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Blog



Über die Anwendung und den sicheren Umgang mit ätherischen Ölen

Basics Ätherische Öle Teil 1

Für mich und viele alte Hasen und Häsinnen ist der tägliche Umgang mit ätherischen Ölen und ihre Anwendung so selbstverständlich wie das Zähneputzen. Durch meine administrative Tätigkeit in verschiedenen Facebook Gruppen und Gesprächen mit Menschen in meinem Umfeld, erlebe ich es immer wieder, dass so viele überhaupt nicht wissen, wie sie ätherische Öle richtig einsetzen können.

Dies hat mich dazu veranlasst eine kleine Serie über die wichtigsten Basics zu starten und ist für Einsteiger bestens geeignet um sich schnell mit dem Thema vertraut zu machen.

Geschichtliches

Die Verwendung ätherischer Öle geht vermutlich bis in die Zeit um 3000 v. Chr. zurück. In dieser Zeit wurden schon Blüten und Kräuter destilliert um Hydrolate zu gewinnen. Diese Destillate sind nicht mit den ätherischen Ölen der heutigen Zeit zu vergleichen. Auch die Erwähnung verschiedener "Essenzen" in der Bibel beweist nicht, dass es sich um die Verwendung ätherischer Öle oder der erwähnten Pflanze handelt. 

Später haben die Araber dann die Destillation neu entdeckt und im Mittelalter weiterentwickelt. Die Franzsosen nutzten allerdings die teueren Düfte (im Mittelalter) nicht nur als Parfum, sondern vor allem um unangenehme Körperausdünstungen zu übertünchen, denn waschen war sozusagen "out".

Im zwanzigsten Jahrhundert prägte dann vor allem der franzsösische Chemiker René-Maurice Gattefossé (* 1881 bei Lyon; † 1950 in Casablanca) die heutige Aromatherapie maßgeblich mit. Bei einem Laborunfall erlitt er schwerste Verbrennungen mit einer schweren Wundbrandinfektion. Diese damals noch tödlich verlaufende Infektion behandelte er mit Lavendelöl. Der Erfolg der Behandlung veranlasste ihn sich der Aromatherapie voll und ganz zu widmen.

Heute werden ätherische Öle nicht mehr nur für die Raumbeduftung verwendet, sondern finden Einsatz in der Schulmedizin und der Pflege. Mittlerweile gibt es hunderte Studien über die Wirksamkeit z.B. bei Tumorerkrankungen, bei multiresistenten Keimen, zur Schmerzreduktion und vielem mehr.

Was sind eigentlich ätherische Öle?

Das Wort "ätherisch" bedeutet soviel wie "himmlisch". Ätherische Öle werden aus vielen Pflanzen und unterschiedlichen Pflanzenteilen gewonnen. Es handelt sich um hochkonzentrierte pflanzliche Stoffe. Ein ätherisches Öl ist ein sogenanntes Vielstoffgemisch und enthält nicht selten mehrere hundert unterschiedliche Inhaltsstoffe. Diese entstehen durch verschieden Stoffwechselprozesse in der Pflanze.

Ätherische Öle sind nicht wasserlöslich! Dies bedeutet, wenn sie als Bade- oder Waschzusatz verwendet werden, müssen sie zuerst emulgiert werden.

Mögliche Emulagoren für Badezusätze sind:

  • Salz
  • Sahne oder Kaffeesahne
  • Honig
  • Pflanzenöl wie z.B. Mandel- oder Olivenöl

Wichtig: Vermische erst das ätherische Öl mit dem Emulgator und gib dann diesen Mix dem Bade- bzw. Waschzusatz zu.

Dosierung:

Vollbad: max. 5-10 Tropfen ätherische Öle

Fuß- oder Handbad: 2-4 Tropfen ätherische Öle

Beachte: Zitrusöle können gerade in Verbindung mit warmem Wasser die Haut empfindlicher Menschen reizen.

 

Zurück zur Frage was ätherische Öle eigentlich sind....

Ätherische Öle sind das essentielle einer Pflanze, sie schützen diese und liefern ihr Energie!

