Co-Destillation. Wenn zwei Pflanzen gemeinsam destilliert werden

Co-Destillation. Wenn zwei Pflanzen gemeinsam destilliert werden
Co-Destillation. Wenn zwei Pflanzen gemeinsam destilliert werden

Bei einer Co-Destillation kommen zwei oder mehrere Pflanzen gemeinsam in die Destille. Dieses Verfahren nutzt man unter anderem dann, wenn eine Pflanze nur sehr wenig ätherisches Öl enthält oder sich ihre flüchtigen Inhaltsstoffe allein nur schwer gewinnen lassen.

Ein schönes Beispiel ist die Wiesenkönigin, Filipendula ulmaria.

Ihre Blüten enthalten nur geringe Mengen flüchtiger Bestandteile. Charakteristisch sind unter anderem Salicylaldehyd und weitere aromatische Verbindungen.

Eine Destillation ausschließlich aus Wiesenkönigin liefert deshalb nur sehr wenig ätherisches Öl.

Bei der Co-Destillation wird sie in unserem Beispiel gemeinsam mit Rosmarin destilliert.

Was passiert dabei?

Der Wasserdampf durchströmt das Pflanzenmaterial von Wiesenkönigin und Rosmarin. Dabei nimmt er flüchtige Inhaltsstoffe beider Pflanzen mit.

Anschließend kühlt der Dampf ab und kondensiert. Es entstehen Hydrolat und ein gemeinsames ätherisches Öl, das Co-Destillat.

Und genau das ist wichtig:

Ein Co-Destillat ist keine nachträgliche Mischung aus zwei fertigen ätherischen Ölen.

Wiesenkönigin und Rosmarin durchlaufen die Destillation gemeinsam. Verdampfung, Stoffübergang und Kondensation finden im selben Prozess statt. Deshalb kann sich auch das chemische Profil eines Co-Destillats von einer später zusammengemischten Kombination zweier ätherischer Öle unterscheiden.

Noch ein spannender chemischer Aspekt:

Die Pflanzeninhaltsstoffe müssen dafür nicht bei 100 °C oder darunter sieden. Bei der Wasserdampfdestillation wirken die Partialdrücke von Wasser und den flüchtigen organischen Verbindungen zusammen.

Dadurch können auch Moleküle mit einem deutlich höheren eigenen Siedepunkt mit dem Wasserdampf übergehen. Sie müssen also nicht bis zu ihrem eigentlichen Siedepunkt erhitzt werden.

Co-Destillation ist damit weit mehr als „zwei ätherische Öle miteinander mischen“.

Die beiden Pflanzen gehen bereits gemeinsam durch den Destillationsprozess. Und genau das macht ein Co-Destillat chemisch und auch olfaktorisch so interessant.

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