Sanddornfruchtfleischöl für die Haut – was eine aktuelle Studie über UV-Stress und Kollagen zeigt
Seine intensive orange-rote Farbe verrät schon ein wenig, dass Sanddornfruchtfleischöl kein ganz gewöhnliches Pflanzenöl ist. Es gehört zu den Pflanzenölen, von denen bereits kleine Mengen einer Mischung eine charakteristische Farbe verleihen können. Doch Sanddornfruchtfleischöl ist nicht nur optisch interessant. Seine besondere Zusammensetzung macht es zu einem wertvollen Bestandteil der Hautpflege – und gerade auch für die Gesichtspflege ist es spannend.
Eine 2024 veröffentlichte Studie von Okamoto und Kolleg:innen liefert nun interessante Hinweise darauf, wie Inhaltsstoffe des Sanddornfruchtfleischöls Hautzellen bei UV-bedingtem Stress unterstützen könnten.

Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Studie. Denn sie zeigt nicht nur einen möglichen Effekt, sondern untersucht auch, welche zellulären Mechanismen dahinterstecken könnten.
Wenn UV-Strahlung unsere Haut unter Stress setzt
Sonnenlicht gehört zu unserem Leben. Gleichzeitig wissen wir, dass UV-Strahlung einer der Faktoren ist, die die vorzeitige Hautalterung beeinflussen können.
UV-B-Strahlung kann in Hautzellen oxidativen und entzündlichen Stress auslösen und verschiedene Signalwege aktivieren. Dadurch können unter anderem Prozesse verstärkt werden, die zum Abbau von Kollagen beitragen.
Kollagen können wir uns ein wenig wie das Stützgerüst unserer Haut vorstellen. Es ist ein wichtiger Bestandteil der extrazellulären Matrix und trägt dazu bei, dass die Haut ihre Struktur und Festigkeit behält.
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Kollagenstoffwechsel ohnehin. Kommt über Jahre immer wieder intensive UV-Belastung hinzu, kann der Abbau von Kollagen zusätzlich gefördert werden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Photoaging, also lichtbedingter Hautalterung.
Genau an diesem Punkt wird die Sanddornstudie interessant.
Was haben die Forschenden untersucht?
Okamoto und sein Team arbeiteten mit sogenannten normalen humanen dermalen Fibroblasten (NHDF).
Das klingt zunächst kompliziert, bedeutet aber schlicht: Es handelte sich um menschliche Zellen, die normalerweise in der Lederhaut vorkommen.
Fibroblasten sind für unsere Haut ausgesprochen wichtig. Sie sind unter anderem an der Bildung und Erhaltung der extrazellulären Matrix beteiligt, zu der auch Kollagen gehört.
Die Forschenden setzten diese Zellen UV-Strahlung aus und untersuchten anschließend, was passiert, wenn die Zellen zuvor mit Sanddornfruchtfleischöl – Sea Buckthorn Pulp Oil, kurz SBO – behandelt worden waren.
Das Ergebnis war bemerkenswert:
Die Vorbehandlung mit Sanddornfruchtfleischöl verringerte in diesem Versuchsmodell sowohl die UV-B-bedingte Zelltoxizität als auch den Abbau von Kollagen.
Damit stellte sich natürlich die nächste Frage:
Welcher Bestandteil des Sanddornfruchtfleischöls könnte daran beteiligt sein?
Palmitoleinsäure rückt in den Mittelpunkt
Besonders interessierten sich die Forschenden für die Palmitoleinsäure.
Palmitoleinsäure gehört zu den einfach ungesättigten Fettsäuren und ist ein charakteristischer Bestandteil von Sanddornfruchtfleischöl. Auch andere Untersuchungen von Sanddornfruchtfleischöl beschreiben Palmitoleinsäure als einen wesentlichen Bestandteil seiner Fettsäurezusammensetzung.
In der aktuellen Studie zeigte sich, dass Palmitoleinsäure bei den UV-B-bestrahlten Fibroblasten dazu beitrug, Zellviabilität und Kollagenspiegel aufrechtzuerhalten.
Und hier wird die Untersuchung besonders spannend, denn die Forschenden schauten sich genauer an, was innerhalb der Zellen geschah.
MMP-1 – eine Art „Kollagenschere“
Ein wichtiger Akteur trägt den etwas sperrigen Namen Matrix-Metalloproteinase 1, abgekürzt MMP-1.
Für das grundsätzliche Verständnis können wir MMP-1 vereinfacht als eine Art Kollagenschere betrachten.
Matrix-Metalloproteinasen sind Enzyme, die Bestandteile der extrazellulären Matrix abbauen können. MMP-1 ist insbesondere am Abbau von Kollagen beteiligt.
UV-B-Strahlung kann Signalwege aktivieren, durch die die Bildung von MMP-1 verstärkt wird. Mehr MMP-1 kann wiederum bedeuten, dass mehr Kollagen abgebaut wird.
In der Studie unterdrückte Palmitoleinsäure die durch UV-B ausgelöste Expression von MMP-1.
Vereinfacht könnte man sagen:
Weniger MMP-1 bedeutet weniger Aktivität der „Kollagenschere“.
Und tatsächlich blieb in den untersuchten Zellen unter diesen Versuchsbedingungen mehr Kollagen erhalten.

Noch eine Ebene tiefer: die Stresssignale der Zelle
Die Forschenden gingen noch einen Schritt weiter und untersuchten Signalwege, die durch UV-B-Strahlung aktiviert werden.
