Aromatherapie bei Schmerzen

Aromatherapie bei Schmerzen

Die International Association for the Study of Pain (Internationale Schmerzgesellschaft) liefert folgende Definition:
“… ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird”.

Aromatherapie bei Schmerzen

Typische Formen des Schmerzes:

Akuter Schmerz: signalisiert dem Körper, dass es eine akute Gefahr gibt z.b. bei Verletzungen, Zahnschmerzen usw.

Chronischer Schmerz: hier unterscheidet man klar zum akuten Schmerz, denn der chronische Schmerz dauert über einen Zeitraum von mehreren Monaten an und verliert seine Alarmfunktion, dies kann bis zu einer eigenständigen Krankheit führen, der sogenannten Schmerzkrankheit. Hier hat sich eine Art Schmerzgedächtnis entwickelt.

Neuropatische Schmerzen (Nervenschmerzen): enstehen wenn Nervengebewebe z.B. durch Erkrankungen wie Diabetis mellitus, Schaden nimmt. Ein typisches Beispiel dafür sind Phantomschmerzen oder aber auch die Schmerzen nach einer Gürtelrose, die oft noch Wochen und Monate anhalten.

Schmerzen werden von Menschen unterschiedlich stark empfunden, dies hängt mit vielen Faktoren wie z.b. kulturellen Prägungen, Erziehung, seelischer Stabilität uvm. zusammen. Daher ist das Schmerzempfinden die sog. Nozizeption immer individuell ausgeprägt. Über körpereigene Botenstoffe, z.B. Endorphinen, ist der Körper in bestimmten Situationen in der Lage, das Schmerzempfinden zu dämpfen. Auch einige Schmerzmittel setzen an dieser Stelle an.

Aromatherapie bei Schmerzen
Wirkung ätherischer Öle bei Schmerzen

Hierbei geht es nicht ausschließlich um die körperliche Wirkung, sondern auch die seelische Wirkung, welche die ätherischen Öle beeinflussen können. Der Schmerz ist eine emotionale Empfindung und wird durch unterschiedliche Neurotransmitter beeinflusst:

Endorphine, sind körpereigene “Schmerzmittel” und können für die körpereigene Schmerzstillung verantwortlich sein. Bei der Geburt eines Kindes, werden bei der Mutter eine große Menge an Endorphinen ausgeschüttet, dies ist ein Trick der Natur, damit die Mutter “vergisst” wie schmerzhaft die Geburt war – denn sonst würde sie keine Kinder mehr zur Welt bringen 😉

Encephaline, wirken stimmungsaufhellend vor allem bei Stimmungsschwankungen und Melancholie.

Serotonin ist z.b. verwantwortlich für den Schlaf-Wach-Rhythmus, wirkt zudem beruhigend und angstlösend und dämpft die Übertragung der Schmerzbahnen zum Gehirn.

Weitere Botenstoffe, die durch ätherische Öle beeinflusst werden können sind: Noradrenalin und Prostaglandine.

Prostaglandine spielen eine große und entscheidende Rolle bei Entzündungsprozessen, der lokalen Schmerzvermittlung. Sie  können mit Hilfe von Hanföl, Leinöl, Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl die Schmerzauslöser an den Nozizeptoren verdrängen.

 

Aromatherapie bei Schmerzen

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Als Beispiel möchte ich folgende ätherische Öle nennen, welche alle sedierend, anxiolytisch sowie beruhigend, spasmolytisch und somit auch analgetisch wirken:

Rosengeranie (Pelargonium graveolens)
spasmolytisch, analgetisch, kühlend

Lavendel fein
(Lavandula angustifolia)
sedierend, spasmolytisch

Melisse
(Melissa officinalis)
anxiolytisch, beruhigend


Orange oder Blutorange
(Citrus sinensis ssp. dulcis)
anxiolytisch, spasmolytisch

Rose(Rosa damascena)
kühlend, sedierend, antiinflammatorisch

Tonkaextrakt
(Dipteryx odorata)
beruhigend und einhüllend

Ylang-Ylang komplett
(Cananga odorata)
stark analgetisch

Zedernholz (Cedrus atlantica)
sedierend, spasmolytisch, stärkend

Körperöl “Loslassen”
50 ml Johanniskrautöl oder Olivenöl
6 Tropfen Tonkaextrakt
4 Tropfen Orange
4 Tropfen Lavendel fein
2 Tropfen Vetiver

Auf der körperlichen Ebene der Schmerzreduzierung spielen ätherische Öle selbstverständlich auch ein Rolle. Da sie lipophil (fettlöslich) sind, können sie die Haut sehr gut penetireren.

