Ketone differenziert betrachtet
„Alle Ketone sind neurotoxisch“ – ein überholtes Pauschalurteil
Die Aussage, dass alle Monoterpenketone neurotoxisch seien, ist ein stark vereinfachendes Alt-Wissen.
Chemisch gehören viele sehr unterschiedliche Moleküle zur Gruppe der Ketone – ihre pharmakologische Wirkung unterscheidet sich jedoch erheblich.
Beispiel:
• Carvon (z. B. in Kümmel)
→ gilt nicht als neurotoxisch
→ zeigt keine krampfauslösende Wirkung in üblicher aromatherapeutischer Anwendung
Problematisch sind vor allem bestimmte Ketone wie:
• Pulegon
• Thujon
• Campher / Borneon
Hier bestehen bei hoher Dosierung oder systemischer Anwendung tatsächlich Risiken – insbesondere für das ZNS.
Ketone sind nicht gleich Ketone
Hinzu kommt:
Wir sprechen in der Aromatherapie nicht nur über Monoterpenketone.
Es gibt auch: es handelt sich um wesentlich größere Moleküle
• Sesquiterpenketone (
• Diketone (entzündungshemmend, antikoagulierend usw.)
• Triketone (entzündungsregulierend…)
dabeies handelt sich um wesentlich größere Moleküle
Und einige davon schätzen wir in der Aromatherapie sehr – gerade wegen ihrer besonderen Eigenschaften.
Sie sind chemisch verwandt.
Aber Verwandtschaft bedeutet nicht Gleichheit.
Eine funktionelle Stoffgruppe allein definiert noch keine Toxizität.
Entscheidend sind:
• exakte Molekülstruktur
• räumliche Konfiguration
• Dosierung
• Applikationsform
• Anwendungsdauer
• individuelle Disposition
Oder anders gesagt:
Nur weil Moleküle zur gleichen „Familie“ gehören, haben sie nicht automatisch das gleiche Verhalten.
Freunde kann man sich aussuchen – Familie nicht.
Aber selbst innerhalb einer Familie ist nicht jedes Mitglied problematisch. 😉
🌿 Fazit
Seriöse Aromatherapie bedeutet nicht, Risiken zu ignorieren.
Aber sie bedeutet, chemisch und pharmakologisch korrekt zu differenzieren.
• Innere Anwendung ≠ äußere Anwendung
• Hochdosierung ≠ moderate Verdünnung
• Ketone ≠ automatisch neurotoxisch
• Warnhinweise ≠ universelle Verbote
Fachwissen schafft Sicherheit.
Pauschalisierung erzeugt Angst.