Dabei spielten unter anderem p38, JNK und NF-κB eine Rolle.
Diese Abkürzungen muss sich für die Hautpflege niemand merken. Wichtig ist vielmehr, was dahintersteht.
Unsere Zellen verfügen über komplexe Kommunikations- und Signalsysteme. Werden sie beispielsweise durch UV-Strahlung belastet, werden bestimmte Signalwege aktiviert. Dadurch kann die Zelle wiederum die Aktivität verschiedener Gene verändern und auf den Stress reagieren.
In der Studie hemmte Palmitoleinsäure die Phosphorylierung von p38 und JNK sowie die nukleäre Translokation von NF-κB.
Das deutet darauf hin, dass Palmitoleinsäure nicht einfach nur auf einen einzelnen Faktor wirkt, sondern bereits weiter oben in bestimmte zelluläre Stressreaktionen eingreifen könnte.
Sehr vereinfacht lässt sich die beobachtete Kette so darstellen:
UV-B-Strahlung → Aktivierung zellulärer Stresssignalwege → verstärkte MMP-1-Expression → verstärkter Kollagenabbau
Unter dem Einfluss der untersuchten Palmitoleinsäure sah es dagegen eher so aus:
Palmitoleinsäure → geringere Aktivierung bestimmter Stresssignalwege → weniger MMP-1 → weniger Kollagenabbau
Genau diese mechanistischen Untersuchungen machen die Studie interessant.
Was bedeutet das für Sanddornfruchtfleischöl in der Hautpflege?
Natürlich dürfen wir aus einer Laborstudie keine Wunderwirkung für die Haut ableiten.
Trotzdem liefern die Ergebnisse einen weiteren interessanten Baustein für unser Verständnis von Sanddornfruchtfleischöl.
Denn Pflanzenöle sind in der Hautpflege weit mehr als nur eine „fettige Grundlage“. Ihre unterschiedlichen Fettsäuremuster und lipophilen Begleitstoffe bestimmen wesentlich mit, wie wir sie in einer Pflege einsetzen können.
Sanddornfruchtfleischöl besitzt hier ein besonders interessantes Profil.
Neben seinen Fettsäuren enthält das Öl verschiedene fettlösliche Pflanzenstoffe. Auffällig ist beispielsweise sein hoher Gehalt an Carotinoiden, die auch für die intensive orange-rote Farbe verantwortlich sind. Die Zusammensetzung eines Pflanzenöls kann allerdings abhängig von Herkunft, Sorte, Gewinnung und Verarbeitung schwanken.
Die aktuelle Untersuchung lenkt den Blick nun besonders auf die Palmitoleinsäure.
Für mich ist das ein schönes Beispiel dafür, wie traditionell beziehungsweise kosmetisch eingesetzte Pflanzenöle heute zunehmend auf zellulärer Ebene untersucht werden.
Wir müssen dabei nicht aus jedem Laborergebnis sofort ein Wirkversprechen machen. Aber wir dürfen solche Ergebnisse durchaus als wissenschaftlich interessante Hinweise betrachten, die erklären können, warum ein bestimmtes Pflanzenöl in einer durchdachten Hautpflege sinnvoll sein kann.
Besonders interessant für die Gesichtspflege
Gerade unsere Gesichtshaut ist täglich vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt: Sonne, Wind, trockene Heizungsluft, Kälte, Klimaanlagen und die ganz normale Beanspruchung des Alltags.
Eine gute Gesichtspflege sollte deshalb nicht ausschließlich darauf abzielen, die Haut kurzfristig weich und geschmeidig erscheinen zu lassen. Sinnvoll ist eine Pflege, die zur individuellen Hautsituation passt und die Hautbarriere berücksichtigt.
Sanddornfruchtfleischöl lässt sich aufgrund seiner intensiven Farbe sehr gut als Bestandteil einer Pflanzenölmischung einsetzen. Es muss also keineswegs das einzige Öl einer Gesichtspflege sein.
Ganz im Gegenteil: Pflanzenöle lassen sich wunderbar miteinander kombinieren. So kann man ihre unterschiedlichen Fettsäuremuster und Eigenschaften nutzen und eine Mischung auf die Bedürfnisse der jeweiligen Haut abstimmen.
Besonders bei trockener, beanspruchter oder reiferer Haut kann Sanddornfruchtfleischöl deshalb ein interessanter Bestandteil einer gut durchdachten Pflege sein.
Und nicht zuletzt macht seine intensive Farbe sichtbar, was wir bei Pflanzenölen manchmal vergessen: Ein naturbelassenes Pflanzenöl besteht eben nicht nur aus „Fett“, sondern ist ein komplexes Gemisch verschiedener Substanzen.
Bedeutet das, dass Sanddornfruchtfleischöl vor der Sonne schützt?
Hier müssen wir ganz klar unterscheiden.
Nein – aus dieser Studie lässt sich kein Sonnenschutz durch Sanddornfruchtfleischöl ableiten.
Untersucht wurde nicht, ob Menschen nach dem Auftragen des Öls weniger Sonnenbrand bekommen oder ob das Öl einen messbaren Lichtschutzfaktor besitzt.
Die Forschenden untersuchten Zellen im Labor. Diese Zellen wurden mit Sanddornfruchtfleischöl beziehungsweise dessen Bestandteilen behandelt und anschließend unter kontrollierten Bedingungen UV-B-Strahlung ausgesetzt.