 

Wie werden ätherische Öle gewonnen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten ätherische Öle aus den Pflanzen herauszulösen:

  • Wasserdampfdestillation
  • Kaltpressung
  • Alkoholextraktion
  • Absolues
  • Co-Destillation
  • Enfleurage

Die häufigste Gewinnungsmethode ist die Wasserdampfdestillation. Die meisten therapeutisch verwendeten ätherischen Öle werden so gewonnen.

Hierbei wird Wasser erhitzt bis es verdampft, der Wasserdampf steigt durch das Pflanzenmaterial hindurch und nimmt die wasserlöslichen und die wasserunlöslichen (ätherischen Öle) Bestandteile "huckepack" und entreist diese der Pflanze. Nun muss der Wasserdampf abgekühlt werden. Daraus entsteht nun das ätherische Öl, welches sich wieder vom Wasserdampf abscheidet, da es ja wasserunlöslich ist und das  sogenannte Hydrolat.

Im Hydrolat befinden sich nun die wasserlöslichen Bestandteile der Pflanze wie z.B. Phenylethanol im Rosenhydrolat oder die Rosmarinsäure uvm.

Merke: Das Hydrolat ist ein Nebenprodukt der Wasserdampfdestillation und kann auch nur hierbei gewonnen werden!

 

Soviele Pflanzen - so wenig ätherisches Öl:

Wusstest Du dass

 

Buchempfehlung: 

Hydrolate von Eliane Zimmermann, ISBN: 978-3-200-03370-2

 

Wie erkenne ich

 

Einkaufsmöglichkeiten

Einkaufsempfehlungen 1

 

Dosierungsempfehlungen im Überblick

Expose Buchprojekt 1

Weitere Informationen, Tipps und Anregungen demnächst im Teil 2!

 

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Kann Aromatherapie bei Neugeborenen mit Opioid-Entzug helfen?

Diese Frage stellten sich Dr. Shook und Dr. Daniel. Beide arbeiten als Ärzte in der neanatologischen Abteilung des Klinikums in Kentucky.

Als Neonatales Abstinenzsyndrom bezeichnte man man in der Medizin eine Entzugssymptomatik bei Neugeborenen drogenabhängiger Mütter. Dabei kommt es zu Tremor, Zittrigkeit, Muskelhypertonus, kurze Schlafphasen, schrillem Schreien und Symptomen des Magen-Darm-Traktes. Es ist insbesondere bei Konsum von Hartdrogen mit Atemstörungen zu rechnen. Das Auftreten von akuten Atemnotsyndromen bei diesen Säuglingen ist erhöht. (Quelle Wikipedia) Die Behandlung kann eine Opiatersatztherapie erfordern und zu langen Krankenhausaufenthalten führen.

Dr. Lori Shook und Dr. John Daniel von der Neonatologie-Abteilung des Kentucky Kinderkrankenhauses in Lexington, Kentucky erforschen die Auswirkungen der Aromatherapie bei der Behandlung des neonatalen Abstinenzsyndroms (NAS). Bestehende kleine Studien über die Verwendung von ätherischem Lavendelöl versprechen eine Verringerung einiger o.g. Symptome.

Dieses Team von Ärzten im Kentucky Kinderkrankenhaus untersucht die Wirksamkeit eines Lavendel- und Kamille-Inhalations-Patches von BioEsse zur Verbesserung von Stress und Schlaf bei Säuglingen, die sich einer Behandlung für NAS unterziehen müssen. In erster Linie sollten Ängste, Unruhe und Stress gemindert werden.

Design ohne Titel3

Dr. Shook und Dr. Daniel haben 2015 eine Pilotstudie mit positiven Ergebnissen bei der Verwendung der o.g. Aromatherapie, als eine adjunktive Behandlung für Babys gestartet. Seitdem nahmen 40 Säuglinge mit dem Neonatalen Abstinensyndromdie an der Studie teil. Die Aromatherapie wurde als komplementäre Maßnahme zu den notwendigen medizinischen Maßnahmen angewendet. 