Daher werden in der Behandlung von Schmerzen hyperämisierende (durchblutungsfördernde) ätherische Öle häufig als Antirheumatika und Antiphlogistika genutzt, wie z.B. bei:

Insbesondere der Mix aus unterschiedlichen Monoterpenen gepaart mit 1.8-Cineol haben eine verblüffende schmerzlindernde Wirkung. Der sogenannte  Counterirritant-Effekt (ein Gegenreiz) spielt bei der Schmerzbehandlung eine große Rolle.
Dazu verwendet man in der Aromatherapie ätherische Öle die entzündungshemmend, krampflösend und entspannend wirken.

Aromatherapie bei Schmerzen

 

Beispielsweise können hier folgende Öle zum Einsatz kommen:

Cajeput (Melaleuca leucadendra var. cajuputi)
schmerzlindernd bei rheumatischen, neuralgischen und muskulären Schmerzen

Majoran (Origanum majorana) -> “das Magnesium der Aromatherapie”
entkrampfend, schmerzlindernd

Aromatherapie bei Schmerzen

Destillieres Wasser leicht erwärmen (ca. 38-40°C), Magnesiumflocken mit einem Holzlöffel einrühren. Das fertige Magnesiumöl in einen Sprühbehälter füllen und jeweils 5 Tropfen Lavendel fein und Majoran dazugeben. Nach Duschen Beine/Rücken/Schultern einsprühen.-
-> bei Verspannungen und Muskelschmerzen

Eukalyptus globulus und radiata (Eucalyptus globulus/radiata)
bei Muskelschmerzen, Neuralgien

Myrte (Myrtus communis)
bei rheumatischen Beschwerden, Gelenk- und Rückenschmerzen

Pfeffer schwarz (Piper nigrum)
stark analgetisch – gut geeignet bei rheumatischen und neuropatischen Beschwerden

“Spanischer Majoran” (Thymus mastichina)
analgetisch bei Muskel- und Gelenkschmerzen, entspannend bei Stresssymptomen

Majoran spanisch bio

Wintergreen (Gaultheria procumbens)
stark entzündungshemmend und schmerzlindernd
Achtung: hier ist auf eine genaue Dosierung zu achten, diese liegt bei max. 1 % in einer schmerzlindernden Mischung

Die ätherischen Öle von Gaultheria procumbens [G. fragrantissima] (Wintergrün) und Betula lenta (Birke) bestehen also fast nur aus Methylsalicylat (aromatischer Ester = Phenylderivat). Dieser Stoff wirkt genau wie die Acetylsalicylsäure in Aspirintabletten als so genannter COX-Hemmer (Cyclooxidase). Diese Gruppe von Medikamenten unterdrückt also einen Stoff, der u. a. entzündungsfördernde und schmerzfördernde Prostaglandine im Gewebe auslöst.

Diese werden vom Körper aus der beispielsweise in Fleisch vorkommenden  Arachidonsäure synthetisiert. Lange Jahre schreckten us-amerikanische Warnungen bezüglich Methylsalicylat in Wintergrünöl AromatherapeutInnen vom Gebrauch dieses nützlichen Öles ab. 14 g Wintergrünöl – innerlich – können bereits tödlich wirken, für ein Kind wirken 4 ml tödlich. Die IFRA (International Fragrance Research Association) lehnt es für die Parfümherstellung ab. Dennoch ist es für den menschlichen Konsum zugelassen. (Quelle: Eliane Zimmermann :: www.aromapraxis.de) weiterlesen klick hier

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Rosmarin Ct. Cineol (Rosmarinus officinalis Ct. 1,8-Cineol)
durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, schmerzlindernd

Kiefernadel (Pinus silvestris)
schmerzstillend, entzündungshemmend, entkrampfend

Körperöl als alternative zu den herkömmlichen Schmerzsalben:
50 ml Johanniskrautöl
5 Tropfen Wintergreen
5 Tropfen Majoran
10 Tropfen Cajeput
5 Tropfen Kiefernadel
5 Tropfen Lavendel fein

zusätzlich kann ein Bienenwachswickel mit Johanniskrautöl für wohltuende Wärme und Entspannung sorgen

JohannisÖlWickel

Es gibt noch eine ganze Reihe weitere ätherischer Öle die bei der unterstützenden Behandlung von Schmerzen zum Einsatz kommen können. Aber auch hier wie bei vielen anderen Anwendungen sollte eine Pflegekraft im Umgang mit den ätherischen Ölen geschult bzw. ausgebildet sein.

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