Das ist etwas völlig anderes als die Anwendung eines Pflanzenöls auf menschlicher Haut.
Sanddornfruchtfleischöl sollte deshalb nicht als Ersatz für einen geeigneten Sonnenschutz verstanden oder verwendet werden.
Das Spannende an der Studie liegt vielmehr an einer anderen Stelle: Sie zeigt mögliche Mechanismen, über die Bestandteile des Öls die Reaktion von Hautzellen auf UV-bedingten Stress beeinflussen könnten.
Zellstudie ist nicht gleich Humanstudie
Dieser Unterschied ist mir besonders wichtig.
Die Studie wurde zwar an menschlichen Hautzellen durchgeführt, aber nicht an Menschen.
Das klingt zunächst fast gleich, wissenschaftlich besteht jedoch ein großer Unterschied.
In einer Zellkultur können Forschende eine Substanz unter genau definierten Bedingungen direkt mit bestimmten Zellen zusammenbringen. Unsere Haut ist dagegen ein hochkomplexes Organ mit mehreren Schichten und einer funktionierenden Hautbarriere.
Bei einer kosmetischen Anwendung stellen sich deshalb zusätzliche Fragen:
Wie viel eines Stoffes erreicht überhaupt die entsprechenden Hautschichten? Welche Konzentration wird dort erreicht? Wie verändert eine kosmetische Formulierung die Verfügbarkeit? Wie häufig müsste sie angewendet werden? Und lassen sich die beobachteten Zellveränderungen tatsächlich in einen sichtbaren oder messbaren Vorteil für menschliche Haut übersetzen?
Diese Fragen beantwortet die vorliegende Studie nicht.
Dafür wären weitere Untersuchungen und insbesondere gut konzipierte Studien an Menschen notwendig.
Das schmälert den Wert der Zellstudie nicht. Es zeigt lediglich, wo wir wissenschaftlich gerade stehen.
Was wir aus der Studie mitnehmen können
Für mich liegt der Wert dieser Untersuchung vor allem darin, dass sie einen möglichen Mechanismus sichtbar macht.
Sanddornfruchtfleischöl verringerte unter den untersuchten Laborbedingungen UV-B-bedingte Zelltoxizität und Kollagenabbau. Die Palmitoleinsäure erwies sich dabei als besonders interessanter Bestandteil. Sie beeinflusste mehrere zelluläre Signalwege und reduzierte die Expression von MMP-1, einem Enzym, das am Kollagenabbau beteiligt ist.
Das ist noch kein Beweis dafür, dass eine Creme oder ein Gesichtsöl mit Sanddornfruchtfleischöl beim Menschen nachweislich die lichtbedingte Hautalterung verhindert.
Es ist aber ein plausibler und wissenschaftlich interessanter Hinweis, der gut zu der besonderen Zusammensetzung dieses Pflanzenöls passt.
Und genau deshalb finde ich Sanddornfruchtfleischöl für die moderne Pflanzenöl- und Aromapflege so spannend.
Wir brauchen keine übertriebenen Versprechen, um den Wert eines guten Pflanzenöls zu erklären. Manchmal reicht es, genauer hinzuschauen, was darin steckt – und was die Forschung inzwischen darüber herausfindet.
Mein Fazit
Sanddornfruchtfleischöl ist aufgrund seiner besonderen Fettsäurezusammensetzung und seiner lipophilen Begleitstoffe ein wertvoller Baustein in der Hautpflege. Die aktuelle Laborstudie ergänzt dieses Wissen um einen spannenden Aspekt: Unter UV-B-Belastung konnte das Öl beziehungsweise die darin untersuchte Palmitoleinsäure bestimmte zelluläre Stressreaktionen beeinflussen, den Anstieg von MMP-1 reduzieren und den Kollagenabbau in menschlichen Fibroblasten vermindern.
Für die tägliche Haut- und insbesondere Gesichtspflege ist das ein interessanter wissenschaftlicher Hintergrund für ein Pflanzenöl, das wir auch unabhängig davon wegen seiner besonderen Zusammensetzung schätzen können.

Sanddornfruchtfleischöl gehört für mich zu den besonders spannenden Pflanzenölen in der Gesichtspflege. Seine charakteristische Palmitoleinsäure steht aktuell auch wissenschaftlich im Fokus: Eine Laborstudie an menschlichen Hautzellen zeigte interessante Hinweise darauf, dass Bestandteile des Öls die Zellen bei UV-B-bedingtem Stress unterstützen und den Kollagenabbau beeinflussen können.
In meiner täglichen Pflegeroutine kombiniere ich deshalb 15 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl mit dem Vital Face Oil. Nach der Reinigung besprühe ich mein Gesicht mit Rosenhydrolat. Anschließend gebe ich 4–5 Tropfen meiner vorbereiteten Ölmischung zusammen mit etwas Face Fluid in die Handfläche, vermische beides und massiere es sanft in die noch feuchte Haut ein.
Eine unkomplizierte Routine, bei der sich Feuchtigkeit und Pflanzenöle wunderbar ergänzen – und das Sanddornfruchtfleischöl bekommt einen festen Platz in meiner täglichen Gesichtspflege.
Die erwähnte Untersuchung ist eine Laborstudie an menschlichen Hautzellen, keine klinische Studie am Menschen. Die Ergebnisse sind daher spannende wissenschaftliche Hinweise, aber kein Nachweis eines UV-Schutzes – Sanddornfruchtfleischöl ersetzt natürlich keinen Sonnenschutz.