Diese Säuglinge erhalten eine Aromatherapie, bestehend aus den ätherischen Ölen von Lavendel und Kamille, zusätzlich zur Standardpflege, die Morphin-Ersatz-Therapie, Säuglingsmassage und Musiktherapie. Die Patches der Firma BioEsse TM enthalten 50% Lavendel und 50% Kamille und geben ihren Duft über einen Zeitraum von 2-8 Stunden ab.

Die Vergleichsgruppe erhielt die gleiche Behandlung jedoch ohne die Aromatherapie Patches.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass Babys, die Aromatherapie erhielten,  durchschnittlich 6,4 weniger in der Klinik verbleiben mussten, als Kinder die ohne ätherische Öle behandelt wurden. Zudem berichten die Forscher von geringeren Dosierungen der erforderlichen entzugsfördernden Medikamente.

Die Wirkung der ätherischen Ölen hat auch einen wirtschaftlichen Vorteil:

Die Verkürzung der Aufenthaltsdauer eines NAS-Kindes in der Klinik reduziert aber auch ´ medizinischen Kosten. Ein Tag  Behandlung  kostet etwa
$ 5.000 für ein Baby.
Die Studie deutet darauf hin, dass Aromatherapie-Patches, bei etwa zwei Dollar pro Stück die Kosten erheblich reduzieren kann.

Die patentierten Inhalationsflecken werden in Minnesota von Bioesse Technologies hergestellt.

Ein umfangreicher Artikel zu der Studie kann hier nach gelesen werden: http://tisserandinstitute.org/addicted-from-birth/?utm_source=Tisserand+Institute&utm_campaign=18dd4051fa-EMAIL_CAMPAIGN_2017_07_26&utm_medium=email&utm_term=0_3ee447cf2f-18dd4051fa-424733649

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Hilfreicher Umgang und einfühlsame Kommunikation bei Menschen mit Demenz

Von unseren fünf Sinnen ist der Geruchssinn sicher derjenige, den den besten Eindruck der Unsterblichkeit vermittelt.
(Salvatore Dali)

Mit dem Fortschreiten einer demenziellen Erkrankung kommt es bei den Betroffenen immer mehr zu Einschränkungen in den kommunikativen Fähigkeiten wie auch in den Alltagskompetenzen.
Persönliche Bedürfnisse, Ängste, Gefühle der Überforderung wie häufig auch Schmerzen des Erkrankten können nicht mehr verbal mitgeteilt werden, sondern finden ihren Ausdruck  in einem veränderten Verhalten.  
Dieses kann sich in abwehrenden, agitierten oder auch als aggressiv bezeichneten Verhaltensweisen äußern und das Miteinander im Pflegealltag stark belasten. 
Das gezeigte herausfordernde Verhalten der Patienten führt  in stationären Einrichtungen  oft zum Einsatz von Psychopharmaka.

Doch gerade diese Patientengruppe reagiert sehr sensibel auf den Einsatz von Neuroleptika, ernste gesundheitliche Beeinträchtigungen können die Folge sein.  
Aber was lässt sich im Gegenzug tun? 
Die Aromapflege und ihre Arbeit mit ätherischen Ölen findet in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Demenz immer mehr Beachtung. 
Studien und Erfahrungsberichte können heute bestätigen, dass der Einsatz unterschiedlicher pflegerischer Aromaanwendungen bei Unruhe und Erregtheit sehr positiven Einfluss auf die psychische Befindlichkeit des demenzerkrankten Menschen nimmt und zu deutlich mehr Wohlbefinden und seelischer Entspannung beiträgt.
(Text Eva Maria Anslinger)


anslinger

Eine einfühlsame Kommunikation auf Augenhöhe bei Menschen mit Demenz, kann den Alltag sowohl in der häuslichen, als auch in der stationären Pflege einfacher machen. Solche Gespräche können einen erblüffenden Wirkung erzielen, denn es ist gar nicht so einfach den richtigen Zugang zu Menschen mit einer demenziellen Erkrankung zu finden.

Wenn der Vater die eigene Tochter nicht mehr erkennt, nicht mehr zeitlich und örtlich orientiert ist, Angehörige des Diebstahls bezichtigt ist es schwierig die richtigen Worte zu finden, damit die Situation nicht eskaliert.

