittlicher Schlafbedarf pro Tag beim Menschen:
Neugeborene      
bis 18 Std.
5-12 Jahre      
9 -11 Std.
1-12 Monate     
14-18 Std.
Jugendliche     
9 -10 Std.
1-3 Jahre      
12-15 Std.
Erwachsene / Ältere      
6-8 Std.
3-5 Jahre      
11-13 Std.
Schwangere     
> 8 Std.

Die häufigsten Schlafstörungen sind:
Einschlafstörungen
Man spricht davon, wenn man länger als eine halbe Stunde zum Einschlafen benötigt.
Durchschlafstörungen
Hierbei handelt es sich um einen oberflächlichen Schlaf. Nach dem Aufwachen vergeht mehr als eine halbe Stunde bevor man wieder einschlafen kann. Hierbei ist der Tiefschlafanteil vermindert und somit auch der REM Schlaf bzw. der Traumschlafanteil.
Außerdem gibt es noch das vorzeitige Erwachen, wo der Schlaf nach wenigen Stunden beendet ist. BeiSchlafrhythmusstörungen handelt es sich um Störungen des Wechsels zwischen Wach und Müdigkeitsphasen, wie sie beim Jet-lag zu beobachten sind.
Die Ursachen für Schlafstörungen können sehr  verschieden sein. Sie lassen sich in folgende Gruppen einteilen.
Physikalisch: z.B. obstruktive Schlafapnoe, Restless legs, Lärm, Lichteinfall
Physiologisch: z.B. Änderungen des Tag/Nachtrhythmus, Jet-lag
Psychologisch: z.B. Ärger, Stress
Psychiatrisch: z.B. Manien, Depressionen
Pharmakologisch: z.B. Kaffeekonsum, Nebenwirkung von Medikamenten, Alkohol
Körperlich/Organisch: z.B. Restless legs, Krankheiten, Schmerzen
Diese Krankheiten können auftreten, wenn der Körper wegen Schlafmangel keine Erholung mehr bekommt.
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Depressionen
  • Burn-Out
  • Diabetes
  • Alkoholabhängigkeit   

Schlaf bei Schicht- bzw. Nachtdienst

Unsere „innere Uhr“ ist für den Wach/Schlafrhythmus bzw. Tag/Nachtrhythmus verant­wort­lich. Der Mensch ist wach, wenn es hell ist und schläft bei Dunkelheit. Dafür sind unterschiedliche Botenstoffe zuständig, die im Hirnstamm, Thalamus und Hypothalamus gebildet werden. Die Formatio reticularis, ist eine den Hirnstamm durchziehende netz­förmige Struktur, die aus einer Ansammlung von Nervenzellen besteht. Ihre Neuro­transmitter Noradrenalin und Acetylcholin erregen den Thalamus. Die Aufmerksamkeit wird erhöht, der Mensch ist wach. Die Botenstoffe Seretonin und y-Aminobuttersäure ( GABA ) sind für die Abnahme der Aufmerksamkeit zuständig. Der Schlaf wird eingeleitet. Der Hirnstamm bremst die Aktivität und der Muskeltonus erschlafft. Der Hypothalamus ist mit dem Auge verbunden. Bei Dunkelheit werden weniger Botenstoffe Histamin und Orexin produziert. Orexin hat normalerweise eine appetitsteigernde Wirkung, ist hier aber maßgeblich für das Schlaf/Wachverhalten verantwortlich. Außerdem beeinflusst das Melatonin unser Schlafverhalten. Es wird in der Zirbeldrüse freigesetzt und vermehrt in den Abendstunden produziert, was heißt, bei Dunkelheit wird geschlafen. Dieser biolo­gische Rhythmus ist bei Nachtschichtarbeitern gestört, da sie am Tag schlafen und in der Nacht arbeiten müssen.
Durch das Wechselschichtsystem mit ihren Nachtdiensten treten Probleme auf, die für die betroffenen Personen von großer Bedeutung sind.   