Dabei gilt wie so oft in der Aromapflege: Nicht ein einzelner Inhaltsstoff und nicht ein einzelnes Öl müssen alles können. Entscheidend ist eine sinnvoll zusammengestellte, zur Haut passende Pflege.
Und Sanddornfruchtfleischöl kann darin einen sehr schönen Platz finden.
Quelle der vorgestellten Studie
Okamoto T, Nakashima F, Shibata T, Mori D. Seabuckthorn (Hippophae rhamnoides, L.) pulp oil prevents ultraviolet-induced damage in human fibroblasts. Bioscience, Biotechnology, and Biochemistry. 2024;88(8):948–955.
Sanddornöl und trockene Schleimhäute – eine ermutigende Studie
Trockene und empfindliche Schleimhäute sind für viele Frauen nach den Wechseljahren ein Thema. Besonders unangenehm kann es werden, wenn die Vaginalschleimhaut betroffen ist: Trockenheit, Brennen, Juckreiz oder Schmerzen können die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen.

Larmo PS, Yang B, Hyssälä J, Kallio HP, Erkkola R. Effects of sea buckthorn oil intake on vaginal atrophy in postmenopausal women: a randomized, double-blind, placebo-controlled study. Maturitas. 2014 Nov;79(3):316-21.
Sanddornöl begleitet uns in der Aromatherapie und Pflanzenölkunde schon seit vielen Jahren. Auch aus unserer eigenen, inzwischen über 20-jährigen Beobachtung kennen wir es als wertvolles Pflanzenöl zur begleitenden Pflege und Unterstützung trockener Schleimhäute. Umso interessanter ist eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Humanstudie, die genau diesen Bereich untersucht hat.
116 postmenopausale Frauen mit Beschwerden wie vaginaler Trockenheit, Brennen oder Juckreiz nahmen an der Studie teil. Über drei Monate erhielten sie entweder täglich 3 g Sanddornöl oder ein Placeboöl. 3 g entsprechen größenordnungsmäßig etwa einem halben Teelöffel Öl. Verwendet wurde allerdings nicht irgendein Sanddornöl, sondern eine standardisierte Mischung aus Sanddornbeeren- und Sanddornsamenöl.
Nach drei Monaten zeigte sich ein besonders interessantes Ergebnis: Die Integrität des Vaginalepithels hatte sich unter Sanddornöl signifikant häufiger verbessert als unter Placebo. Bei 36 % der Frauen in der Sanddorngruppe wurde eine Verbesserung festgestellt, gegenüber 16 % in der Placebogruppe.
Auch der gesamte Vaginalgesundheitsindex entwickelte sich in der Sanddorngruppe günstiger. Dieser Unterschied erreichte zwar mit p = 0,08 nicht die übliche Grenze für statistische Signifikanz, zeigt aber einen positiven Trend.
Interessant ist außerdem, wie diese Veränderungen möglicherweise zustande kommen. Die Untersuchungen ergaben keinen deutlichen Hinweis darauf, dass Sanddornöl wie Östrogen wirkt. Der vaginale pH-Wert veränderte sich nicht entsprechend, und auch bei der untersuchten Zellreifung zeigte sich kein Hinweis auf einen Östrogeneffekt.
Die Forschenden diskutieren deshalb andere mögliche Erklärungen. Sanddornöl liefert eine besondere Kombination verschiedener Fettsäuren sowie Carotinoide, Vitamin E und Phytosterine. Diese Stoffe könnten gemeinsam zur Unterstützung der Epithelbarriere und Schleimhautintegrität beitragen. Welcher Bestandteil dafür entscheidend ist oder wie genau der Effekt zustande kommt, konnte diese Studie allerdings nicht klären.
Und hier wird die Untersuchung für uns besonders spannend: Sie passt sehr gut zu dem, was wir seit vielen Jahren in der Praxis rund um Sanddornöl und Schleimhautpflege beobachten.
Das bedeutet nicht, dass unsere Erfahrungen durch eine einzelne Studie wissenschaftlich „bewiesen“ wären. Aber wir sehen hier etwas, das in der evidenzorientierten Aromatherapie besonders wertvoll ist: Eine langjährige praktische Beobachtung trifft auf Ergebnisse einer kontrollierten Humanstudie, die in dieselbe Richtung weisen.
Dabei sollten wir auch sagen, was die Studie nicht zeigen konnte. Die Frauen berichteten unter Sanddornöl nicht signifikant häufiger über eine Verbesserung von Trockenheit, Brennen oder Juckreiz als unter Placebo. Auch die gemessene vaginale Feuchtigkeit und der pH-Wert unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen.
Das schmälert den interessanten Befund an der Schleimhaut nicht – es hilft vielmehr, ihn richtig einzuordnen: Sanddornöl war in dieser Studie kein „Sofortmittel gegen vaginale Trockenheit“. Die Ergebnisse geben vielmehr einen interessanten Hinweis darauf, dass die regelmäßige Einnahme die Beschaffenheit und Integrität der Vaginalschleimhaut unterstützen könnte.
Und Schleimhäute haben wir schließlich nicht nur im Intimbereich. Auch Mund, Nase, Augen und Verdauungstrakt besitzen empfindliche Schleimhautoberflächen. Dass Sanddornöl deshalb traditionell und praktisch auch im Zusammenhang mit trockenen Schleimhäuten anderer Bereiche verwendet wird, ist interessant. Diese konkrete Studie untersuchte jedoch die Vaginalschleimhaut – eine Wirkung auf sämtliche anderen Schleimhäute kann aus ihr allein nicht abgeleitet werden.