Wertschätzendes Verhalten und eine sensible Kommunikation ermöglicht einen Zugang zu Menschen mit Demenz. Wir Gesunde können nicht erwarten, dass der an Demenz erkrankte Mensch uns versteht, vielmehr müssen wir uns in seine derzeitige Situation versetzen um ihn und sein Verhalten besser zu verstehen und um damit umgehen zu können.

Sowohl Pflegende, als auch Angehörige können in diesem 2-tägigen Workshop viel über die einfühlsame Kommunikation erfahren und in Übungsbeispielen erlernen. Auch die Aromapflege bietet sowohl den Pflegenden, als auch den an Demenz erkrankten Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten um in Kommunikation zu treten.

Inhalte

  • Grundlagen und Grundprinzipien für einen wertschätzenden Umgang
  • Non-verbale Kommunikation bei Menschen mit Demenz
  • Die gute Kontaktaufnahme am Krankenbett /Aspekte von Vertrauen und Sicherheit
  • Richtig Kommunizieren bei altersbedingtenEinschränkungen und Erkrankungen der Sinnesorgane
  • Die Bedeutung generationsspezifischer Prägungen für den kommunikativen Umgang in der Pflege
  • Verstehender Umgang bei Realitätsverlusten des Patienten
  • Einfühlsam Kommunizieren mit anderen Erlebenswirklichkeiten

Anwendungen aus der Aromapflege

  • Duftbiografie/ Duftanker setzen
  • Hilfen bei Hilfen bei Unruhe, Erregtheit, Wut,
  • Hilfen bei Angst und Ängstlichkeit
  • Hilfen bei Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Traurigkeit
  • Einreibungen, Auflagen, Duftkompressen,
  • Teilbäder wie Hand- und Fußbäder
  • Hilfen aus der MediAkupressur ®

Anmeldung (klick hier)

Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass die Arbeit für Pflegende mit demenziell Erkrankten Menschen nicht nur als Belastung, sondern auch als Bereicherung empfunden werden kann, das Pflegende besser das Verhalten von diesen Patienten verstehen und damit umgehen können, dass für alle am Pflegeprozess Beteiligten (Patienten, Angehörige, Pflegende) ein Gefühl von gegenseitigem Vertrauen und Verstehen gibt.

 

Teil des Pflegekonzeptes bei alten und demenziell Erkrankten Menschen


Alte Menschen leiden oft unter vielen unterschiedlichen Erkrankungen oder auch Mehrfacherkrankungen (Multimorbidität), bekommen viele unterschiedliche Medikamente (Polymedikation) und sind durch vorhandene funktionelle Einschränkungen belastet. Gerade dadurch treten nicht-medikamentöse Therapien bei Demenz Erkrankten immer öfter in den Vordergrund. Die Wirkung der Aromatherapie konnte in einigen Studien belegt werden z.B.:

  •  Mit dem Einreiben von verdünntem Melissenöl konnte in einer placebokontrollierten Studie an 72 Menschen mit schwerer Demenz gezeigt werden, dass bei 60% der Patienten nach vier Wochen dieser Anwendung auf Gesicht und Arme eine 30%ige Verbesserung der Unruhezustände zu verzeichnen war.       
    [Ballard, C.G.; O'Brien, J.T.; Reichelt, K., Perry, E.K.: Aromatherapy as a safe and effective treatment for the management of agitation in severe dementia: the results of a double-blind, placebo-controlled trial with Melissa. in J Clin Psychiatry. 63/7, Juli 2002].
  •  Bei Senioren, mit Schlafmedikation wurde der Schlaf untersucht. Danach beobachtete man, wie sie ohne die  Medikamente schliefen->schlecht, anschließend inhalierten sie mit Lavendelöl. Der Schlaf war wieder genau so gut wie mit den Schlafmedikamenten.
    [Hardy M, Kirk-Smith M, Strech D: Replacement of drug treatment for insomnia by ambient odour. Lancet 346:701· 1995]

Zu häufig verabreichten Medikamenten bei alten Menschen zählen Benzoediazepine, diese werden eingesetzt als Antidepressiva, Neuroleptika und bei der Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Sie haben jedoch erhebliche Nebenwirkungen, z.B. unterdrücken sie die Tiefschlafphase, was wiederum verhindert, dass der Schlaf als erholsam  empfunden wird. Daraus resultiert, das der Patient sich müde fühlt, traurig (depressive Verstimmungen) ist, Schwindelgefühle können auftreten, diese wiederum begünstigen das Sturzrisiko .........