Frauen und Nachtarbeit

Viele Frauen, v.a. im Krankenhaus arbeiten in der Nacht. Das ermöglicht ihnen Familie und Beruf zu vereinbaren. Es hat sich gezeigt, dass Frauen häufiger müder sind als Männer, da ihnen die Doppelbelastung Haushalt, Familie und Beruf doch sehr viel abverlangt. Die Freizeit ist deutlich reduziert, da der Haushalt geführt und die Kinder versorgt werden müssen. Folge ist, dass bei Frauen die Fehltage durch Krankheit im Vergleich zu Männern erhöht ist. Muskuläre Beschwerden, Schlafstörungen, seelische Probleme oder Menstruationsbeschwerden sind dafür häufige Ursachen. Aus Zeitmangel ist es oft nicht möglich sich einen Ausgleich zum Beruf zu ermöglichen. Dabei wären Sport und Entspannung als gesundheitliche Prävention dringend notwendig.
Naturheilkundliche Therapie bei Schlafstörungen soll das Wohlbefinden und die Gesundheit erhalten. Im Idealfall können Medikamente reduziert oder noch besser abgesetzt werden. Ätherische Öle, die u.a. bei Schlaflosigkeit eingesetzt werden können sind z.B.:
  • Lavendel fein/extra (Lavandula angustifolia/vera)
  • römische Kamille (Anthemis nobilis)
  • Neroli (Citrus aurantium L.ssp.amara)
  • Mandarine rot  (Citrus reticulata)
  • Melisse (Melissa officinalis)
  • Vetiver (Vetiveria zizanoides)
  • Sandelholz (Santalum album)
Die ätherischen Öle werden über den Geruchssinn (olfaktorisches System) an das Gehirn übertragen. Inhaliertes bzw. auf die Haut aufgetragenes Öl gelangt in die Blutbahn und übt eine messbar psychologische Wirkung aus. Das Verhalten ändert sich. Die Anwendung der ätherischen Öle erfolgt mit Voll- und Teilbädern, Massagen und Einreibungen, in einer Duftlampe oder als Duftmeditation.
Auch Heilpflanzen können als Teezubereitung gegen Schlaflosigkeit helfen, diese sind vor allem:
  • Lavendel
  • Hopfen
  • Johanniskraut
  • Melisse

Auch Muskelverspannungen treten bei Kolleginnen und Kollegen nach dem Nachtdienst vermehrt auf:

Behandlung von Muskelverspannungen

Unterschiedliche Maßnahmen tragen dazu bei, Muskelverspannungen zu lindern:
  • Wärme, z.B.  Rotlicht und Sauna
  • warme Vollbäder
  • Entspannungstechniken, z.B. autogenes Training, Yoga
  • Bewegung und gezieltes Training der betroffenen Muskelgruppe
  • Physiotherapie und Massagen
  • Akupressur
  • systemische oder lokale Schmerzbehandlung

Wärme entspannt die Muskulatur, Entspannungstechniken sind für den Abbau von psychischem Stress wichtig und durch Physiotherapie und Training wird die schwache Muskulatur gefördert und aufgebaut. Eine entzündungshemmende, durchblutungs- fördernde und schmerzlindernde Behandlung wird häufig mit Hilfe von Schmerz­medikamente bzw. Salben erzielt.
Folgende ätherische Ölekönnen, wie die herkömmlichen Schmerzmittel auch, zur Muskelentspannung beitragen und die Wirkung unterstützen:
Bei Muskelkater hilft u.a., Cajeput (Melaleuca leucadendra cajeputi), Ingwer (Zingiber officinale), Mandarine rot (Citrus reticulata)
durchblutungsfördernd wirken u.a., Fichte (Picea obovata), Majoran (Origanum majorana), Rosmarin (Rosmarinus officinalis ct. Borneon oder Cineol), Vetiver  (Vetiveria zizanoides)
entzündungshemmend wirken u.a., Angelikawurzel (Angelica archangelica), Cajeput (Melaleuca leucadendra cajeputi), Eukalyptus (Eucalyptus radiata), Immortelle (Helichrysum italicum), Lavendel (Lavandula angustifolia/vera), Manuka (Leptospermum scoparium), Melisse (Melissa officinalis), Petit grain (Citrus aurantium ssp aurantium), Rose (Rosa damascena), Teebaum (Melaleuca alternifolia), Weihrauch (Boswellia serrata), Zeder (Cedrus atlantica)
krampflösend wirken u.a., Basilikum (Ocimum basilicum), Douglasie (Pseu­dotsuga menziesii), Kamille römisch (Anthemis nobilis), Lavendel (Lavandula angustifolia/vera), Lorbeer (Laurus nobilis), Majoran(Origanum majorana), Manda­rine rot (Citrus reticulata), Muskatellersalbei (Salvia sclarea), Pfefferminze (Mentha piperita), Vetiver (Vetiveria zizanoides), Ylang Ylang (Cananga odorata)
schmerzstillend wirken u.a., Cajeput (Melaleuca leucadendra cajeputi), Eisen­kraut (Verbena officinalis), Eukalyptus ct. Citriodora, Ingwer (Zingiber officinale), Lavendel (Laveandula angustifolia/vera), Melisse (Melissa officinalis), Pfefferminze (Mentha piperita), Rosmarin (Rosmarinus officinale ct., Teebaum (Melaleuca alternifolia), Ylang Ylang (Cananga odorata)
psychisch entspannend wirken u.a., Basilikum (Ocimum basilicum), Benzoe ( Styrax benzoe ), Eisenkraut , Eucalyptus ct.Citriodora, Ingwer (Zingiber officinale), Jasmin Absolue (Jasminum officinale), Kamille römisch (Anthemis nobilis), Lavendel (Lavandula angustifolia/vera), Majoran (Origanum majorana), Mandarine rot (Citrus reticulata), Muskatellersalbei (Salvia sclarea), Neroli (Citrus aurantium), Petit grain (Citrus aurantium), Rose (Rosa damascena), Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
Präventiv können regelmäßige Entspannung, Training der beanspruchten Muskulatur und gesunde Arbeitsbedingungen Muskelverspannungen vorbeugen.