Ein Lebensmittel, das sich unkompliziert in den Alltag integrieren lässt
Ein schöner Aspekt ist außerdem: Sanddornöl ist ein Lebensmittel und kein Arzneimittel. Ein für den Verzehr vorgesehenes Sanddornfruchtfleisch- oder Sanddornsamenöl lässt sich deshalb grundsätzlich unkompliziert in die tägliche Ernährung integrieren – beispielsweise pur oder als Bestandteil einer Mahlzeit.
Die in der Studie verwendete Tagesmenge von 3 g ist dabei überschaubar und entspricht ungefähr einem halben Teelöffel. Wichtig für die wissenschaftliche Einordnung bleibt allerdings: In der Untersuchung wurde eine genau definierte, standardisierte Mischung aus Sanddornbeeren- und Sanddornsamenöl eingesetzt. Wir können daher nicht davon ausgehen, dass jedes beliebige Sanddornöl automatisch dieselben Ergebnisse erzielt.
Gerade diese Alltagstauglichkeit macht Sanddornöl aus unserer Sicht so interessant: Es lässt sich als hochwertiges Pflanzenöl in die Ernährung einbinden, während wir gleichzeitig zunehmend wissenschaftliche Hinweise erhalten, die zu unseren langjährigen Beobachtungen im Bereich der Schleimhautpflege passen.
Für uns ist die Untersuchung deshalb vor allem ermutigend. Sie liefert einen klinischen Hinweis dafür, dass die Einnahme von Sanddornöl eine interessante Möglichkeit sein kann, die Schleimhautintegrität bei Frauen nach den Wechseljahren begleitend zu unterstützen.
Und sie erinnert uns daran, Erfahrungswissen nicht vorschnell gegen Wissenschaft auszuspielen. Manchmal beginnt Forschung genau dort, wo Menschen über viele Jahre etwas beobachten – und irgendwann genauer wissen möchten, was tatsächlich dahintersteckt.
Nach über 20 Jahren Erfahrung mit Sanddornöl und Schleimhautpflege freut uns diese Studie deshalb besonders: Sie beweist nicht alles, was wir in der Praxis beobachten. Aber sie liefert ein bemerkenswertes wissenschaftliches Puzzleteil, das sehr gut zu unseren Erfahrungen passt.
Aber auch äußerlich kann eine Schüttellotion trockene, juckende, brennende Vaginalschleimhaut pflegen

Die Haut und Schleimhäute im Intimbereich können sich im Laufe des Lebens verändern. Besonders in den Wechseljahren, aber auch während belastender Therapien wie einer Chemotherapie, berichten viele Frauen über Trockenheit und eine erhöhte Empfindlichkeit. Eine sanfte, reizarm formulierte Pflege kann dann wohltuend sein.
Unsere Schüttellotion Rose verbindet Rosenhydrolat mit Calendulaöl, Granatapfelsamenöl und einer kleinen Menge Sanddornfruchtfleischöl. Da Wasser- und Ölphase sich natürlicherweise voneinander trennen, wird die Mischung vor jeder Anwendung kräftig geschüttelt – so entsteht für kurze Zeit eine feine Emulsion.
25 ml Rosenhydrolat
20 ml Calendulaöl
5 ml Granatapfelsamenöl
10 Tr. Sanddornfruchtfleischöl
Nach der Reinigung kann die Schüttellotion zur täglichen Pflege der äußeren Vulva aufgetragen und sanft verteilt werden. Gerade hier gilt: Weniger ist oft mehr. Die Pflege soll angenehm sein, nicht brennen oder reizen. Bei bestehenden Beschwerden, Schmerzen, Entzündungen oder Veränderungen im Intimbereich sollte die Ursache gynäkologisch abgeklärt werden.
Eine kleine Pflegeroutine, die sich unkompliziert in den Alltag integrieren lässt – für eine Körperregion, die ebenso selbstverständlich liebevolle und achtsame Pflege verdient wie unser Gesicht.
Sanddornöl bei strahlenbeanspruchter Haut: Was eine neue Studie so interessant macht
Eine Strahlentherapie kann für die Haut eine große Belastung sein. Je nach Behandlung und individueller Empfindlichkeit können Rötungen, Trockenheit, Spannungsgefühle oder andere Hautreaktionen auftreten. Eine gut abgestimmte begleitende Hautpflege kann deshalb für Betroffene besonders wertvoll sein.

Umso spannender ist eine Studie von Wang und Kolleg:innen, die sich mit Sanddornöl und strahlenbedingten Hautschäden beschäftigt hat. Die Ergebnisse geben interessante Hinweise darauf, warum dieses besondere Pflanzenöl für die begleitende Hautpflege künftig noch stärker in den Fokus rücken könnte.
Was wurde untersucht?
Die Forschenden wollten wissen, ob Sanddornöl die Regeneration strahlengeschädigter Haut unterstützen kann – und vor allem, was dabei im Gewebe passiert.
Dazu wurde die Untersuchung an Ratten durchgeführt, bei denen strahlenbedingte Hautschäden erzeugt wurden. Anschließend wurde die betroffene Haut zweimal täglich mit Sanddornöl behandelt.