Gerade bei Schlafstörungen bietet uns die Aromatherapie so viele komplementäre Möglichkeiten der Unterstützung. In einem von mir betreuten Pflegeheim in Andernach berichteten mir die Pflegekräfte bei der letzten Schulung, von tollen Erfolgen mit Lavendel-Waschungen, Einreibungen und warmen Handwickeln. Bei einer Bewohnerin wurde die Schlafmedikation vom Hausarzt sogar abgesetzt. Die Bewohnerin nimmt wieder am Leben teil, fühlt sich ausgeschlafen und ausgeglichen.

Lavandula angustifolia zählt zu den besterforschsten ätherischen Ölen.
Ätherische Öle, welche Ester, Linalool (Monoterpenalkohol) oder Sesquiterpenverbindungen enthalten wirken ent-spannend, beruhigend und schlaffördernd (uvm.). Sie können als Badezusatz, Einreibung oder Inhalation angewendet werden und das (bei richtiger Dosierung) ganz ohne Nebenwirkungen!

5 Kopie

Pflegeöl bei Schlafstörungen:
50 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Lavendel fein (Lavandula angustifolia)
4 Tropfen Melisse (Melissa officinalis)
3 Tropfen Narde (Nardostachys jatamansi)
2 Tropfen Majoran (Origanum majorana)

3 Tropfen Mandarine rot (Citrus reticulata)

Sinnesbiographie

Bei immer mehr demenziell erkrankten Menschen in Deutschland werden in den Alten- und Pflegeheimen immer mehr Angebote geschaffen, um den Menschen ihre Würde und ihre Selbständigkeit so lange als möglich zu erhalten und zu verbessern.

Mit den ätherischen Ölen haben Pflegekräfte eine wundervolle Möglichkeit die Erkrankten auf "sinnliche" Weise vielfältig zu "berühren".
Das Leben der Bewohner besteht nicht nur aus ihrer Akte und Pflegeplanung, aus Daten und Fakten, die Vergangenheit wird oftmals erst wieder lebendig durch die verschiedensten Sinneseindrücke.

Zu einem der wichtigsten Sinneseindrücke gehört das Riechen, denn in unserem "Riechhirn" dem limbischen System, werden alle "Geruchserinnerungen" gespeichert. So kommt es auch, dass wir z.B. beim Geruch von Zimt, Mandarine, Vanille & Co. unweigerlich an die Weihnachtszeit erinnert werden. Viele Kindheitserinnerungen werden geweckt und ein wohliges Gefühl ausgelöst.
Umgekehrt kann es sein, dass der Duft von Lavendel uns an die Seife der ungeliebten Tante erinnert, die bei jedem Besuch ein Küsschen wollte.......

Biographiearbeit in Verbindung mit ätherischen Ölen - duftende Erinnerungen

... Nichts ist drinnen, nichts ist draußen: Denn was innen, das ist außen. So ergreifet ohne Säumnis Heilig öffentlich Geheimnis... (J.W. Goethe)

Naturreine ätherische Öle wirken auch, wenn sie nicht bewusst wahrgenommen werden: Prof. Hildebert Wagner (Direktor des Instituts für pharmazeutische Biologie an der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität) wies in Versuchen mit gesunden Personen und Probanden ohne
Geruchssinn (Anosmie) nach, dass z.B.  durch Einatmen von Rosmarinöl bei beiden Gruppierungen die Durchblutung des Gehirns gesteigert wurde.

Im Rahmen der Aromapflege bei demenziell Erkrankten ist eine „gute“ Biographie Arbeit durchaus sinnvoll – hierbei kann herausgefunden werden, welche Gerüche der Patient besonders gerne gerochen, bzw. welche er abgelehnt hat. Diese Kenntniss

e können im Rahmen der Pflegeplanung mit einbezogen werden. Dadurch kann auch die Stimmung des Patienten positiv beeinflusst werden.