Meine Rezeptur für ein Schlafbalsam

Viele ätherische Öle helfen sowohl bei Schlafproblemen, als auch bei Verspannungen aller Art. Daher überlegte ich, welches Pflanzenöl und welche ätherischen Öle zur Verfügung stehen. Hier habe ich mich dann für das Johanniskrautöl (Hypericum perforatum) und das Calophyllumöl (Calophyllum inophyllum) im Verhältnis 9:1 entschieden. Das Mazerat aus Johanniskrautblüten wirkt muskelentspannend, hilft bei Neuralgien und hat eine beruhigende Wirkung. Das Wirk­stofföl Calophyllum habe ich in niedriger Dosierung dazu genommen, da es ein bewährtes Öl  bei Rheuma, Ischialgien und Athritis ist. Mit den ätherischen Ölen Lavendel extra (Lavandula angustifolia/vera), Kamille römisch (Anthemis nobilis), Muskatellersalbei (Salvia sclarea), Ingwer (Zingiber officinale) und Vetiver (Vetiveria zizanoides) sowie Bienenwachspellets habe ich ein 3%igen Balsam hergestellt.

Johanniskraut - Sabrina Herber
Rezeptur
90   ml    Johanniskrautöl   (Hypericum perforatum)
10   ml    Calophyllumöl   (Calophyllum inophyllum)
20   Tr.   Lavendel extra  (Lavandula angustifolia/vera)
10   Tr.   Kamille römisch  (Anthemis nobilis)
10   Tr.   Muskatellersalbei  (Salvia sclarea)
15   Tr.   Ingwer  (Zingiber officinale)
 5    Tr.   Vetiver  (Vetiveria zizanoides)
10   g     Bienenwachs

Meine Ölmischung bei Muskelverspannungen

Da mehr oder weniger alle meine Kolleginnen unter Muskelverspannungen leiden, habe ich für sie noch eine Ölmischung mit anderen Basisölen bzw. ätherischen Öle hergestellt.
Als Basisöl habe ich ein natives Olivenöl (Olea europaea) und Calophyllumöl (Calo­phyllum inophyllum) gewählt. Mit den ätherischen Ölen Cajeput (Melaleuca  leucadendra cajeputi), Tonka (Dipteryx odorata), Mandarine rot (Citrus reticulata), Muskatellersalbei (Salvia sclarea) und Majoran (Origanum majorana) habe ich ein Öl hergestellt, welches hautfreundlich, erwärmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, entkrampfend und entspannend auf die Muskulatur wirkt. Wie der Balsam ist auch die Ölmischung 3%ig.

