Kamille ist nicht gleich Kamille …

Immer wieder werde ich gefragt:
„Welche Kamille ist denn nun die richtige – die römische oder die deutsche?“

Die Antwort lautet: Beide sind wunderbare Heilpflanzen – aber mit ganz unterschiedlichen Stärken.
Kamille ist nicht gleich Kamille …

Die Römische Kamille (Chamaemelum nobile) nenne ich gerne die „Kamille für die wunde Seele“.

Sie wird vor allem dann geschätzt, wenn innere Anspannung, Stress oder Reizüberflutung im Vordergrund stehen. Viele Menschen empfinden ihren Duft als tief beruhigend und ausgleichend. In der Aromapflege wird sie gerne eingesetzt, wenn Schlaf schwerfällt, bei emotionaler Belastung oder bei Menschen, die sehr empfindsam auf ihre Umgebung reagieren. Auch in der Begleitung von Menschen mit Demenz oder bei reizoffenen Kindern kann ihr sanfter Duft unterstützend sein – vorausgesetzt, die betroffene Person empfindet ihn als angenehm. Denn gerade bei Düften gilt: Die Nase entscheidet.

Die Deutsche Kamille (Matricaria recutita) ist dagegen eher die „Kamille für die wunde Haut“.

Ihr ätherisches Öl ist besonders bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften und wird traditionell zur Pflege gereizter, entzündeter oder empfindlicher Haut eingesetzt. Auch bei Schleimhautpflege oder kleineren Hautirritationen gehört sie zu den bewährtesten ätherischen Ölen der Aromatherapie.

Deshalb lässt sich die kleine Merkhilfe gut merken:

  • Römische Kamille – für die Seele.
    Sie begleitet emotionale Belastungen, innere Unruhe und das Bedürfnis nach Geborgenheit.
  • Deutsche (Blaue) Kamille – für die Haut.
    Sie wird besonders bei entzündeter, gereizter oder empfindlicher Haut geschätzt.

Natürlich gibt es Überschneidungen – beide Pflanzen können je nach Situation sinnvoll sein. Doch wenn man ihre jeweiligen Stärken kennt, fällt die Auswahl oft deutlich leichter.

Warum ist das Kamillenöl der deutschen Kamille blau???? (klick hier)

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