Anwendungsmöglichkeiten bei:
    •   Ängsten
    •   Unruhe
    •   Schlafstörungen
    •   Herausforderndes Verhalten
    •   zur Steigerung des Wohlbefindens
    •   als Duftanker -> in Verbindung z.B. mit Basaler Stimulation oder der Duftkommunikation
    •   in der Sterbebegleitung

Handbäder

die „einfache“ alternative zu aufwendigen Fußbädern
Durchführung: einfach  

Zeitaufwand: mäßig 
aktivierend: Rosmarin cineol, Lavandin, Pfefferminze, Wacholderbeere
beruhigend: Lavendel fein, Rose, Rosengeranie, Kamille römisch, Palmarosa, Neroli 10 %,
Melisse 10 %
erwärmend: Ingwer, Benzoe, Tonkaextrakt, Vanilleextrakt
stärkend: Zeder, Narde Vetiver, Patchouli, Angelikawurzel

Folie2

Kompressen
    •    zur Schlafförderung mit Lavendel fein, Melisse 10 %, Rose, Petit Grain
    •    bei Ängsten und Unruhe mit Melisse 10 %, Lavendel fein, Kamille römisch, Neroli 10 %
  

Rezeptur für eine Ölkompresse bei Unruhe
1 Eßl. Pflanzenöl (z.B. Johanniskrautöl)
2 gtt. Melisse 10 % (Melissa officinalis)
1 gtt. Neroli 10 % (Citrus aurantium ssp aurantium)

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Johanniskrautöl - doch nicht so photosensibilisierend wie angenommen

 

Am 24. Juni ist Johannistag. Traditionell wurde das Johanniskraut zwischen dem 21. Juni (Sommersonnenwende) und dem 24. Juni (Johanni) geerntet.

Johanniskrautol

Das Johanniskraut-Mazerat ist ein wertvolles Basisölin der  Aromapflege/-therapie. Mit seinen wunderschönen leuchteten gelben Blüten kann man es gut in den Wiesen finden, eine Verwechslung ist kaum möglich, wenn man die Blüten zwischen den Fingern verreibt, hinterlassen sie eine violett-rote Verfärbung auf der Haut. Daher stammt auch der Volksname "Rotöl", denn das fertige Mazerat ist leicht rötlich verfärbt. Dies ist dem Inhaltsstoff Hypericin, einem roten Pigment, zuzuschreiben.

JHK Hypericin Finger Kopie

 

Johanniskraut Knospe Kopie
Hält man die Blätter gegen das Sonnenlicht, so sieht man viele kleine schwarze Pünktchen, es sieht aus als wäre das Blatt mit Nadeln durchstochen(perforiert). Im Volksmund nennt man es deshalb auch Tüpfelchen - Kraut. Der lateinische Name setzt sich also aus den roten Pigmenten und den Löchern in den Blättern zusammen - Hypericum perforatum.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) steht meist um die Zeit der Sommersonnenwende (21. Juni), dem  Johannistag in vollster Blüte. An diesem Tag des Jahres, hat die Sonne ihren höchsten Stand erreicht, es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht. Dieses Fest wurde seit Urzeiten gefeiert, als ein Fest des Lichtes. Zu diesem Anlass wurden Sonnwendfeuer entzündet und wer darüber sprang, konnte sich von Krankheit heilen und von dunklen Mächten befreien.

Johanniskraut wächst an sonnigen Wegrändern und auf Magerwiesen. Es wird ca. 80 - 100 cm hoch. Er ist extrem hart, weshalb die Bauern ihm den Namen Hartheu gaben, denn das Heu in dem Johanniskraut enthalten war, wurde dadurch härter.