Die Wissenschaftler:innen betrachteten dabei nicht nur, wie die Haut von außen aussah. Sie untersuchten auch das Hautgewebe, Entzündungsbotenstoffe, Vorgänge rund um die Regeneration der Blutgefäße und bestimmte Immunzellen.
Weniger Entzündung, mehr Zeichen für Regeneration
Die Ergebnisse waren interessant: Bei den mit Sanddornöl behandelten Tieren waren die strahlenbedingten Hautschäden geringer ausgeprägt.
Gleichzeitig veränderten sich verschiedene Entzündungsbotenstoffe. IL-1β und TNF-α, die an entzündlichen Vorgängen beteiligt sind, waren niedriger. IL-4 und IL-10, die unter anderem mit der Regulation von Entzündungsprozessen verbunden sind, waren dagegen erhöht.
Auch bei der Regeneration der Blutgefäße fanden die Forschenden Veränderungen. Bestimmte Faktoren, die bei Gefäßwachstum und Reparatur eine Rolle spielen – darunter VEGF und sein Rezeptor VEGFR – waren verstärkt nachweisbar.
Vereinfacht könnte man sagen: In der behandelten Haut fanden sich verschiedene Hinweise darauf, dass das Gewebe stärker von Entzündung in Richtung Reparatur und Regeneration wechselte.
Die „Aufräum- und Reparaturhelfer“ unserer Haut
Besonders interessant waren die sogenannten Makrophagen. Das sind Zellen unseres Immunsystems, die unter anderem beschädigtes Gewebe beseitigen und an Heilungs- und Reparaturvorgängen beteiligt sind.
Nach der Behandlung mit Sanddornöl fanden die Forschenden vermehrt Merkmale einer sogenannten M2-Polarisierung.
Das klingt komplizierter, als es für das Verständnis sein muss: Vereinfacht gesprochen können Makrophagen unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Manche sind stärker an entzündlichen Abwehrreaktionen beteiligt, andere stärker an der Beruhigung des Entzündungsgeschehens und an Reparaturprozessen.
Genau in diese zweite Richtung scheint Sanddornöl in dieser Untersuchung Einfluss genommen zu haben.
Und was bedeutet PI3K-Akt-ERK?
Hinter diesem sperrigen Namen verbirgt sich ein Signalweg innerhalb unserer Zellen.
Man kann sich solche Signalwege ein wenig wie eine Reihe von Schaltern vorstellen: Wird der erste Schalter betätigt, werden weitere Signale weitergegeben und schließlich bestimmte Reaktionen in der Zelle ausgelöst.
Die Forschenden fanden Hinweise darauf, dass Sanddornöl den PI3K-Akt-ERK-Signalweg aktiviert. Als sie einen Teil dieses Signalwegs gezielt hemmten, wurde auch der beobachtete positive Einfluss auf die Entzündungsreaktion schwächer.
Das macht die Untersuchung besonders spannend, denn sie zeigt nicht nur dass etwas passiert ist, sondern liefert auch Hinweise darauf, wie Sanddornöl diese Prozesse beeinflussen könnte.
Was bedeutet das nun für Menschen während einer Strahlentherapie?
Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.
Die Ergebnisse sind vielversprechend, stammen aber aus einer Tierstudie. Wir können deshalb nicht sagen: „Sanddornöl verhindert oder behandelt strahlenbedingte Hautschäden beim Menschen.“
Dafür brauchen wir entsprechende klinische Studien mit Patient:innen.
Was diese Untersuchung jedoch liefert, sind interessante wissenschaftliche Hinweise auf mögliche Mechanismen: Sanddornöl könnte Prozesse beeinflussen, die mit Entzündungsregulation, Gewebereparatur und Regeneration der Hautgefäße zusammenhängen.
Und genau das macht die Ergebnisse für die begleitende Hautpflege so interessant.
Hautpflege ist mehr als Kosmetik
Gerade während einer belastenden medizinischen Behandlung darf Hautpflege auch bedeuten: sich kümmern, pflegen und dem eigenen Körper etwas Gutes tun.
Pflanzenöle können dabei wertvolle Begleiter sein. Gleichzeitig gilt bei einer Strahlentherapie: Nicht jedes Produkt ist zu jedem Zeitpunkt und auf jeder Hautstelle geeignet.
Deshalb sollte die Pflege bestrahlter Haut immer mit dem behandelnden radioonkologischen Team abgestimmt werden. Das gilt insbesondere bei stärkeren Hautreaktionen oder offenen Hautstellen.
Die neue Sanddornöl-Studie ist für mich dennoch ein schönes Beispiel dafür, wie viel wir noch über Pflanzenöle und ihre Wechselwirkungen mit unserer Haut lernen können.
Vielleicht ist es gerade diese Verbindung aus traditioneller Pflanzenpflege und moderner Forschung, die Sanddornöl zu einem so spannenden Begleiter für die Haut macht. 🌿
Studie:
Wang Q, Cao B, Zhan J, Hu X, Yu Y, Li X, Liu Y. Sea Buckthorn Oil Promotes the PI3K-Akt-ERK Signaling Pathway and Macrophage M2 Polarization to Reduce Radiation-induced Skin Injury. Radiat Res. 2024 Nov 1;202(5):785-794.
Hautpflege bei Bestrahlung
Die Haut im Bestrahlungsfeld wird während einer Strahlentherapie besonders gefordert. Deshalb kann es sinnvoll sein, sie bereits vor Beginn der Behandlung mit einer einfachen, gut verträglichen Pflege zu begleiten. In unserer Rezeptur verbinden wir Aloe-vera-Mazerat mit Sanddornfruchtfleischöl und Niauli (Melaleuca quinquenervia).