Rezeptur
90   ml    Olivenöl (Olea europaea)
10   ml   Calophyllumöl (Calophyllum inophyllum)
15   Tr.   Cajeput (Melaleuca cajeputi)
15   Tr.   Tonka (Dipteryx odorata)
10   Tr.   Mandarine rot (Citrus reticulata)
10   Tr.   Muskatellersalbei (Salvia sclarea)
10   Tr.   Majoran (Origanum majorana)

Anna Maria hat Fragebögen und Evalutionsbögen zu Schlafqualität und Muskelverspannungen an die teilnehmenden Kolleginnen ausgeteilt. Zusammenfassend gab es folgende Rückmeldungen:

Zitate
„Durch den angenehmen Duft konnte ich besser abschalten und schneller einschlafen“.
 „Ich wurde entspannter und konnte besser einschlafen“.
„Entspannter Schlaf, schneller erholt, nach dem Aufstehen mehr Energie“.
„Das Einreiben mit dem Balsam hat mir gutgetan und war entspannend. Den Geruch (Duft) fand ich sehr angenehm. Dieser hat mich anschließend beim Schlafen „wohlig“ begleitet“.
„Von der Schlafdauer nicht, war aber entspannter“.
 „Der Geruch beruhigte mich schön und ließ mich schneller einschlafen“.
„Ich habe durchgeschlafen und bin auch nicht wegen Durst, Hunger oder Harn­drang aufgewacht. Das ist wirklich eine Veränderung“
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Balsam mit der Zeit gut gewirkt hat. Nach einer sehr stressigen Nacht, nach der ich sonst erfahrungsgemäß wegen Grübe­leien nicht einschlafen konnte, bin ich zu Bett gegangen und war total entspannt. Ich konnte sofort meine Gedanken abschalten und bin eingeschlafen. Tatsächlich habe ich auch durchgeschlafen, was sonst nur ganz selten der Fall ist. Auch war ich nach dem Aufstehen sehr erholt.
Unterschiedlicher waren die Aussagen nach dem Gefühl des Wachseins nach dem Aufstehen. Positive Aussagen waren, „ich war entspannt, gut erholt ausgeruht“. Einige sprachen von mehr Energie nach dem Aufstehen. Einige waren aber auch erschöpft und träge und brauchten Zeit um „in Gang zu kommen“. Viele waren wie immer müde nach dem Aufstehen.
Fazit
Laut Definition hatte keine meiner Kolleginnen eine Schlafstörung, auch wenn es manchmal als solche empfunden wird. Trotzdem konnten sich viele mit dem Balsam besser entspannen und schliefen besser. Ich glaube mit dem erzielten Ergebnis kann ich zufrieden sein, da die Anwendungsdauer ja sehr kurz war. Bei einem kontinuierlichen Gebrauch könnte das Ergebnis wahrscheinlich noch verbessert werden.

Evaluation "Muskelverspannungen"

Muskelverspannungen kamen in  beiden Gruppen vor, allerdings vermehrt bei den älteren Kolleginnen. Überwiegend wurden die Verspannungen in beiden Gruppen im Hals/Schulter/Nackenbereich beschrieben, während in der Gruppe 2 zusätzlich  noch Verspannungen im LWS Bereich angegeben wurden. Der betroffene Bereich wird überwiegend als verspannt, versteift und verhärtet angegeben.
Beide Gruppen geben an, dass die Beschwerdennach langem Stehen zunehmen. Wahrscheinlich ist das statische Stehen am Inkubator bei der Versorgung der Frühge­borenen dafür verantwortlich. Bei den größeren Kinder gibt es noch Betten, die nicht höhenverstellbar sind, somit ist ein „rückenschonendes Arbeiten“ kaum möglich. Glücklicherweise sind diese Betten fast alle ausgemustert worden. Auch das Betten und die Lagerung von größeren, sedierten Patienten ist oft nicht so einfach, was zu Vers­pannungen führt. Ein weiterer Grund ist das Sondieren der kleinen Patienten, die mit einem Elternteil „Känguruhen“. Hier wird in gebückter Haltung die Nahrung verabreicht, was oft Verspannungen auslöst. Die älteren Kolleginnen verspüren die Beschwerden neben dem statischen Stehen auch beim Sitzen und bei Bewegung. Nur eine junge Kollegin gab  Beschwerden bei Bewegung an. 2/3 sind der Meinung, dass die Ver­spannun­gen im Nachtdienst verstärkt auftreten.