Im Johanniskrautöl sind zwei wesentliche Bestandteile enthalten:

  • Hypericin
  • Hyperforin

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 Mehr darüber im Seminar mit Dorothea Hamm - Aromatogramm, ein guter Weg bei schlechten Keimen (Klick hier)

 

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Verbrennungsähnliche Hautsymptome wurden bei Weidetieren beobachtet, die Johanniskraut fraßen, und werden als Hypericismus bezeichnet. Prof. Dr. Schempp konnte nachweisen, dass die Lichtempfindlichkeit beim Menschen nicht nennenswert erhöht wird. Phototoxische Reaktionen traten bei einer Dosierung von über 110ng/ml auf. Dieser Wert liegt bei der Anwendung der Haut unter 5ng/ml. Daher ist eine Photosensibilisierung durch das Mazerat nicht zu befürchten. Quelle: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=pharm5_29_2003

Paracelsus hat vor mehr als 450 Jahren schon über die Heilwirkung des Johanniskrautes berichtet. Die Pflanze war für ihn eine Art Universalmittel. Er hat es damals schon gegen Depressionen, Melancholie und Hysterie eingesetzt.

 

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Wirkung Johanniskrautol

Johanniskrautöl selbstgemacht:

Die Blüten werden am besten um die Mittagszeit gesammelt und sollten trocken sein. Man benötigt für einen Liter Öl, ca. 250 - 300g Johanniskrautblüten. Ich lasse sie gerne ausgebreitet auf einem Küchentuch noch 1-2 Stunden liegen, damit kleine Tierchen noch rechtzeitig die Flucht ergreifen können. Danach werden die  Blüten in ein helles oder dunkles Schraubglas gegeben und mit 1 Liter kaltgepresstem Olivenöl übergossen.


Alle Pflanzenteile müssen mit dem Öl bedeckt sein.
Etwa 4 Wochen ins Tageslicht stellen. Danach durch ein feines Sieb in eine dunkle Flasche abfüllen und dunkel aufbewahren. Bei kühler und dunkler Lagerung ist ein gutes Johanniskrautöl ca. 2 Jahre haltbar. Als Alternativen zum Olivenöl bieten sich beispielsweise Sesam-, Macadamia- (extrem hautpflegend) oder Sonnenblumenöl an, jedoch ist Olivenöl recht stabil und wird nicht allzuschnell ranzig.

TIPP: Stell ein Öl als Dunkel- und eines als Hellauszug her und mische beide zusammen, so sind die beiden wichtigen Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperforin ausreichend vorhanden

Dieses Mazerat wirkt besonders schmerzlindernd bei rheumatischen Beschwerden. Es besitzt muskelentspannende, wundheilende, entzündungshemmende, durchblutungsfördernde, antibakterielle und antivirale Eigenschaften. Außerdem ist es hautpflegend und hilfreich bei Hautproblemen und kann gut mit ätherischem Lavendöl (Lavandula angustifolia) zur Hautpflege bei Sonnenbrand eingesetzt werden.


Hierzu habe ich im letzten Jahr ein neues Mazerat-Experiment gemacht, ich habe 200g Johanniskrautblüten mit 100g Lavendelblüten und Olivenöl mazerieren lassen. Dieses Mazerat kann man genauso einsetzen wie das Johanniskrautmazerat, duftet aber ein wenig krautiger und für mich angenehmer.

Sprühlotion nach dem Sonnenbrand

25 ml Johanniskrautöl
25 ml Rosenhydrolat
5 Tropfen Lavendel fein
5 Tropfen Pfefferminze (für Kinder ab 6 Jahren)
Die Mischung muss vor jedem Aufsprühen geschüttelt werden.

Wusstest Du, dass es auch ein ätherisches Öl vom Johanniskraut gibt?

Die Hauptinhaltsstoffe sind:
Monoterpene, z.B. alpha und beta - pinen
Sesquiterpene (bis 45 %)
Sesquiterpenole
Oxide
und Kohlenwasserstoffe

Das ätherische Öl mische ich gerne in stimmungsaufhellende Körperöle.

Quellenangaben:

Seminar Ursel Bühring und Literatur von Ursel Bührin

Brusteinreibung "Durchatmen"
50 ml Johanniskrautöl
3 Tropfen Benzoe Siam
3 Tropfen Lavendel fein
6 Tropfen Cajeput
3 Tropfen Zeder

Bei Muskulaturschmerzen, Muskelkater oder als Sportöl:
50 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Cajeput
3 Tropfen Lavendel fein
3 Tropfen Latschenkiefer
3 Tropfen Wacholder

 

Wusstest Du, dass es auch ein ätherisches Öl vom Johanniskraut gibt?