Rezeptur
48 ml Aloe Vera Mazerat
2 ml Sanddornfruchtfleischöl
20 Tr. Niauli
Gerade Sanddorn ist hier ein spannender Begleiter: Seine lipophilen Inhaltsstoffe werden hinsichtlich hautschützender Eigenschaften erforscht. Auch zu Niauli gibt es klinische Untersuchungen im Zusammenhang mit strahlenbedingten Hautreaktionen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Strahlenschäden durch eine solche Mischung sicher verhindern lassen – die Pflege verstehen wir komplementär zur medizinischen Behandlung.
Wichtig ist uns deshalb: Bei einer Strahlentherapie sollten Hautpflege und Zeitpunkt der Anwendung immer mit dem behandelnden Strahlentherapie-Team abgestimmt werden. Insbesondere unmittelbar vor einer Bestrahlung gelten die Vorgaben der jeweiligen Praxis oder Klinik.
Eine kleine Pflegeroutine kann dennoch etwas Wertvolles sein: Sie schenkt der beanspruchten Haut Aufmerksamkeit und gibt vielen Menschen das Gefühl, während der Therapie selbst etwas Wohltuendes für sich tun zu können.
Sanddornöl und sensible Schleimhäute – eine spannende neue Studie
Nach den Wechseljahren verändert sich auch die Vaginalschleimhaut. Sie kann dünner, trockener und empfindlicher werden. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gynäkologische Untersuchungen wie eine Kolposkopie erschweren.
Eine 2025 veröffentlichte Studie untersuchte deshalb, ob ein Sanddornöl-haltiges Vaginalzäpfchen die Schleimhaut vor einer Kolposkopie unterstützen kann.
An der Studie nahmen 377 Frauen nach den Wechseljahren teil. Sie wurden in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt keine Vorbehandlung, eine verwendete zwei Wochen lang Sanddornöl-haltige Zäpfchen und eine weitere Östrogensalbe.

Was zeigte sich?
Nach zwei Wochen hatte sich die Integrität der Vaginalschleimhaut sowohl in der Sanddorn- als auch in der Östrogengruppe gegenüber der unbehandelten Gruppe deutlich verbessert. Auch die anschließende Kolposkopie ließ sich besser beurteilen.
Besonders interessant: Bei den untersuchten Ergebnissen zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen Sanddornzäpfchen und Östrogensalbe.
Auch die Verträglichkeit war interessant. Brustbeschwerden, Schwindel und Kopfschmerzen wurden in der Östrogengruppe berichtet, in der Sanddorngruppe dagegen nicht.
Warum finden wir das so spannend?
Sanddornfruchtfleischöl kennen und schätzen wir schon lange in der Pflege trockener und empfindlicher Schleimhäute. Die neue Untersuchung liefert nun einen weiteren klinischen Hinweis, dass Sanddornöl-haltige Zubereitungen die Beschaffenheit der Vaginalschleimhaut unterstützen können.
Dabei sollten wir genau bleiben: Untersucht wurde ein spezielles Kombinationszäpfchen mit Sanddornöl. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht einfach auf reines Sanddornfruchtfleischöl oder andere Rezepturen übertragen.
Und obwohl ein Großteil der Frauen in der Studie eine Hochrisiko-HPV-Infektion hatte, wurde keine Wirkung von Sanddornöl gegen HPV untersucht. Die Schleimhautpflege ersetzt selbstverständlich keine gynäkologischen Kontrollen.
Für uns ist die Studie trotzdem ein schönes weiteres Puzzleteil: Erfahrungswissen rund um Sanddorn und Schleimhautpflege trifft zunehmend auf wissenschaftliche Forschung. Und genau das macht Sanddorn für uns immer wieder so spannend.
Quelle:
Yu Y, Li Q, Cao Y et al. A prospective study of vaginal topical pretreatment of compound sea-buckthorn oil suppository in postmenopausal women prior to colposcopy. Scientific Reports. 2025. DOI: 10.1038/s41598-025-95036-4.
Schleimhautpflege als kleines Pflegeritual
Gerade in den Wechseljahren kann die Vaginalschleimhaut trockener, dünner und empfindlicher werden. Dann darf Pflege auch ganz selbstverständlich dazugehören. Unsere „Rosen für die Vagina“ verbinden Kakaobutter mit Granatapfelsamenöl, Sanddornfruchtfleischöl, Rose und Rosengeranie zu pflegenden Vaginalzäpfchen.

Rezeptur:
36 g Kakaobutter
4 ml Granatapfelsamenöl
6 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
5 Tr. Rose 10%
5 Tr. Rosengeranie
Besonders Sanddornfruchtfleischöl schätzen wir seit vielen Jahren für die Pflege empfindlicher Schleimhäute. Passend dazu liefern inzwischen auch Humanstudien interessante Hinweise darauf, dass Sanddornöl die Integrität der Vaginalschleimhaut unterstützen kann.
Die Zäpfchen verstehen wir als sanftes Pflegeritual – nicht als Behandlung von Infektionen oder anderen Erkrankungen. Bei anhaltendem Brennen, Juckreiz, Schmerzen, Blutungen oder ungewöhnlichem Ausfluss sollten Beschwerden immer gynäkologisch abgeklärt werden.