Zitate
„Hilft auch sehr gut außerhalb des Nachtdienstes, z.B. bei Muskelzerrungen,         Verspannungen und Verstauchungen“.
„Habe den Balsam meist auf die verspannten Bereiche aufgetragen. Nach dem Aufwachen waren diese dann meistens weg. Ich glaube das die Verspannungen durch die Anwendung schneller weg waren als sonst“.
"Dezente Linderung der Schmerzen/Verspannungen im Nackenbereich, allerdings nicht immer“.
„Verhärtungen lösten sich langsam“.
„Nackenverspannungen etwas gemindert“.
Der Balsam verminderte laut Arbeitskolleginnen auch das „Schweregefühl“ in den Beinen.
„Die Beine waren schneller warm, das „Schwere und Wehgefühl“ nach dem Aufstehen war weniger“.
Auch hier ist eine längere Anwendungsdauer empfehlenswert und würde wahrscheinlich zu einem noch besseren Ergebnis führen. Allgemein ist der strenge, würzige Geruch des Balsam als angenehm empfunden worden. Der Duft entspannte und beruhigte. Außerdem wurde ein „angenehmes Hautgefühl“ beschrieben.
Alternativ zum Balsam habe ich meinen Mitarbeiterinnen noch ein Öl zur Muskelent­spannungen gemischt.

Fazit

Auch wenn der Balsam oder das Öl nicht bei allen die gewünschte Wirkung erzielt hat, was bei der kurzen Anwendungsdauer auch kaum zu erwarten war, haben die meisten Kolleginnen positive Erfahrungen mit den ätherischen Ölen gemacht.
Bei den Schlafproblemen waren viele nach dem Nachtdienst entspannter, konnten schneller abschalten und schliefen somit schneller ein. Leider war die Anwendungszeit nach dem Nachtdienst sehr kurz. Mit 3 bzw. 4 Nächten, glaube ich, konnte kein besseres Ergebnis erzielt werden. Bei naturheilkundlichen Präparaten, wie z.B. Lasea bedarf es auch einer gewissen Zeit, bis es wirkt. Viele waren auch vom „krautig würzigen“ Geruch sehr angetan, der sie „wohlig“ einhüllte. Damit konnten sie besser abschalten und somit leichter einschlafen. Die Muskelverspannungen, die sie nach dem Nachtdienst verspürt haben, waren nach dem Aufstehen wesentlich angenehmer zu ertragen. So seien die Verspannungen ver­schwunden bzw. wurden als deutlich reduzierter wahrgenommen. Bei einigen waren die „schweren Beine“ verschwunden und andere Kolleginnen lobten die erwärmende Wirkung des Öls bzw. des Balsams. Das angenehme Hautgefühl wurde auch mehrfach positiv erwähnt. Einige Kolleginnen bevorzugten den Balsam, während andere das Öl als angenehmer empfanden.
Somit habe ich mein Ziel erreicht und konnte meinen Kolleginnen etwas „Gutes tun“. Einige Aufträge für den Balsam bzw. das Öl, die bei mir eingegangen sind, bestätigen das. Wichtig war es mir aber auch, meine Arbeitskolleginnen für die Aromapflege mit ihren ätherischen Ölen, zu sensibilisieren. Ihr Interesse habe ich wecken können. Das ist sehr wichtig, da sie mir bei der Einführung der Aromapflege auf unserer Station unterstützend zur Seite stehen werden.
                                      
Quellenangaben

Literatur
Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe
Eliane Zimmermann
5., aktualisierte Auflage, Haug Verlag

Aromatherapie – Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle
Eliane Zimmermann
2012 Irisana Verlag

Handbuch Ätherische Öle
Katharina Zeh
5.Auflage 2012, Joy Verlag

Praxis Aromatherapie
Monika Werner/Ruth von Braunschweig
2., aktualisierte Auflage, Haug Verlag

Pflanzenöle
Ruth von Braunschweig
4.Auflage 2012, Stadelmann Verlag

Seminarunterlagen Sabrina Herber

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Internet
Wikipedia
Duden
Arbeitsmedizinische Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. , Nacht und Schichtarbeit
Schlafprobleme bei Schichtarbeit, www.charite.de
Aromapraxis aktuell Nr.20/2007 S.5, Eliane Zimmermann
www.special-rückenschmerz.de
www.beschwerdebilder der Muskeln.de
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