Die Hauptinhaltsstoffe sind:
Monoterpene, z.B. alpha und beta - pinen
Sesquiterpene (bis 45 %)
Sesquiterpenole
Oxide
und Kohlenwasserstoffe

Das ätherische Öl mische ich gerne in stimmungsaufhellende Körperöle.

Quellenangaben:

Seminar Ursel Bühring und Literatur von Ursel Bühring

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Fünf Düfte für ganz kleine Nasen

Über die Anwendung ätherischer Öle bei Babys wird häufig diskutiert. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen dazu. Sicherlich ist es so, dass ein Neugeborenes erst einmal keine Düfte (ätherische Öle) braucht. Sein Geruchssinn ist wohl schon sehr gut ausgeprägt und dies ist auch wichtig, da es sich damit in der neuen Welt zurechtfinden muss. Bei einer Geburt in der Klinik wird das kleine Wesen schon mit allerhand Gerüchen konfrontiert. Sobald es aber auf dem Bauch der Mutter liegt, nimmt es den wundervollen vanilligen Duft aus den Drüsen, welche um die Brustwarze sitzen, wahr. Diesen Duft prägt der Säugling sich ein und zieht ihn sogar anderen Müttern vor.

Die Muttermilch duftet leicht nach Vanille und ist uns Menschen somit von Geburt an sehr vertraut. So wundert es nicht, dass viele Baby-Pflegeprodukte mit dem Duft aromatisiert werden (leider meist synthetisch).

Vanille zählt zu den von mir ausgewählten fünf Düften, die auch bei den ganz kleinen Nasen schon von Anfang an, bei Bedarf, Verwendung z.B. im Babymassageöl, finden können. Der Duft der Vanille verändert den Duft des Baby nicht zu stark, sondern passt sich vielmehr an. Er hüllt ein, vermittelt Geborgenheit und beruhigt.

Rosenöl kann ein Mandelöl sanft beduften; ich verschenke es als Pflegeöl für Neugeborene:

100 ml Mandelöl
3 Tropfen Rosenöl türkisch 10%

Für Erwachsene Nasen ist der Duft kaum wahrnehmbar, reicht aber für die sehr empfindsamen kleinen Näschen vollkommen aus. Dieses Öl kann als Füßchen-Massageöl oder für die Windelpflege benutzt werden. Weitere Rezepturen klick hier

Für Babys nutze ich ansonsten lieber das Rosenhydrolat, es ist sehr sanft vom Duft und kann bedenkenlos bei vielen Wehwehchen verwendet werden:

Windelpflege (Windeldermatitis)
Nabelpflege
Hautpflege
Raumbeduftung
Badezusatz
Fieber als Stirnkompresse
und vieles mehr

cid 256203CB BAFB 4DD6 9265 80C95B363D1Afritz

Lavendelöl (nicht älter als 1 Jahr), kann in selbsthergestellten Öltüchern (klick hier) zur Pflege der Haut im Windelbereich, Hautreizungen vorbeugen und gereizte Hautpartien sanft pflegen und heilen.

Benzoe siam Öl ist eine gute Alternative zum Vanilleöl, zudem pflegt es gereizte Haut, besonders im Windelbereich. Es wirkt einhüllend wie die "Lieblingskuscheldecke" und beruhigt. Es kann mit dem ätherischen Öl der Mandarine rot in einem Kuscheltuchspray verwendet werden, wenn dem kleinen Menschlein alles "zuviel" ist.

Kuscheltuchspray

50 ml Lavendelhydrolat
1 Tropfen Benzoe siam Öl
2 Tropfen Mandarine rot
von der Mischung kann man 1 TL auch im Diffuser zur Raumbeduftung am Abend verwenden.

 

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SCHULE FÜR AROMATHERAPIE UND AROMAPFLEGE 

Büro
Schulstraße 17 (Büro)
55767 Schwollen

Seminarhaus
Am Geissler 10
55767 Leisel

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Tel. 06787-970630