Zäpfchen herstellen – nichts leichter als das
Zäpfchen mit ätherischen Ölen sind relativ leicht selbst herstellbar: Einfach etwas Bio-Kakaobutter (in unserem Shop) ganz vorsichtig im Wasserbad oder auf dem Heizkörper in einem sauberen Glasgefäß schmelzen (nur wenig über Körpertemperatur, keinesfalls für 40 Grad), ätherische Öle circa 1,5-2%ig dazu geben, in eine passende Form einfüllen (Zäpfchenformen in unserem Shop), an kühlem Ort aushärten lassen, fertig.
Dosierungsbeispiele und noch mehr Zäpfchen-Wissen findest du im AromaMagazin von Eliane Zimmermann (klick hier)
Schutz der Schleimhaut in Mund, Nase und Speiseröhre
Gerade während einer Krebstherapie können die Schleimhäute in Mund, Nase, Rachen und Speiseröhre besonders empfindlich, trocken oder gereizt sein. Eine sanfte und unkomplizierte Pflege kann hier begleitend wohltuend sein und dazu beitragen, beanspruchte Schleimhäute geschmeidig zu halten.
Rezept:
45 g Kokosöl
5 ml Sanddornfruchtfleischöl
Unsere Allround-Mischung aus Bio-Kokosöl und Sanddornfruchtfleischöl verbindet zwei Pflanzenöle, die sich für die Schleimhautpflege wunderbar ergänzen. Sanddornfruchtfleischöl wird besonders wegen seiner schleimhautpflegenden und regenerationsunterstützenden Eigenschaften geschätzt. Mit seinen charakteristischen Fettsäuren und lipophilen Begleitstoffen bildet es auf gereizten Schleimhäuten einen feinen Ölfilm – bildlich gesprochen fast wie ein kleines pflegendes Pflaster. Dieser Film kann die empfindliche Oberfläche schützen, geschmeidig halten und die natürliche Regeneration der Schleimhaut unterstützen.
Kokosöl ergänzt die Mischung als angenehm schmelzende, pflegende Grundlage. Es enthält unter anderem Laurinsäure, eine Fettsäure, für die in Laboruntersuchungen antimikrobielle und auch antivirale Aktivitäten beschrieben wurden.
So wird die Mischung zu einem kleinen Allrounder: Sie kann in der Erkältungszeit bei gereiztem Mund- und Rachenraum, zur Pflege trockener Nasenschleimhaut (erschwert den Viren quasi das „Andocken“) und begleitend bei empfindlichen Schleimhäuten während einer Chemo- oder Strahlentherapie eingesetzt werden. Auch bei einer durch Reflux gereizten Speiseröhre kann der Ölfilm sehr wohltuend sein und die Schleimhautpflege ergänzen.
Bei anhaltenden Schmerzen, Schluckbeschwerden, Blutungen oder ausgeprägten Schleimhautveränderungen ist eine medizinische Abklärung wichtig. In der Onkologie verstehen wir diese Anwendung als begleitende Pflege – nicht als Ersatz für die medizinische Behandlung.
Wichtig:
Ich bin keine Wissenschaftlerin – aber eine Wissenschafferin. Ich liebe es, Wissen zu sammeln, es greifbar zu machen und mit anderen zu teilen. Dieser Artikel ersetzt weder deinen Arzt/Ärztin, Therapeut*in noch deine Eigenverantwortung und ist in keinster Weise als Therapie gedacht. Er soll informieren, inspirieren und dein Bewusstsein zu schärfen.
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Hinweis zu Dosierungen und unterschiedlichen Rezepturen
Wir werden oft gefragt, warum die Dosierung im Buch eine andere ist, als in unseren Podcasts, oder warum wir nun die eine oder andere Mischung für eine spezielle Anwendung mit unterschiedlichen ätherischen oder fetten Ölen empfehlen. Dies hat unterschiedliche Gründe, z.B. können wir in den Podcasts noch viele Erklärungen und Ergänzungen einfügen, wir können die Dosierungen für einzelne Menschen besser differenzieren als in Büchern. Ausserdem vergleichen wir auch die Inhaltsstoffe einzelner ätherischer Öle, so dass wir viele alternative Mischungen mit ganz unterschiedlichen Ölen empfehlen können, die jedoch allesamt gut funktionieren. Wir möchten damit auch aufmerksam machen, dass die Anwendung ätherischer Öle so vielfältig ist wie kaum eine andere naturheilkundliche Anwendung. Sicher – dazu braucht man das nötige “Know how” und sicherlich auch jahrelange Erfahrung.
Deshalb schreiben wir Bücher, Magazine, Blogbeiträge, machen Podcasts, kleine Videos, Newsletter mit Mehrwert und unterrichten Menschen. Wir lassen dich an unserem Wissen also teilhaben und dies meistens sogar kostenlos.




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Liebe Sabrina,
vielen herzlichen Dank für diesen sehr interessanten und ausführlichen Artikel.
Duftende Grüße
Ursel
Liebe Sabrina, vielen Dank für diesen ausführlichen Beitrag.
Ich liebe es, von dir und auch Eliane zu lernen. Höre euren Podcast. habe es von ein Seminar besucht, bestelle im Online Shop. Deine und eure Arbeit ist so wertvoll. Ihr seid wirklich großartige Wissensvermittlerinnen in einem so großen Wirkungsgeld der Aromatherapie. Danke für euch.